4.03.2013
13:00

Generalversammlung Imagingswiss.ch in Binningen: kurz und effizient

Gestern Sonntag, 3. März 2013 fand in der Kronenmatthalle in Binningen die 104. Generalversammlung des Fotohändlerverbandes Imagingswiss.ch (vormals VFS) statt. Ein gelungener Anlass, der neben der schlanken und schnellen GV eine Menge darbieterischer Höhepunkte bot.

 

Dass eine Generalversammlung keine langweilige und fantasielose Veranstaltung zu sein braucht, hat imagingswiss.ch, welche letztes Jahr Namen und Erscheinungsbild für Besseres über Bord warf, schon mehrfach bewiesen. Dazu gehört beispielsweise der reichhaltige und bereits zur Tradition gewordene Brunch, welcher die Mitglieder und Gäste zu frü-her Morgenstunde aus allen Regionen der Schweiz nach Binningen bei Basel lockte. Obwohl der von Cuno Mathis organisierte Kronenmattsaal für die rund 120 Anwesenden eine Nummer zu gross war, erwies sich seine Infrastruktur als geradezu prädestiniert dafür. Genügend Nebenräume für die vorgängigen Jahresversammlungen der Regionsverbände und die Jobbörse – dazu später – und auch Martin Spiess fand genügend Platz für seinen Formel-1-Simulator, der mehr für Jung als für Alt (und noch mehr für Schlank als für Dick) eine seltene Attraktion war.

 

Einmal Formel-1-Feeling: Mitglied Martin Spiess machte seinen Simulator zur Publikumsattraktion

Der nächste Höhepunkt liess nicht lange auf sich warten: Punkt 11:30 Uhr kreuzte die Schnitzelbankgruppe «Peperoni» auf und vermittelte den Auswärtigen einen Eindruck dessen, was sie vor zwei Wochen an Originalität und Fasnachtskultur in Basel verpasst hatten. Sie waren einfach genial, die «Peperonis», zumal sie nicht irgendwelche Stan-dardverse aus ihrem Repertoire herunterleierten, sondern die Strophen auch der fotografisch gesinnten Zuhörerschaft anpassten. Und vielleicht haben sie sogar den einen oder anderen Zürich insgeheim dazu bewogen, die nächsten schönsten Tage in Basel einmal selbst mitzuerleben – sie finden übrigens vom 10. bis 12. März 2014 statt.

 

Die Schnitzbankgruppe «Peperoni» zu Gast bei Imagingswiss.ch: origineller und witziger Auftakt

Danach stand die Jobbörse auf dem Programm – ein Novum in der Ablaufordnung der Imagingswiss-Jahrestagung, das jedoch auf grosse Beachtung und Interesse stiess. 20 Auszubildende, die unmittelbar vor dem Abschluss stehen, erhiel-ten die Gelegenheit, ihre Arbeiten (und letztlich auch sich selbst) eventuellen zukünftigen Arbeitgebern zu präsentie-ren, um dadurch vielleicht eine Anstellung nach absolvierter Qualifikationsprüfung zu erhalten. Die Arbeitsmappen, welche die jungen Berufsleute präsentierten, waren von ausgesprochen hohem Niveau und zeigen auf erfreuliche Weise, dass sich unsere Branche um den beruflichen Nachwuchs kaum grosse Sorgen wird machen muss. Jedenfalls wurde die zeitliche Zusammenlegung von Jobbörse und GV sowohl von den Auszubildenden als auch von ihren mögli-chen zukünftigen Chefs als eine brillante Idee bewertet.

 

Neu an der GV: die Jobbörse. Hier treffen sich hoffnungsvolle Jungtalente und mögliche zukünftige Chefs

Für drei Auszubildende dürfte der gestrige Tag ebenfalls unvergessen bleiben: Corinne Mazzocco (Fotolabor Spiess), Jonas Sala (Fotostudio Casino) und Luca Rüedi (Foto Bäumli) hatten anlässlich eines überbetrieblichen Weiterbildungskurs (üK) das beste Video über ihr Berufsbild produziert. Aufgabe war es, die drei Fachrichtungen in einem Kurzvideo darzustellen und den Film mit Strandbildern, bewegten Szenen und Musik anzureichern. Die Aufgabe sollte nicht zuletzt auch verdeutlichen, wie wichtig Video in der Ausbildung ist, denn schliesslich weiss heute jeder Kunde, dass moderne Digitalkameras über eine Videofunktion verfügen und erwartet im Fotofachgeschäft die entsprechende Kompetenz. Wirklich brillant, was die drei Zweitlehrjahrstiften produziert hatten, und die als Belohnung erhaltene Samsung Galaxy Kamera wird ihnen sicher Spass machen.

