David Meili, 6. November 2010, 09:29 Uhr

Kulturtipp: „Am besten bleibt man zu Hause“

Nahezu gleichzeitig mit Olaf Breuning (Galerie Nicola von Senger und Hotel Baur au Lac) eröffnet Linus Bill seine Ausstellung im freien Kulturraum Grand Palais bei der Berner Kunsthalle. Zwölf Jahre trennen Breuning (1970) und Bill (1982) altersmässig, doch nur beschränkt, was das fotografische Schaffen betrifft. Beide vertreten eine junge Generation von Fotograf/innen, die sich längst vom Fine Print nach amerikanischer Tradition abgewandt haben.

Auch bei Linus Bill, weiss man oft nicht, ob man Fotografien oder aus dem fotografischen „Blick“ interpretierte Malerei vor sich hat. Bill studierte an der HGKZ und lebt und arbeitet in Biel. Die Achse Biel-Zürich, im europäischen Vergleich ein Katzensprung, ermöglicht auch die Vernetzung zur innovativen Foto- und Kunstraumszene der Westschweiz. Dass sich Bill für seine „Solo Exhibition“ im sonst eher beschaulichen Bern festsetzte, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Doch was zeigt Bill? Es sind Fotografien, Fotogramme, in Siebdruck umgesetzt und vermutlich wieder Zurückrepoduziert. Zumeist grossflächige, farbintensive Abstrationen kommen auf die Besucher/innen zu. Auf dem Internet können sie nur unzureichend wiedergegeben werden, am muss sie vor Ort sehen und kann dann auch interessanten Menschen begegnen. Die Mehrdeutigkeit des Titels  der  Ausstellung gilt ebenso für das Werk von Linus Bill. Wer sich für jüngere Fotografie in der Schweiz interessiert, soll nicht zu Hause bleiben.

Linus Bill: „Am besten bleibt man zu Hause.“
Grand Palais, Bern, bis 19. November 2010

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