David Meili, 30. Juni 2010, 08:58 Uhr

The Impossible Project: Premiere in Arles

The Impossible Projekt, das Unternehmen zum Wiederbeleben der analogen Technik von Polaroid wagt einen mutigen Schritt. Vom 5. bis zum 13. Juli 2010 werden die bis anhin produzierten Filme und die ersten Resultate in Bildern an den Rencontres d’Arles präsentiert und mit Experten diskutiert.
(Bildnachweis: Coco Amardeil, The impossible Project)

Nach der Versteigerung eines Teils der Unternehmenssammlung von Polaroid bei Sotheby’s und der damit verbundenen Publizität für die Technik des Sofortbilds als wertvolles Kulturgut sind die Erwartungen hoch. Der Anlass ist eingebettet in Referate und Workshops, an denen unter anderen Persönlichkeiten der Szene auch  William Ewing (Musée de l’Elysée, Lausanne) teilnimmt, einer weltweit renommiertesten Spezialisten. Es versteht sich, dass Florian Kaps, Gründer von The imposssible Project als Promotor und Gesprächspartner zur Verfügung stehen wird (Konferenz vom 8. Juli).

Man wird Neues erfahren und lernen. Offen ist die Frage, ob der europäische Teil der Sammlung, der sich offensichtlich noch im Musée de l’Elysée befindet, auch als Teil der Konkursmassse der früheren (Zwischen-)Besitzerin von Polaroid versteigert werden muss. Beispiele aus der Sammlung werden in Arles ausgestellt. Unterstützung erhält Ewing bei seinem Kampf durch Clément Chéroux, Kurator am Centre Georges Pompidou, der vehement für einen Verbleib der Werke in Europa und in öffentlichem Besitz votiert, da viele der Fotografen zumindest europäische Wurzeln haben und die Aufnahmen auch Teil unseres kulturellen Erbes sind.

Unklar ist, wie weit die Nachlassverwalter in den USA Zugriff auf die sich in Europa befindlichen Werke haben. Mit der Ausstellung Klassikern in Arles setzen die europäischen Museen und Kuratoren ein Zeichen. Sind Meisterwerke der Fotokunst Handeslware oder Kulturgut von öffentlichem und vielleicht sogar nationalen Interesse? Zudem entstand im Umfeld der Versteigerung bei Sotheby’s eine  Diskussion, ob nicht auch die lebenden Künstler an der enormen Wertsteigerung ihrer Aufnahmen beteiligt werden müssten?

Brisant sind zudem Fragen der restauratorischen Erhaltung der Bilder, die alle Unikate sind. Bis heute wurden auch kaum technisch übereugende  Lösungen für die Sicherstellung und Reproduktion entwickelt. Mit der Tagung an den Rencontres wird man unter südlichem Himmel bis in die Morgenstunden diskutieren und fotografieren können. The impossible Project hat das Interesse am Sofortbild als eigenständige Kunst neu geweckt.

Les Rencontres d’Arles, ab 7. Juli 2010 in Arles
Site zur Ausstellung und Konferenz vom 8. Juli 2010
Hinweis:
Offizieller Wiederverkäufer der „Impossible“-Filme für die Schweiz ist ars-imago in Zug. Die Produktionslinie für SX-70 ist bereits ab Lager verfügbar.

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