Gastautor/-in, 19. September 2017, 15:00 Uhr

Zenit-Comeback mit Leica-Elektronik?

Die Gerüchte über ein Comeback der russischen Kameramarke «Zenit» und einer möglichen Zusammenarbeit mit Leica häufen sich im Internet. Kommt Zenit nächstes Jahr mit einer Vollformatkamera, und wie steht es um die Verbindungen zu Leica? Horst Gottfried hat recherchiert …

Erste Informationen aus Russland tauchten im August 2017 auf. Sie basieren auf einem Bericht vom Moskauer «Radio 1» und einer Meldung der Agentur RNS über das Radio-Interview mit Igor Sergejew. Er ist stellvertretender Generaldirektor für Zivilproduktion und Konsumgüter der Mechanischen Fabrik Krasnogorsk (KMZ), in Fotografenkreisen besser bekannt durch ihre Kameras der Marken Zenit und Zorki.

2005 stellte Zenit seine Kamera- und Objektivproduktion ein und verschwand von der fotografischen Bildfläche. Da hatten sich Entwickler bei KMZ schon mit der Entwicklung von Digitalkameras beschäftigt, so etwa 2004 mit dem Pilot-Projekt einer Zenit 408 Digital-SLR.

Zwei Designstudien von Zenit, die digitale Spiegelreflexkamera Modell 408 von 2004 und das Modell Z1 von 2010. Quelle: www.zenitcamera.com

Laut Sergejew will KMZ 2018 wieder mit einer Kamera auf dem russischen wie dem Weltmarkt erscheinen und er erklärte: «Es wird eine vollformatige, spiegellose Digitalkamera sein». Sie soll in Kooperation mit einem «führenden westlichen Hersteller von Fotoausrüstung» entstehen, mit KMZ zuständig für die Objektivproduktion und dem ausländischen Partner für die Elektronik. Zum Preis sagte Sergejew, die wiederbelebte Zenit soll «definitiv teurer als ein iPhone» sein.

Jüngst berichteten nun sowohl Petapixel als auch Leicarumors von einer Verbindung zu Leica. Darauf deute eine Zenit-Insiderinformation aus einem Internetforum zu russischen Kameras hin. Die Elektronik der geplanten spiegellosen Zenit-Vollformat-Systemkamera könne auf der Leica SL mit 24-Megapixel-Sensor von 2015 basieren. Dazu würde die Information einer weiteren Leicarumors-Quelle passen, dass Leica-Mehrheitseigner Andreas Kaufmann sich bei Zenit finanziell engagiert habe.

Horst Gottfried

 

2 Kommentare zu “Zenit-Comeback mit Leica-Elektronik?”

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