Urs Tillmanns, 9. August 2009, 07:00 Uhr

Mister E informiert: die Geschichte der Olympus PEN.

«Mister E» (Christian Reding) führt hier in loser Folge seine beliebte Serie «Mister E informiert» aus der früheren gedruckten Form von Fotointern weiter – jetzt in digitaler Form. In dieser Ausgabe berichtet er über die Geschichte der PEN-Familie, dessen jüngste Tochter jetzt auf den Markt kommt und bereits heute das Zeug zur Kultkamera hat. Lesen Sie hier, wie es dazu kam:

Geburtsjahr 1959
Vor 50 Jahren erblickten einige Dinge das Licht der Welt, welche bis heute in lebendiger Erinnerung bleiben. Mattel’s Spielpuppe «Barbie» zog in die Spielzimmer wohlbehüteter Mädchen ein, der erste Austin «Mini» rollte über die Strassen Englands, die erste Folge von «Bonanza» wird von NBC im US-TV gezeigt. Im gleichen Jahr startet auch die bis heute beliebte Comic-Reihe «Astérix le Gaulois» und in der Schweiz öffnet das Verkehrshaus seine Pforten.

yoshihisa-maitani_kl11959 war auch für die Japanische Firma Olympus prägend: Yoshihisa Maitani, ein junger Kamera-Designer, entwarf eine äusserst kompakte Kamera, welche in der Bedienung so einfach wie ein Stift (engl. «Pen») war und dabei nicht mehr als einen durchschnittlichen Monatslohn (damals rund 6’000 Yen) kostete. So kam die erste «Olympus PEN» auf den Markt.

Yoshihisa Maitani zeichnete sich sowohl für die Olympus PEN-Kameras wie auch für die späteren Spiegelreflexkameras der OM-Serie verantwortlich.

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Die Kultkamera und ihr Hightech-Nachfolger: der Charme der frühen Sechzigerjahren lebt in der E-P1 von 2009 (links im Bild) weiter.

Hervorragende Optik für doppelte Bildanzahl
Der ersten PEN-Kamera folgten weitere Modelle. Nebst der praktischen Kompaktheit bestach auch das erstmals verwendete «Halbformat» die Käuferschaft: Dadurch, dass das Negativ nur zur Hälfte genutzt wurde, konnte man mit einer PEN auf einen 36er-Film 72 Fotos belichten. Die Bildbrillanz wurde durch den Einsatz hochwertiger ZUIKO-Objektive gewährleistet. 1963 wurde dann die erste PEN mit Wechselobjektiven vorgestellt: die «PEN F». Die PEN F und die kurze Zeit später vorgestellte PEN FT (mit TTL-Messung) galten lange Zeit als erste Wahl bei (Reise-) Reportagen, bei denen hohe Qualität bei schlankem Equipment erste Priorität genoss. Geradezu Revolutionär war der damalige Rotationsverschluss und der Porro-Sucher, beides Innovationen, welche eine so kompakte SLR überhaupt erst ermöglichten.

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Die neue PEN «E-P1» mit 17mm 1:2,8 M.ZUIKO DIGITAL Objektiv und dem optionalen optischen Aufstecksucher

Den Geist von damals neu aufgeweckt
An der Photokina 2008 präsentierte Olympus die Designstudie einer neuen Kamera-Generation, welche den Startschuss für Olympus‘ erste Kamera im «Micro FourThirds»-Standard gab. Wilde Spekulationen und Gerüchte über die Spezifikationen und das definitive Design dieser neuen Kompaktkamera mit Wechselobjektiven machten fortan in den einschlägigen Seiten des Internets die Runde. Ein Blogger schrieb dazu: «Olympus, please turn the PEN F into the MFT-Camera we’ve been dreaming of!». Er ahnte wohl nicht, wie nah sein Wunsch an die geheimen Entwicklungen bei Olympus kam …

Moderne Zeiten: der Bildstabilisator (IS) der E-P1 kann bis 4 LV-Stufen ausgleichen und ist auch dann verfügbar, wenn Objektive anderer Hersteller oder die manuellen ZUIKO OM-Objektive adaptiert werden.

