Urs Tillmanns, 28. Februar 2010, 07:00 Uhr

5 Jahre www.fotoflohmarkt.ch – wie es dazu kam

Seit fünf Jahren gibt es eine Schweizer Webseite für den Gebrauchtwarenmarkt von Fotogeräten. Wie funktioniert diese Seite, für wen ist sie gedacht, und wer steht dahinter? Wir haben uns mit Martin Bissig unterhalten, der diese Seite vor fünf Jahren gegründet hatte.

Herr Bissig, wie und wann sind Sie auf die Idee gekommen, diese Dienstleistung zu lancieren?

Die Seite fotoflohmarkt.ch wurde im Jahre 2005 aus einer Not heraus in kurzer Zeit realisiert. Damals hat sich fotoline.ch (das heutige fotointern.ch) entschlossen, ihre Online-Gebrauchtwarenbörse einzustellen. Als Fotograf und aktiver Nutzer dieser Dienstleistung war mir klar, dass es in der Schweiz eine kostenlose Alternative braucht. Innert weniger Wochen war die Seite programmiert und aufgeschaltet und konnte bereits von Beginn an hohe Besucherzahlen aufweisen. Die meisten damaligen Besucher kamen direkt über einen Link bei fotoline.ch rüber.

Wer sind Ihre Kunden? Wer kauft und wer verkauft? Und wie steht es mit deren Zufriedenheit?

Fotoflohmarkt.ch ist eine Seite von Fotografen, für Fotografen. Von der alten Dialeinwand für den Heimgebraucht bis hin zur kompletten Profi-Studio-Ausrüstung wird alles gekauft und gesucht. Unsere Besucher kommen aus allen Bereichen der Fotografie, sowohl der Student wie auch der Profi nutzt diese Dienstleistungen. Als Verkäufer aktiv sind auch einige namhafte Schweizer Fotografinnen und Fotografen. Namen möchte ich keine nennen. Wer aber ein bisschen auf der Seite rumsurft findet das eine oder andere gebrauchte Stück von Verkäufern mit bekannten Namen. Ich erhalten praktisch kein negatives Feedback zu der Seite. Ich kann also davon ausgehen, dass die Benutzer im Grossen und Ganzen zufrieden sind.

Gebrauchtwarenhandel ist ja eine heikle Sache. Ist die Ware schlecht und der Kunde enttäuscht, schadet das ja dem Ruf der Webseite. Wie sind diesbezüglich Ihre Erfahrungen?

Wenn man sich die Anzahl der Transaktionn ansieht, sieht die Bilanz ausserordentlich erfreulich aus. Mir ist bloss ein einziger Betrugsfall bekannt. Es trägt sicher dazu bei, dass fast alle Kontakte innerhalb der Schweiz stattfinden und die Ware wohl oft auch persönlich begutachtet und dann bar bezahlt wird. Zudem lebt die Seite auch von aufmerksamen Mitgliedern. Sollte mal ein auffälliges Inserat auftauchen wird mir dies meistens rasch mitgeteilt. Die Anzeige wird dann geprüft und nötigenfalls sofort gelöscht. So habe ich bis jetzt sehr gute Erfahrungen gemacht.

Welche Einschränkungen gibt es?

Solange der verkaufte oder gesuchte Artikel etwas mit Fotografie zu tun hat und von Privatpersonen stammt, darf er auf der Seite kostenlos veröffentlicht werden. Es gibt Grenzfälle wie Ankündigungen für Veranstaltungen oder Angebote kommerzieller Händler. Ich setze mich dann mit den Inserenten in Verbindung und versuche, eine Lösung zu finden.

Wie finanziert sich eine solche Webseite?

Ein Teil der Server-Kosten wird durch Werbung finanziert. Der Arbeitsaufwand und die restlichen Kosten sind finanziell nicht gedeckt und ich sehe das als persönliches Hobby an. Geld verdienen lässt sich mit dem Projekt nicht, aber das war auch nie die Idee und Absicht hinter der Seite.

Wie hat sich die Webseite seit 2005 entwickelt?

Sehr erfreulich. Die Besucherzahlen steigen stetig, wenn auch nicht rasant, an. Zur Zeit besuchen jeden Monat knapp 30’000 Besucher die Seite. Zu Beginn waren es etwa 10’000 Besucher im Monat. Viele davon sind ‚Wiederholungstäter‘ und besuchen fotoflohmarkt.ch direkt und nicht etwa zufällig über Suchmaschinen.

Wer sind Ihre Mitbewerber?

Ein vergleichbares kostenloses Konkurrenzprodukt gibt es eigentlich nicht. Ricardo oder ebay sind natürlich gross im Kleinanzeigen- bzw. Auktionsmarkt vertreten. Die Seite fotoflohmarkt.ch setzt sich gegenüber diesen Angeboten jedoch in zwei markanten Punkten ab: erstens ist fotoflohmarkt.ch absolut kostenlos und wird es auch in Zukunft bleiben, zweitens können Benutzer nicht nur Artikel verkaufen sondern auch eine Suchanzeige aufgeben.

Gedenken Sie die Webseite weiter auszubauen?

Im Moment sind keine Erweiterungen geplant, da die Seite reibungslos funktioniert und meiner Meinung nach alle wichtigen Funktionen enthält. Sollte ich merken, dass seitens der Mitglieder Anregungen für neue Funktionen gewünscht werden, kann ich mir einen Ausbau der Angebots jedoch gut vorstellen.

6 Kommentare zu “5 Jahre www.fotoflohmarkt.ch – wie es dazu kam”

  1. Besten Dank für das nette Feedback! Um das Sicherheitsrisiko zu minimieren musste ich gewisse Länder vom Besuch der Webseite ausschliessen. Leider waren vermehrte Zugriffe aus China, Indien und Brasilien zu verzeichnen. Da die Seite sich ja in erster Linien an Personen aus dem deutschsprachigen Raum richtet, habe ich Länder, woher bekanntlicherweise die Attacken herkommen, ausgeschlossen. Beste Dank für das Verständnis und weiterhin viel Spass beim Surfen auf fotoflohmarkt.ch!

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