Urs Tillmanns, 18. Februar 2011, 07:00 Uhr

Heute live aus Tokyo: Fujifilm Square

Haben Sie nach dem gestrigen Besuch des JCII Kamera Museums noch Lust auf mehr historische Kameras? Dann lohnt sich ein Abstecher zum «Fujifilm Square», dem Besucherzentrum von Fujifilm. Hier gibt es eine schöne Kamerasammlung und drei Wechselausstellungen zu sehen.

«Fujifilm Square» nennt sich der Besucherbereich des Fujifilm Hauptquartiers in Tokyo. Der moderne Gebäudekomplex an der Akasaka 9-chome in Minato-ku ist wenige Minuten von der U-Bahnstation Roppongi gelegen.

Hier kreuzen sich die beiden U-Bahnhöfe der Hibyia- und der Oedo-Line. Wählt man in der Station der Oedo-Line den Ausgang Nummer 8, so kommt man direkt vor den Eingang des Fujifilm Square. Der Weg ist übrigens auf der Webseite des Fujifilm Square sehr gut dargestellt.

Drei Fotoausstellungen und ein Museum

Im Fujifilm Square dominiert der Ausstellungsbereich, der sich gleich hinter der Rezeption mit den freundlichen und englisch sprechenden Empfangsdamen befindet. Zurzeit sind hier drei Ausstellungen zu sehen:

Die mystischen Waldlandschaften, die Kazuhiro Kotaka alle mit 20 x 25 cm Diafilm fotografiert,

dann in einer zweiten Ausstellung die stimmungsvollen Landschaften von Ochii Syunichi

und schliesslich die Bilder des Murou-ji Tempels des klassischen Fotografen Ken Domon.

Blick auf die Kamerasammlung im Fujifilm Square. An der Wand sind die Bilder von Ken Domon ausgestellt

Und damit sind wir bereits im geschichtlichen Teil des Fujifilm Square angekommen. Hier sind in mehreren Vitrinen Kameras aus allen Epochen untergebracht und fein säuberlich beschriftet – auf Englisch allerdings nur dürftig. Gross ist es nicht, das Kameramuseum von Fujifilm, aber es macht einen sehr gepflegten Eindruck, zumal sämtliche Kameras funktionieren, wie Hisashi Hamada bestätigt, der für das kleine Museum zuständig ist.

Kostbarkeiten von einer japanischen Camera obscura zu sehr schönen Daguerreotypien und Ferrotypien

Dabei sind es beileibe nicht nur Kameras aus der Produktion von Fujifilm, wie man in diesem Hause vermuten könnte, sondern es ist eine recht umfassende Ausstellung der 300 wichtigsten Kameras von insgesamt 700, mit denen die Entwicklung der Fototechnik aus der Vorzeit mit einer frühen japanischen Camera obscura bis zu den aktuellsten Modellen dokumentiert wird. Mit dabei sind einige Besonderheiten, wie beispielsweise eine Sammlung von Objektiven, eine solche von Fotobroschen und eine Vitrine mit optischen und chemischen Belichtungsmessern.

Eine Kodak No 1, verschiedene Spiegelreflexmodelle und eine prachtvolle Kodak Ektra-Ausrüstung

Das digitale Zeitalter beginnt mit der Fujifilm DS-1P, der ersten digitalen Serienkamera mit wechselbarem Speichermedium

Mit berechtigtem Stolz zeigt uns Hisashi Hamada die DS-1P aus dem Jahre 1988 als erste Digitalkamera, die digitale Daten – nicht analoge Videosignale, wie die früheren Still-Videokameras – auf einem wechselbaren Datenträger aufzeichnet. In Europa kaum bekannt, wurde diese Kamera auch vom «National Museum of Nature and Science, Tokyo» als Meilenstein der Fotogeschichte ausgezeichnet.

Neben dem kleinen Museum gibt es eine «Touch & Try»-Section, in welcher alle aktuellen Fujifilm-Kameras zur Verfügung stehen, um diese an verschiedenen Sujets, auch im Nahbereich, zu erproben. Auch steht versiertes Personal zur Verfügung, um Fragen zu beantworten oder Empfehlungen abzugeben.

Wenn es Ihrer Begleiterin bei all diesem Kamerakram zu langweilig geworden ist, so finden Sie sie wahrscheinlich im Fujifilm Health & Care-Bereich wieder, einem Kosmetik-Showroom, in welchen ausschliesslich Fuijfilm Kosmetikprodukte gezeigt werden.

Hier wechselt das Fujifilm-Grün blitzartig zu einem ungewohnten Fujifilm-Pink als neue Geschäftssparte, mit der Fujifilm seit 2006 das rückläufige Filmgeschäft ausgleichen will. Übrigens suchen sie diese Produktelinie in Europa (noch) vergebens – sie ist nur in Japan und in einigen asiatischen Ländern und seit kurzem auch in China erhältlich.

Der Fujifilm Square zeigt eine durchaus lohnende Ausstellung, die man allerdings in einer guten Stunde gesehen hat. Der Ort ist sehr beliebt, denn – so Hiashi Hamada – finden pro Tag durchschnittlich 1‘000 Leute hierher. Allerdings sah es gestern, als wir hier waren, nicht ganz nach so viel aus …

aus Tokyo: Urs Tillmanns

Täglich von 11:00 bis 19:00 Uhr geöffnet (ausser Neujahrstag). Eintritt frei.

Fujifilm Square
7-3 Akasaka, 9-chome,
Minato-ku, Tokyo, 107-0052,
Japan (Tokyo Midtown)
Phone +81 3 6271-3350


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