Urs Tillmanns, 28. Oktober 2011, 09:00 Uhr

VFS Berufsbildnertagung in Zürich: Ausbildner erfahren, worauf es ankommt

Am Mittwoch, 26. Oktober 2011 fand in der  Schule für Gestaltung Zürich die Berufsbildnertagung statt. Rund  50 Verteter von Ausbildungsbetrieben informierten sich über den Stand und die Treends in der Fotofachausbildung .

Interessenten aus rund 50 Ausbildungsbetrieben trafen sich zu einer Infoveranstaltung, welche der Verband Fotohandel Schweiz VFS ausschrieb, um über die Ausbildungsmöglichkeiten und Qualifikationsverfahren der Fotofachberufe, mit ihren Schwerpunktrichtungen «Beratung und Verkauf», «Fotografie» und «Finishing» wichtige Einzelheiten zu erfahren.

Die Referenten: Alex Mächler, Präsident des VFS, Marianne Glutz von der Schule für Gestaltung Zürich und Andres Meerstetter vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich

Alex Mächler, Präsident des Verbands Fotohandel Schweiz (VFS), eröffnete die Infoveranstaltung und begrüsste die Vertreterin der Berufsschule für Gestaltung, Zürich,  Marianne GlutzAndres Meerstetter vom Mittelschul- und Berufsbildungamt sowie die neugierigen Aktiven und Interessierten Teilnehmer aus der Fotobranche. Für viele war diese Veranstaltung die erste Kontakauftnahme mit dem Verband, um Informationen über die Prüfung der Fotofachleute aus erster Hand zu erhalten. Dabei waren einige verdutzt zu erfahren, dass in diesem Bildungsjahr viele das Qualifikationsverfahren nicht bestanden hatten.

Gespannt folgten rund 50 Fotofachhändler den Ausführungen über die Neuerungen in der Berufsbildung

Rektorin Marianne Glutz erläuterte den Bildungsauftrag der Berufsschule und Andres Meerstetter wies die Anwesenden auf die amtlichen Vorgaben sowie auf die aktuellen Hilfsmittel für Ausbildungsbetriebe hin, die im Netz zur Verfügung stehen würden. Alex Mächler informierte über das Vorgehen der PEX Prüfungsexperten und wies auf deren Verantwortung hin. Weiter gab er einen Einblick in die Tätigkeiten des Prüfungserarbeitungsteams, das sich gesamtschweizerisch zusammensetzt. Abgegeben wurde zudem ein Kompetenzblatt, das die verschiedenen Besonderheiten und Ziele der verschiedenen Fachrichtungen Fotografie, Finising sowie Beratung und Verkauf aufgezeigt, sowie eine Wegleitung, der sich wie ein roter Faden durch die Prüfungsabläufe hinzieht. Diese Dokumente stehen übrigens auf der Verbandsseite für Interessierte zum Download zur Verfügung.

Die Anregung einiger Zuhörer, dass die Prüfungsbilder als Muster für spätere Qualifikationsverfahren zur Verfügung stehen sollten, soll in den nächsten Wochen rechtlich geklärt werden.

Hansrudolf Meyer aus Wohlen AG zeigte anhand des letzten Qualifikationsverfahrens der Fachrichtung Fotografie auf, dass die grössten Schwierigkeiten darin bestanden, dass die Prüfungskandidaten die Aufgaben nicht richtig gelesen hatten. Die Anwesenden konnten anhand von aktuellen Benotungsblättern selbst Bewertungen von zwei verschiedenen Resultaten der Reportage 2011 vornehmen. Bei der anschliessenden Besprechung kamen verschiedene Ansichten zum Ausdruck, welche auch bei realen Bewertungen vorkommen.

Sämi Fankhauser von Foto Welti Altstätten erörterte daraufhin die Besonderheiten der Fachrichtung Finishing. Dabei wurden Musterbeispiele der Scan-Aufgabe 2011 vorgelegt, welche die sowohl Schwerpunkte als auch die Probleme verdeutlichten. Die Bildverarbeitung, eine wichtige Kernkompetenz des Finishers, zeigte unter anderem die Entwicklungen des Marktes und die aktuellen technischen Möglichkeiten auf. Expressservice, Indexerstellung sowie das Optimieren von Kundendateien oder auch eines Porträts, sind wichtige Bereiche, die geprüft werden. Bildbearbeitungen an verschiedenen Aufgaben zeigen auch die Fertigkeit im Umgang mit Photoshop auf.

Die Beurteilung von Prüfungsarbeiten des letzten Qualifikationsverfahrens führte zu angeregten Diskussionen

Insgesamt acht Stunden Gespräche und Beratung stehen in der Fachrichtung Beratung und Verkauf an. Mit realistischen Szenen, wie sie täglich an der Theke vorkommen, werden verschiedene Themen zur Aufgabe gegeben. Beispiele: «Was braucht es, um in einer Garage ein Fotostudio einzurichten?», oder «welches sind die Voraussetzung, um Architekturaufnahmen zu machen?» Auch das Fach «Peripherie», welches die Nutzung des Internets erfordert, wurde an realistischen Beispielen erläutert. Per Definition nimmt der Verkauf bei allen Fachrichtungen eine primäre Rolle ein, doch sind Anwendung und Bedeutung bei den verschiedenen Fachrichtungen sehr unterschiedlich.

Der Verband stellt auf seiner neuen Webseite www.imagingswiss.ch einen Modelllehrgang für Ausbildungsbetrieb kostenlos zur Verfügung, ein Hilfsmittel, das alle anwenden und nutzen sollten, die sich mit der Ausbildung in den Fotofachberufen befassen.

Die gelungene und sehr informative Veranstaltung wurde mit einem Apéro abgeschlossen. Sie wird am 14. November 2011 in St Gallen wiederholt, nachdem sie in Bern bereits stattgefunden hatte.

Text und Bilder: Heiri Mächler

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

3 Kommentare zu “VFS Berufsbildnertagung in Zürich: Ausbildner erfahren, worauf es ankommt”

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