Urs Tillmanns, 27. Dezember 2010, 13:00 Uhr

Landesmuseum Zürich verlängert die Ausstellung «Soie pirate»

Wegen des grossen Publikumsinteresses und über 30’000 Besuchern in den ersten neun Wochen wird die Ausstellung «Soie pirate. Textilarchiv Abraham Zürich» im Landesmuseum Zürich um eine Woche verlängert. Von besonderem Interesse sind die hervorragenden und weitgehend unbekannten Modefotografien aus dem 1950er- und 60er Jahren. Die Ausstellung dauert nun bis 20. Februar 2011.

Bereits die sehr gut besuchte Vernissage liess einen grossen Publikumszuspruch erahnen. Dieser Eindruck bestätigte sich: In den ersten neun Wochen haben über 30‘’000 Personen die Ausstellung besichtigt und sich in die Welt der Textilien und Mode des 20. Jahrhunderts entführen lassen. Zudem wurden über 170 Führungen und 30 Workshops zur Ausstellung besucht.

Pierre Balmain, Sommer 1952. Fotograf André Ostier-Heil

Auch aus fotografischer und fotohistorischer Sichtweise ist die Ausstellung sehr interessant, wie David Meili bereits in seinem Besuchsbericht erklärte. «Die Fotosammlung des Nachlass umfasst allein 2’600 Modefotografien aus unterschiedlichen Perioden. Am besten abgedeckt sind die fünfziger und sechziger Jahre als vermutlich interessanteste Epoche der Modefotografie. Dem Forschungsteam gelang es, innerhalb von nur zwei Jahren einen Teil der Bilder aufzuarbeiten. Diese Leistung ist bemerkenswert, denn über die Fotografen der Haute Couture gibt es auch internatinal wenig Forschungsarbeiten und noch unbekannter sind die Models.

Yves Saint Laurent, Sommer 1967. Fotograf unbekannt

In der Ausstellung finden sich identifizierte und datierte Aufnahmen von André Ostier-Heil, Willy Maiwald, der Brüder Tom und Jean Kublin und Gian Paolo Barbieri, der aus îhrem Atelier seine eigene Karriere aufbaute. Die Bilderwand mit Modefotografien aus unterschiedlichen Epochen, zum Teil identifiziert, zum Teil unbekannt zeigte bereits der Vorbesichtigung der Ausstellung durch die Presse Erfolg. Die Korrespondentin einer deutschen Modezeitschrift erkannte die Autorschaft einer Fotografie eindeutig, und sie wird in die Nachbearbeitung des umfangreichen Katalogs einfliessen.

Fotohistorisch interessant ist auch der Produktionsprozess der Seidenstoffe. In anschaulichen Beispielen erfährt man die einzelnen Stufen und Verfahren wie Lithographie und Siebdruck.»

Christian Dior, Sommer 1950. Fotograf Willy Maywald

Das Landesmuseum freut sich über die vielen positiven und anregenden Reaktionen zur laufenden Ausstellung. So sieht und hört man Besuchende in der Ausstellung über die Qualität und die Vielfalt der Dessins der Stoffe staunen. Oft zu hören ist das Bedauern darüber, dass die Firma Abraham nicht mehr existiert.

Die zweibändige Publikation zur Ausstellung wie auch die Nachdrucke von Abraham Stoffen finden regen Absatz: Vom Animal Print über Paisley bis zu den Blumenmustern gingen bereits rund 520 Meter über den Verkaufstisch. 7 von 17 ausgewählten Stoffen mussten teilweise bereits mehrfach nachbestellt werden und freuen sich weiterhin grosser Beliebtheit.

Auch im neuen Jahr gibt es die Gelegenheit, an einer Veranstaltung des umfangreichen Rahmenprogramms teilzunehmen. Unter anderem: «Ins beste Licht gerückt» am Mittwoch, 12. Januar 2011. Es diskutieren Urs Stahel (Direktor Fotomuseum Winterthur) und Annelie Lütgens (Kuratorin Kunstmuseum Wolfsburg) unter Moderation von Sigrid Pallmert (Kuratorin) über die Rolle, Bedeutung und die Macht der Fotografie in der Modewelt.

Informationen zum Begleitprogramm und zur Ausstellung unter www.soiepirate.ch.

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