Urs Tillmanns, 4. Juni 2016, 09:00 Uhr

Buchtipp: Buchreihe des Schweizer Kameramuseums

Das Kameramuseum in Vevey gibt eine Buchreihe von sechs, eventuell sieben Bänden heraus, welche die Geschichte der Fotografie basierend auf der Sammlung des Museums dokumentiert. Es werden die wichtigsten Kameras, ihre Erfinder, die Verfahren sowie die Bilder epochaler Fotografen gezeigt und ausführlich beschrieben. Für das Gesamtwerk gibt es jetzt eine Subskription.

 

In den 35 Jahren seiner Existenz hat das Schweizerische Kameramuseum eine Sammlung geschaffen, die weltweit einzigartig und eine der ganz wenigen repräsentativen Kollektionen zur Geschichte der Fotografie ist. Dazu erscheint jetzt eine Buchreihe, welche nicht nur die im fünfstöckigen Museum gezeigten Kameras, Geräte und Bilder präsentiert, sondern es fliesst auch sehr viel Hintergrundwissen zur Geschichte der Fotografie mit in die sechs vorgesehenen Bände ein. Übrigens verfügt das Museum neben der permanenten Ausstellung über ein sehr grosses Lager an Objekten für Sonderausstellungen, eine umfangreiche Fotosammlung und ein auf Absprache zugängliches Dokumentationszentrum.

 

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Die sechs Bände erscheinen bis 2018, die einzeln bezogen oder als Subskription bestellt werden können. Am Schluss gibt es einen Schuber kostenlos dazu

Ziel der Buchreihe ist es einerseits, fotohistorisch Interessierten eine wertvolle Dokumentation anzubieten, anderseits aber auch dem Besucher des Museums eine bleibenden Erinnerung an seinen Museumsbesuch abgeben zu können. Kleiner Wermutstropfen: Die Buchreihe ist nur auf Französisch erhältlich.

 

Der erste Band ist bereits erschienen

Cameramuseum_aux_origines_coverDie Buchreihe deckt mit den sechs Bänden die wichtigsten Bereiche der Fotogeschichte ab. Sie beginnt mit der Vorgeschichte und der Erfindungszeit der Fotografie. Der bereits erschienene Band «Die Anfänge der Fotografie (Aux origines de Ia photographie)» deckt die Epoche des 18. und 19. Jahrhunderts ab und beschreibt, wie sich der Wunsch nach einem optisch-chemischen Verfahren zur Darstellung der Natur allmählich realisieren liess – zunächst mit optischen Zeichnungshilfen, wie die Camera obscura und die Camera lucida, bis es dann schliesslich gelang, mit lichtempfindlichen Substanzen das Bild der Kamera zu fixieren und letztlich in mehrfach kopierbaren Bildern weiterzugeben. Dabei wird auch jenen berühmten oder weniger bekannten Erfinden gedacht, wie Nicéphore Niépce, Louis Jacques Mandé Daguerre und Henry Fox Talbot oder eben Andreas Friedrich Gerber (als Schweizer Erfinder) und Hippolyte Bayard, der zum Stillschweigen gezwungen wurde. Die Anfangszeit der Fotografie war eine Pionierzeit der visuellen Kommunikation mit vielen interessanten Erfindungen, spannenden Arbeitsweisen und erstaunlichen Resultaten, die in diesem ersten Band der Buchreihe beschrieben und sehr gut illustriert dargestellt werden.

 

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Zeichenhilfen, wie die Camera obscura, waren im 18. und frühen 19. Jahrhunderts üblich, um Landschaften realistischer und ohne grosses Zeichentalent darstellen zu können

 

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Mit Hilfe einfacher Projektionen entstanden Schattenbilder von Personen und Gegenständen

 

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Nicéphore Niépce gilt als eigentlicher Vater der Fotografie. Ihm gelang 1826 die erste Fotografie der Welt

 

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Das fotografische Negativ, die wichtigste Erfindung, um Fotos vervielfältigen zu können, gelang dem Engländer Henry Fox Talbot

 

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Der erste Schweizer Fotograf, Johann Baptist Isenring, erhielt ein Patent für das Kolorieren seiner Daguerreotypien. Die Fotografie wurde farbig!

