Urs Tillmanns, 29. Mai 2009, 16:48 Uhr

Professional Imaging: Erinnert – am dritten Messetag

profoto_kl(update) Die Professional Imaging ist Vergangenheit, der letzte Messetag vorüber. Es war eine Produkte- und Leistungsschau, die eine rundum positive Stimmung ausstrahlte und nichts von Krise und Flaute erkennen liess. Wir haben uns nochmals auf die Pirsch gemacht und da und dort noch einige Besonderheiten entdeckt, die wir für Sie festhalten möchten.

vortrag_mayer_kl

Zweifellos war der Vortrag gestern Abend von Fred Mayer einer der Messehöhepunkte. Unglaublich, was der legendäre Luzerner Fotograf erlebt und mit seiner Kamera an die Nachwelt weitergegeben hat. Dabei hat er nicht nur fantastische Bilder gezeigt, sondern er hat es ebenso verstanden, die 150 Besucher mit seiner lebhaften Erzählung zu fesseln.

Heute Morgen hat die Messe eher ruhig begonnen. Erst gegen Mittag wurde klar, dass viele noch von den letzten Ausstellungsstunden profitieren wollten.

prontophot_klWir haben uns gleich zu Beginn den neuen Fotobuchkiosk bei Prontophot zeigen lassen, der hier erstmals öffentlich präsentiert wurde. Das Gerät ist nicht grösser als ein normaler Fotokiosk, doch druckt dieser nicht nur Bilder nach dem Thermosublimationsverfahren, sondern er leimt diese zusammen, fügt einen Umschlag hinzu und schneidet zum Schluss den Block zu einem fixfertigen Fotobuch. Das ganze kostet mit bis zu 30 Seiten mit 98 Bildern im Endverkauf knappe CHF 50.- und dauert vom Dateneinlesen bis zum Auswurf des fertigen Fotobuches nur 15 Minuten. Das Gerät kann entweder geleased oder gekauft werden und soll – laut Prontophot – eine sehr hohe Rendite abwerfen. Nachteil: Der Kunde kann die grafische Gestaltung nicht beeinflussen, doch macht das Produkt – gemessen an der kurzen Herstellungszeit und dem günstigen Preis – einen sauberen und gepflegten Eindruck.

sanmarco_klWeltneuheit auch bei San Marco: Hier wird das kleinste Minilab der Welt gezeigt, das nicht grösser ist als ein Fotokiosk. San Marco nennt es deshalb ein Minilab, weil die gleiche Software zur Verfügung steht, wie in den bekannten Minilabs von San Marco, zum Beispiel dem ebefalls neuen „MK dry“, das ebenfalls mit Thermosublimationsdruckern bestückt ist. In diesem Verfahren sieht Aman Sapra, Geschäftsführer von San Marco Technologies, auch die Zukunft, weil es chemielos und absolut qualitätsstabil arbeitet. Das kleinste Minilabs ermlöglicht Ausdrucke von 10×15 cm bis 20x30cm – letzeres allerdings mit einem Zusatzprinter.

Am Stand von Ilford waren die Papiere „Smooth Pearl“ und „Smooth Gloss“ aus der Galerie-Reihe jetzt auch im Blattformat mit einer neuen optisch kontrollierten, nanoporösen Beschichtung zu sehen. Das Papier weist einen grossen Farbraum von tiefem Schwarz bis zu strahlenden Hochlichtern auf und steigert so deutlich die Dynamik.

ilford_photovinyl_klDaneben gab  es bei Ilford noch ein anderes neues Material zu entdecken: Das Ilford „Photovinyl“, ein Fotomaterial auf reissfester Vinyl-Unterlage, das mit jedem digitalen oder analogen System belichtet werden kann und im normalen RA-4 Prozess entwickelt wird. Ein neues Material also, das zweifellos seinen Markt hat und einmal mehr beweist, dass die analoge Welt noch nicht völlig neuheitenlos ist. Das Ilford Photovinyl gibt es in Rollen bis 127 cm Breite, auf Wunsch und bei entsprechender Menge kann es auch als Blattware bestellt werden.

cewe_fotobuch_klDa wir gerade im Laborsektor sind, schauen wir auch noch bei CeWe Color rein. Blickfang ist hier das grösste Fotobuch der Schweiz, das für ein neues Produkt werben soll: Unter der Bezeichnung „Mein CeWe Fotobuch“ kann neu eine Qualität bestellt werden, die auf echtem Fotopapier ausgedruckt und mit einem festen Einband gebunden ist. CeWe fährt damit zwei Qualitäten, die der Kunde auswählen kann: Fotobücher, die mit der HP Indigo ausgedruckt sind und solche, die auf echtes Fotopapier geprintet sind – und das bis zumk XXL-Format von 30 x 42 cm im Hochformat. Noch mehr am CeWe-Stand: Auch das Sortiment der Boutique- und Spezialprodukte wird erweitert, vor allem mit verschiedenen Kalendern, die ebenfalls in Fotoqualität bestellt werden können.

fotomuseum_klZum Schluss noch ein Kontrapunkt zu dieser Neuheitenschau: Das Schweizer Kameramuseum Vevey war mit einer Ausstellung historischer Kameras präsent und zeigte einige Rosinen aus seiner vielfältigen Sammlung, die heute ihresgleichen in Europa sucht. Es feiert übrigens am 13. Juni sein 30-jähriges Bestehen und verfügt heute über einen Fundus der Kamerageschichte, der die Entwicklung von der Camera obscura bis zur modernen Digitalfotografie nahezu lückenlos abdeckt. Daneben zeigt das Kameramuseum immer wieder in der permanenten oder temporären Ausstellungen das, worum es in der Fotografie wirklich geht, nämlich das Bild.

Statement der Organisatoren der Professional Imaging:

Der Verband der Schweizer Branchenimporteure imaging.ch (Swiss Imaging Suppliers Association) ist mit dem Erfolg der Fachmesse Professional Imaging ’09 zufrieden. Während den drei Messetagen, vom Mittwoch 27. bis Freitag 29. Mai 2009, konnten gut 3’000 Besucher registriert werden, rund 10 Prozent mehr als während der letzten Messe im Jahre 2007. Besonders erfreulich war die Zahl der Besucher aus den Fachkreisen (professionelle Fotografen und Videoprofis). Enttäuschend gering war die Zahl der Fotohändler, die eigentlich zum primären Zielpublikum gehört hätten. Ausgerechnet in der heutigen Wirtschaftssituation würde man mehr Interesse aus diesem Kreis erwarten.
Die Organisatoren konnten viel Lob von den 48 Ausstellern (mit 51 Stände) wie von der Leitung der Messe Schweiz Zürich für die sehr schöne Präsentation in den Hallen 1 und 2 des Messezentrums in Zürich-Oerlikon ernten.
Die Professional Imaging 2011 wird voraussichtlich wieder am gleichen Ort im Mai 2011 stattfinden.
Jacques A. Staehli, Präsident, imaging.ch – Swiss Imaging Suppliers Association

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