 

Corinne Mazzocco, Jonas Sala und Luca Rüedi wurden für ihren besten üK-Film über ihr Berufsbild ausgezeichnet

Dann gings an die Arbeit. Die beiden Sektionen «Region Nord» (Basel-Bern) und «Region Mitte» (Zürich, Zentral-schweiz, Ostschweiz) zogen sich für ihre regionalen Jahresversammlungen in getrennte Räume zurück, diskutierten ihr Vereinsjahr und die neuen Zielsetzungen und fassten die entsprechenden Beschlüsse, die danach an der GV des Zent-ralverbandes zur Sprache kommen sollten. Wesentliches hat es eigentlich nur in der «Region Nord» gegeben, wo das Präsidium von Cuno Mathis an Rolf Suter überging.

 

GV in 73 Minuten

Präsident Alex Mächler weiss, wie man eine GV leitet, damit sie schnell und effizient über die Runden geht. Er hat seine Traktanden souverän präsentiert und die Diskussionspunkte ebenso gekonnt moderiert. Diese waren dieses Jahr auch weniger, nachdem die Bildungsverordnung letztes Jahr verabschiedet werden konnte und sonst kaum mehr Besonderheiten neben den üblichen Vereinsgeschäften anstanden.

 

Rund 120 Mitglieder und Gäste waren an der GV anwesend. Alex Mächler sorgte für einen zügigen und effizienten Ablauf

Und doch: Eine alte Wunde beginnt wieder zu bluten: das Ausweisbild. Wahrscheinlich erinnern sich interessierte Leser daran, dass 2010 der Bundesrat beschlossen hatte, dass die biometrischen Passbilder nicht mehr bei anerkannten Fachfotogeschäften erstellt werden sollen, sondern künftig ausschliesslich in behördlichen Erfassungszentren. Damit wurden die Fachfotogeschäfte um einen wichtigen Umsatzbereich geschmälert, und einige haben diesen Wechsel und den entsprechenden Geschäftsrückgang wohl nicht oder nur mit schweren Umsatzeinbussen überlebt. Nun hat sich die Imagingswiss.ch zusammen mit der Swico IG Imaging (der frühere Lieferantenverband ISFL) und verschiedenen Partnerfirmen zum Ziel gesetzt, alles daran zu setzen, dass den Fachfotogeschäften mindestens das ID-Bild erhalten bleibt. An der GV wurde nun ohne Gegenstimme darüber befunden, dass eine interne Arbeitsgruppe gebildet würde, welche die rechtlichen und politischen Möglichkeiten dieser Problematik nochmals überprüfen und geeignete Massnahmen treffen werde. Auch der entsprechende finanzielle Mehraufwand wurde im Jahresbudget 2013/14 oppositionslos gutgeheissen.

Ebenfalls positiv wurde die Zusammenarbeit mit Fotohistory.ch bewertet. Diese junge Vereinigung hat sich auf Initiative von Heiri Mächler und unter der Präsidentschaft von Hansjörg Grau die geschichtliche Aufarbeitung des Fotohandels zum Ziel gesetzt und sichert damit Dokumente, Objekte und Erinnerungen an eine Zeitgeschichte, die für spätere Generationen einmal von grosser Wichtigkeit sein könnten.

Für das begonnene Verbandsjahr hat sich der Imagingswiss.ch wiederum ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm vorgenommen, mit verschiedenen Aus- und Weiterbildungskursen, den gesetzlich vorgeschriebenen Pfeilern der Berufsausbildung, sowie gemütlichen und kontaktfördernden Treffen. Man spürt: Der neue Wind des Verbandes blässt in die richtige Richtung – Imagingswiss.ch realisiert viele interessante Ideen und bietet seinen Mitgliedern einen spürbar besseren Gegenwert als dies in früheren Jahren möglich war.

Wahlen standen im Zentralverband dieses Jahr keine an. Hingegen wurde Lisbeth Grimm für den unermüdlichen Einsatz im Sekretariat von den Vorstandskollegen mit einem Blumenstrauss geehrt.

 

Lisbeth Grimm erhält von Alex Mächler (links) und Beat Stapfer einen Blumenstrauss für ihre grosse Arbeit im Sekretariat

Eine weitere Aufgabe hat sich Imagingswiss.ch für das nächste Verbandsjahr auf die Fahne geschrieben: die Mitgliederwerbung. Um seine Ziele für den gesamten Fotohandel durchsetzen zu können, ist der Verband bestrebt auch möglichst alle Fachgeschäfte der Schweiz als Mitglieder zu gewinnen, die nachmalig von den vom Verband erreichten Vorteilen profitieren werden.

Urs Tillmanns

Weitere Informationen gibt es unter www.imagingswiss.ch

 

  1. Mächler Alex schreibt:

    Lieber Urs
    wie immer Tip Top, Dein Bericht über unsere GV. Vielen Dank für Deinen unermüdlichen Einsatz, uns Fotohändler auf dem Laufenden zu halten.
    Herzliche Grüsse
    Alex Mächler, Präsident von imagingswiss

    4. Mrz. 2013 | #

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