 

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Die Anfänge der Fotografie hinterliess uns prachtvolle und einzigartige Holzkameras, die im Museum in Vevey zu sehen sind

 

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Einige Verfahren, wie die Kollodiumfotografie, machte den Einsatz eines Dunkelzeltes notwendig, weil die Platten unmittelbar nach der Belichtung entwickelt werden mussten

 

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Betrachtungsgeräte, um Fotos mit Tages- und Nachteffekten zeigen zu können, waren in der Anfangszeit eine Sensation

 

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Nicht nur Kameras sind Thema des ersten Bandes, sondern auch die Ergebnisse, die damit geschaffen wurden: seltene Fotografien

 

Die Buchreihe – ein wichtiges Werk zur Geschichte der Fotografie

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Die geplanten sechs Bände sollen die Entwicklungsgeschichte der Fotografie nach sechs Wissensbereichen unterteilt abdecken. Es soll der Buchreihe einerseits eine wichtige Rolle der Dokumentation zukommen, andererseits enthält sie für den interessierten Besucher viele nützliche Zusatzinformationen, und sie als eine bleibende Erinnerung an seinen (vielleicht mehrmaligen) Museumsbesuch gedacht. Die Bücher erscheinen von 2016 bis 2018 im praktischen Format 20 x 23 cm und werden ergänzt durch einen Schuber, der die Bände zu einem Gesamtwerk vereint.

Diese Bände sind bereits geplant und derzeit in Arbeit:

1. Die Anfänge der Fotografie (Aux origines de Ia photographie)
Das Schweizerische Kameramuseum besitzt eine sehr reichhaltige Kollektion der frühen Apparate vor und zur Zeit der Erfindung der Fotografie. Diese sehr seltenen Geräte, deren Erfinder und die Bilder, die damit realisiert wurden, sind Thema dieses ersten Bandes.
110 Seiten, erschienen Februar 2016. Preis: CHF 25.–

2. Das Zeitalter der Fotoplatten (Au temps des plaques)
Der zweite, demnächst erscheinende Band umschreibt die Zeit, als in den Kameras noch keine flexible Filme sondern grosse und schwere Glasplatten belichtet wurden. Es gab eine Menge verschiedenster Verfahren, von denen einige die umständliche Entwicklung vor Ort in einem Dunkelzelt notwendig machten.
110 Seiten, erscheint Sommer 2016

3. Das Jahrhundert der Filme (Le siecle du film)
Mit der Erfindung des flexiblen Films war der Weg zur Popularisierung der Fotografie geöffnet. Dieser dritte Band wird die Entwicklung der Fotografie zum Publikumsmedium der visuellen Kommunikation dokumentieren, mit einer Vielzahl an faszinierenden und mehr oder weniger erfolgreichen Geräten und Verfahren.
110 Seiten, erscheint 1Q 2017

4. Die digitale Revolution (La revolution numerique)
Für uns heute ein Selbstverständlichkeit soll dieser vierte Band an die lange und hürdenvolle Zeit der digitalen Fotografie erinnern. Die frühesten Geräte sind bereits selten geworden, und wir erinnern und kaum noch an die Anfänge der Digitalfotografie und ihre Erfinder.
60 Seiten, erscheint im Sommer 2017

5. Laterna Magica (Laterna magica)
Die Bildprojektion war seit jeher eine sehr wichtige Begleitentwicklung der Fotografie, die es ermöglichte die Bilder, und später Filme, gleichzeitig einem grösseren Publikum vorzuführen. Das Kameramuseum besitzt eine sehr umfangreiche Sammlung schönster und seltenster «Zauberlaternen», die in diesem Band in Erinnerung bleiben sollen.
90 Seiten, erscheint Ende 2017

6. Schweizer Produktion (Les productions suisses)
Gab es in der Schweiz eine Fotoindustrie? Namen wie Engel-Feitknecht, Zulauf, Wild, Compass, Tessina oder Tellko, Typon und Cibachrome geraten allmählich in Vergessenheit, obwohl sie genialer Lösungen wegen und dem stolzen «Made in Switzerland» weltweit von den Fotografen und Fotoenthusiasten geschätzt wurden. Dieser Band soll sie aus der Vergessenheit holen.
130 Seiten, erscheint im Frühjahr 2018

7. Das Schweizerische Kameramuseum
Zum Abschluss der Buchreihe soll ein siebter Band über die Geschichte des Schweizer Kameramuseums erscheinen, die in Wort und Bild die ersten 35 Jahre der einzigartigen Kamera- und Bildersammlung des Schweizer Kameramuseums in Vevey festhält.
Erscheinung vorgesehen für Sommer 2018

 

Wo beziehen?

Jeder Band wird für CHF 25.– im Schweizerischen Kameramuseum in Vevey bestellt werden können. Der erste Band ist bereits erhältlich, der zweite in Kürze. Derzeit läuft eine Subscription für das Gesamtwerk für CHF 135.– welche einen Schuber für alle sechs Bände einschliesst. Bitte beachten Sie, dass alle Publikationen in französischer Sprache erscheinen. Übersetzungsausgaben sind derzeit nicht vorgesehen. Mitglieder des Schweizer Kmaeramuseums haben Vergünstigungen. Details zur Buchreihe finden Sie in diesem pdf oder sie erhalten Auskunft beim

Schweizerischen Kameramuseum
Grande Place 99, CH-1800 Vevey, Tel. 021 925 34 80

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