Urs Tillmanns, 17. Februar 2009, 10:00 Uhr

Bald neue Integralfilme für Polaroid-Kameras?

Unter der Bezeichnung „The Impossible Project“ haben 12 meist frühere Mitarbeiter von Polaroid die einstige Filmfabrik im holländischen Enschede für 10 Jahre gemietet und die verbleibenden Einrichtungen gekauft, um darauf wieder Integralfilme für Polaroid-Kameras zu produzieren. Die Produktion soll noch in diesem Jahr anlaufen, denn 2010 sollen die Filme unter einem neuen Markennamen in den Handel kommen.

impossible-teamDie Gruppe von Wissenschaftlern und Technikern arbeitet seit Oktober 2008 fieberhaft an ihrem „unmöglichen Projekt“, wie sie das Vorhaben auf ihrer Webseite selbst bezeichnen. Die Zeit läuft (siehe Webseite oben rechts), das Jahr 2010 naht. Vieles muss neu erfunden und gegenüber den früheren Fabrikationsverfahreen verbessert und modernisiert werden. Es müssen neue Lieferanten gefunden werden, denn viele der früheren Partner gibt es nicht mehr, oder diese haben sich produktemässig, seit dem Ausstieg von Polaroid aus dem Filmgeschäft, neu orientiert.

Die Nachfrage nach Integralfilmen ist in den letzten Jahren, als Folge des Digitalbooms, enorm zurück gegangen. Während Polaroid früher rund 100 Millionen Integralfilme pro Jahr verkaufte, waren es 2007 noch rund 30 Millionen. Immer noch ein gutes Geschäft, müssen sich die 12 Enthusiasten gedacht haben, als sie sich entschieden das einstige Filmgeschäft von Polaroid unter neuem Namen wieder aufleben zu lassen. Weshalb ein neuer Name? Polaroid – oder das, was heute noch davon übrig ist – hat sich nach dem Ausstieg aus dem Sofortbildgeschäft im Juni 2008 völlig neu orientiert und bietet heute neben Sonnenbrillen elektronische Produkte aller Arten an. Kaum denkbar, dass Polaroid ihren Namen für das neue Produkt hergibt.

impossible-filmDie Nachfrage nach Filmmaterial für eine Milliarde noch funktionierender Polaroid 600er-Kameras – so schätzt „Impossible“ die Marktgrösse ein – dürfte ohne Zweifel bestehen, denn für gewisse Anwendungen ist das Sofortbild durch nichts ersetzbar. Von den Freaks und Sammlern ganz zu schweigen. „Impossible“ will den Film bis Jahresende produktionsreif haben und danach im ersten Jahr 3 Millionen und danach 10 Millionen Filme pro Jahr herstellen.

impossible-factory„Impossible“ sieht die Marktchance für Integralfilme von der Philosophie her ähnlich wie die Geschichte der Vinyl-Schallplatte. Es gibt Liebhaber, die sich trotz modernerer Tonträger für die gute alte Schallplatte entscheiden – und dies nicht zu knapp: Alleine in Deutschland sollen 2007 über 1,6 Millionen Schallplatten verkauft worden sein, obwohl diese seit Jahrzehnten totgesagt ist. Möglich, dass ein analoger Sofortbildfilm noch bessere Marktchancen hat, solange der Name „Polaroid“ immer noch als Synonym für Sofortbild steht.

Jedenfalls wünschen wir den „unmöglichen Projekt“ alles Gute und freuen uns, bald über die neuen Sofortbildfilme aus Holland berichten zu können.

7 Kommentare zu “Bald neue Integralfilme für Polaroid-Kameras?”

  1. Wieso werden Polaroid 600 Filme nicht mehr produziert?
    Ich habe eine neue Kamera gekauft und möchte gerne wissen, wie lange ich noch Filme kaufen kann!

    Hochachtungsvoll: Lukas-Martin Roithner

  2. die mangelhafte qualität von farb-polaroids konnte man bereits 1977 feststellen als kodak eine alternative bot. diese technik-von fuji wegen polaroids gewonnenem rechtsstreit übernommen und bis heute im einsatz, gewährten tadellose hauttöne. bin gespannt was impossible bieten wird. was noch fehlt ist eine digitalkamera mit eingebautem instant-drucker. vom polaroid po-go-system(kamera mit drucker rsp drucker alleine gibt es wiedersprüchliche qualitätsaussagen. einmal ist der drucker schlecht, das andere mal die bilder aus der kamera. man weiss nicht ob es produktionsschwankungen gibt. vielleicht könnte fotointern mal was testen. in den läden gibt es nicht mal bildbeispiele. das alte lied/leid. sich einfach nicht wundern wenn an sich geniale geräte zu ladenhütern werden. man hat oft das gefühl es gehe den kameraherstellern noch zu gut. von werbe-einfallsreichtum keine spur. geld dazu ist vorhanden nur die zündenden ideen fehlen. alles was man liest sind flotte sprüche. dies hauptprobleme der rezessiven presse ist die grassierende langeweile und destruktive reportagen.

  3. Ich warte schon ungeduldig auf die Nachricht,wo man die Filme erstehen kann.Ich werde solange ich arbeite garantiert Abnehmerin sein.Die Umstellung auf Digital ist in meinem Tätigkeitsbereich kontraproduktiv und zeitraubend.

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