Am 16. Juni 2009 ist es dann endlich soweit: Olympus präsentiert in New York, Tokyo und Berlin die Weltneuheit. Optisch stark an Maitani’s PEN F angelehnt, überrascht die neue Kamera mit Retro-Design und Hightech-Innenleben. Es ist keine Spiegelreflexkamera – dazu fehlt ihr der platzraubende Spiegelkasten und das grosse Dachkant-Prisma. Es ist keine Kompaktkamera – die Neue bietet die Möglichkeit, das Objektiv zu wechseln. Es ist eine PEN.

50  Jahre in einem Film
Zum 50-Jahr-Jubiläum der PEN-Serie hat Olympus einen sehenswerten Kurzfilm gedreht, der die Zeitspanne von 50 Jahren eindrücklich visualisiert.

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Der Stopmotion-Movie zum 50-Jahr-Jubiläum der PEN (1959-2009) ist das Ergebnis von rund 60’000 Einzelbildern, 9’600 Prints und einer aufwändigen Vorbereitungs- und Dreharbeit, die mit drei Olympus E-3 Kameras in rund 300 Arbeitsstunden realisiert wurde. Um die Aussenaufnahmen mit dem anschliessenden räumlichen Auslegen der Bilder abzustimmen, wurden viele Szenen rückwärts geschossen und häufig auch rückwärts gelegt. Für die Paraglider-Szene wurde dieser in der recht ebenen Landschaft Norddeutschlands mit einer Winde auf 150 Meter hochgezogen und landete dann sogleich auf einem Sportflugplatz. Der Film ist beim Youtube-Publikum sehr beliebt: Er wurde bereits über eine Million Mal aufgerufen und von über 4’500 Personen bewertet. Er ist mit 5 Sternen ausgezeichnet.

Weitere Infos
Spannendes rund um die analogen Olympus PEN erfahren Sie auf der eigens dafür eingerichteten Website http://www.world-of-pen.com

Mehr Details zur bereits in kleinen Stückzahlen lieferbaren E-P1 gibt’s hier.

Olympus Schweiz AG
Chriesbaumstrasse 6
CH-8604 Volketswil
Tel. 044 947 67 70

4 Kommentare zu “Mister E informiert: die Geschichte der Olympus PEN.”

  1. Als Industriefotograph arbeite ich noch heute mit der bestbewärten Olymps pen FT am „Olympus Microskop“
    Noch nie hattzte ich eine so ausgezeichnetes System mit allem drum und dran ohne jeglich macken und tücken,
    Bin hell begeistert für die neue Digitalversion, und noch andere sondermodelle.
    Herzliche Gratulation.

  2. Wenn eine einzigartige Kamera zur Kultkamera wird dann ok. So könnte man auch das Pentax-K-System rsp deren Kameras als Kultobjekte bezeichnen. Das System welches Olympus bzgl. Grösse übertrumpfte. Was sagte aber doch damals der Zeiss-Vertreter? Man kann keine hochwertigen Linsen so klein produzieren. Hoffentlich heute in den Olympus 4/3 und m4/3-Systemen. Die E-P1 wäre schlicht genial wenn man sie stereosynchron Blitz-koppeln könnte. Sind sind bereits Versuche im Gang. Besser wäre wenn die Hersteller bereits vorher daran denken. Hallo Samsung! Letztere hätte dann bestimmt eine grössere Stereobasis als die E-P1(ca. 90mm). Zum Vergleich: Fuji 3D-W1=77mm Stereobasis. Mein Canon a590is-System-vertikal: 55mm. Je kleiner die Basis desto näher kann man ran. 77mm ist gut für die 3D-Betrachtung am autostereokopischen Bildschirm, auch wenn das Motiv eigentlich zu nah ist, aber schlecht für nähere Motive. Im September/Oktober werden wir näheres wissen. Keine Fuji 3D in BRD/CH vor dieser Zeit.

  3. Für all jene, die sich nicht mit der (zugegebenermassen kleinen) Sparte der Stereofotografie befassen und deshalb vermutlich auch noch nie etwas von „Stereobasis“ gehört haben:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Stereoskopie
    Ob eine PEN (oder auch sonst eine Kamera) ab Werk jeder Fotosparte gerecht werden muss, sei nun mal dahingestellt… 😉
    Gruss, Christian

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