David Meili, 28. Juni 2009, 09:09 Uhr

Positives, Tipps für Models und die besten Bilder von Valentino Rossi

Pressespiegel zum Wochenende vom 27./28. Juni 2009
Nachdem man nicht nur wöchentlich, sondern bereits täglich über Entlassungen, Vertragsauflösungen und Restrukturierungen in der Medienwelt berichten könnte, gingen wir auf die Suche nach Positivem. Wir finden es in Nischen und in Bereichen, die der Krise auf dem Inseratemarkt trotzen.

Auch wenn die Schweizer Illustrierte zunehmend an Profil verliert, wiegen ihre Beilagen den Verkaufspreis im Multipack von CHF 4.50 auf. Die gute Küche ist mehr als das Hobby von Verlagsdirektor Urs Heller. Ihre Vermittlung ist für das Team von al dente eine Passion. Die aktuelle Ausgabe vom 26. Juni ist der Urschweiz gewidmet. Die zwanzigseitige Reportage enthält nicht nur Adressen für den dicken Geldbeutel. Gewürdigt wird ebenso die gastronomische Kleinkunst. Der Text stammt von Peter Ruch, die hervorragenden Porträts, die Ambiance und Menschen verbinden von Charles Seiler.

Home-Cooking bei  Sven Epinay wird im Beitrag von Redaktionsleiterin Isabel Notari mit Bildern von Kurt Reichenbach begleitet. In der Wohnküche von Epinay wäre man gerne einmal eingeladen, im Gegensatz zum Fernsehstudio, wo „Studi“ beim Abschmecken auch schon die Finger abgeschleckt hat.  Für al dente zu arbeiten, ist ein Privileg, selbst für renommierte Food-Fotografen wie Dave Brüllmann und schreibende Köche wie Ivo Adam.

090629_revueschweizEin anderes Segment erschliesst „Schweiz, Das Wandermagazin„, als Monatsrevue mit einer langen, oft auch leidvollen Geschichte. Der Rothus-Verlag in Solothurn hat unter Chefredaktor Toni Kaiser ein attraktives Konzept gefunden. Zielgruppe sind die selbst von Schweiz Tourismus lange vernachlässigten „roten Socken“. Dass Wanderer/innen aus dem In- und Ausland überdurchschnittlich gebildet, einkommensstark und qualitätsbewusst sind, hat die Werbewirtschaft bis heute erst zum Teil begriffen.

Dennoch überlebt SCHWEIZ, mit Themennummern, dem spürbaren Herzblut von Toni Kaiser und dem Engagement des Fotografen Christof Sonderegger. Kaiser fotografiert auch selbst. Seine Aufnahmen vom Gantrisch lassen vergessen, dass man diese Aussichten nur nach mühseligen Aufstiegen über Grashänge erkämpft. Jede Nummer von die SCHWEIZ bietet einen heraustrennbaren Serviceteil in der Papier- und Druckqualität eines hochwertigen Buches an. Raffiniert, hier findet sich Footer-Werbung, die bleibt. Vielleicht „chäcken“ diesen Mehrwert selbst Werber im Zürcher Seefeld.

090629_beobachterDer Beobachter befasst sich in seiner Ausgabe vom 26. Juni mit Risiken und Chancen einer Karriere als Model. Der Beitrag von Gian Signorell ist seriös recherchiert, durch Bilder von Gerry Nitsch illustriert und spricht sowohl Eltern als auch Teenies an, die von einer Karriere als Model träumen. Barbara Eberle, die für Elite Model Look den wichtigsten Nachwuchswettberwerb in der Schweiz betreut, dürfte einige Illusionen zerstören. Gefragt sind für den Laufsteg Mindestmasse und sehr schlanke Statur. Zu dieser kommt man auch nicht mit Hungerkuren, da sie vor allem durch Feingliedrigkeit bestimmt wird. Eberle weist jedoch darauf hin, dass interessante Gesichter gefragt sind.

Signorell ist der Frage nachgegangen, ob es für den Einstieg Sed-Cards oder gar ein Seminar im Betrag von gegen CHF 1 000.- braucht, wie es von einzelnen Agenturen angeboten wird. Anita Buri hat nie einen Kurs besucht und konnte dennoch den Sprung in eine internationale Karriere wagen. Den meisten Agenturen genügen für ein erstes Urteil gute Amateuraufnahmen oder in einem Studio entstandene Porträts und Ganzkörperaufnahmen.

Offen bleibt im Beitrag, weshalb die professionellen Agenturen in der Schweiz nicht über gemeinsame ethische Richtlinien verfügen. Zudem kann man auch Modeln, ohne über Traummasse zu verfügen. Am meisten Chancen haben Quereinsteigerinnen. Im Sport zum SonntagsBlick findet man eine Reportage über den Schulalltag der Kunstturnerin Ariella Kaeslin mit Bildern von Sven Thomann. Mit ihrem Leistungsausweis, ihrer  sympathischen Ausstrahlung und ihrer Bescheidenheit hat Kaeslin ein grosses Potenzial für Sponsoring und Werbung.

Nur ein Teil der Schweizer Motorradszene bedauert das Ausscheiden von Tom Lüthi in Assen. Die wahren Fans mit Affinität zu Italien drückten Valentino Rossi die Daumen, selbst wenn er auf eine fernöstliche Marke setzt. Für die Sportfotografie sind Motorradrennen eine Königsdisziplin, schnell, unberechenbar und ohne langjährige Erfahrung hat man keine Chance, in der Weltklasse (der Fotografen) mitzuhalten.

Der SonntagsBlick enttäuscht. Vom Sieger gibts ein Kinderporträt aus dem Archiv und ein missglückter Schnappschuss. Die NZZ am Sonntag hat die Chance gepackt und überzeugt mit einem ganzseitigen Cover von Vincent Janninck (AFP).

P. S. Wir haben Michael Jackson vergessen. Ein Kollege beim SonntagsBlick hat uns eine Jackson-freie Zeitung versprochen und sein Versprechen für dieses Wochenende beinahe eingehalten. Nach einem Special des Blick am Abend verwurstet der Blick das Thema nochmals in einer Beilage zum SonntagsBlick. Die kann man ebenso ungeblättert wegwerfen, wie man den weltumspannenden Kommentar Chefredaktor Hannes Britschgi in der Hauptausgabe rasch wieder vergisst.

Und noch etwas Erfreuliches. Miss Schweiz Kandidatin Tabea Schulthess hat uns den Kommentar der Vorwoche offensichtlich nicht übel genommen. Selbst aus dem stressigen Missen-Lager hat sie per Facebook die Freundschaft bestätigt. Heute Vormittag lag die Zürcher Oberländerin in der Publikumsabstimmung auf Platz zwei. Alles Gute, Tabea, und zweitplazierte Missen machen mehr aus ihrem Titel.

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