Urs Tillmanns, 13. Juni 2011, 13:30 Uhr

Vortragsreihe im Filmmuseum Wolfen: «150 Jahre Farbphotographie»

Wer an der Geschichte der Farbfotografie interessiert ist, sollte die DGPh-Tagung am 28. und 29. Oktober 2011 in der ehemaligen Filmfabrik Wolfen nicht verpassen. Während zwei Tagen werden in spannenden Fachreferaten interesssante Erkenntnisse zur Geschichte der Farbfotografie weitergegeben. Zudem ist der Besuch des Industrie- und Filmmuseums Wolfen ein weiterer Höhepunkt.

Die Farbfotografie wird 150 Jahre alt. Anlass für die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) eine Tagung mit erstklassigen Referenten zu organisieren, die am 28. und 29. Oktober 2011 im Industrie- und Filmmuseum Wolfen stattfindet.

Was war vor 150 Jahren?

Am 17. Mai 1861 erlebten begeisterte Zuschauer in der Royal Institution of Great Britain in London die erste öffentliche Projektion einer Farbaufnahme durch Prof. James Clerk Maxwell. Das Jahr 1861 kann somit als Beginn der Farbphotographie angesehen werden, auch wenn ihre Verbreitung noch lange auf sich warten liess. Es bedurfte noch weiterer Erfindungen und erfolgreicher Experimente. Dazu gehörten die Rasterverfahren mit der berühmten Autochrome-Platte, spezielle Wechselschlitten- und Strahlenteilerkameras, Pigment- und andere Edeldrucke.

Der Durchbruch für die praktikable Farbphotographie erfolgte im Jahre 1936 mit der Einführung der ersten Mehrschichtenfarbfilme Kodachrome und Agfacolor neu. Somit kann man heute nach diesen 75 Jahren ein «Doppeljubiläum» feiern. Diesem ist die Tagung «Auf der Suche nach natürlichen Farben – 150 Jahre Farbphotographie» gewidmet. Sie wird zu einer Zeit veranstaltet, in der die chemische Phototechnik, die qualitativ einen Höhepunkt erreicht hat, weitgehend durch die digitale Photographie abgelöst wird.

Die Vorträge der Tagung befassen sich mit Erfindern, Techniken, Farbphotographen, künstlerischen Strömungen, Publikationen und Sammlungen. Der Veranstaltungsort Wolfen wurde bewusst gewählt, da auf dem denkmalsgeschützten Werksgelände der ehemaligen Filmfabrik 1936 das Agfacolor-Verfahren seinen Ursprung nahm.

In der DDR wechselte der Volkseigene Betrieb der Filmfabrik Wolfen 1964 vom Warenzeichen Agfa zu Orwo (Original Wolfen) über. Die Filmfabrikation wurde 1994 eingestellt. Im Dezember 1993 entstand in der ehemaligen Filmbegiesserei 1 das Industrie- und Filmmuseum Wolfen. Dort kann man nun im Hellen sehen, wie früher im Dunklen Filme hergestellt wurden.

Das Programm

Freitag, 28. Oktober 2011

14:00 Uhr Eröffnung mit Uwe Schulze, Landrat des Kreises Anhalt-Bitterfeld, Uwe Holz, Leiter des Industrie- und Filmmuseums Wolfen, Ditmar Schädel, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh), Moderation: Gert Koshofer

14:30 Uhr Dr. Christiane Stahl, DGPh: Über die Phänomenologie der Farbe in Kunst und Photographie

15:10 Uhr Dr. Wolfgang Kubak, DGPh: Demonstration der Dreifarbenprojektion (wie 1861 von Prof. Maxwell) und Referat Die Widerspiegelung der klassischen Farbverfahren von Maxwell und Du Hauron in der elektronischen Photographie

15:50 Uhr Gert Koshofer, DGPh: Auf dem Wege zu natürlichen Farben – Technische Meilensteine der Farbphotographie Teil I: Experimente und Erfindungen (1861-1936)

16:30 Uhr Kaffeepause, Moderation: Uwe Schögl (ESHPh)

17:00 Uhr Dr. Sandra Abend, DGPh: Punkte machen Farbe – die Farbe im Piktoralismus (Autochrome)

17:40 Uhr Dr. Christoph Danelzik-Brüggemann, Stadtmuseum Düsseldorf: Albert Kahns Archives de la Planète

18:20 Uhr Dr. Winfried Mönch: Von der Nostalgie der Farbe. Der Photograph Hans Hildenbrand im Ersten Weltkrieg und danach

19:00 Uhr Erfrischungspause

19:30 Uhr Abendveranstaltung: Prof. Dr. Christoph Schaden, DGPh: New Color – Farbphotographie in den USA

Samstag, 29. Oktober 2011

Moderation: Dr. Sandra Abend

9:30 Uhr Dr. Peter Walther, Brandenburgisches Literaturbüro, Potsdam: Deutschland in frühen Farbphotographien – Die Bildbände der Verlagsanstalt für Farbenphotographie, Carl Weller, Berlin (1912-1929)

10:10 Uhr Gert Koshofer, DGPh: Auf dem Wege zu natürlichen Farben – Technische Meilensteine der Farbphotographie Teil II: Die Farbphotographie wurde populär (1936-2011)

10:50 Uhr Kaffeepause

11:20 Uhr Prof. Dr. Hans Brümmer, DGPh: Das Phänomen Farbe – filmbasiert und digital codiert

12:00 Uhr Mittagspause Moderation: Hans-Michael Koetzle

14:00 Uhr Dirk Alt und Alexander Zöller: Die Farbphotographie als nationalsozialistisches Propagandamedium

14:40 Uhr Michael Ebert, DGPh: Larry Burrows – Der moderne Krieg in Farbe

15:20 Uhr Hans-Michael Koetzle, DGPh: Farbe wie gedruckt – Die Zeitschrift twen als Vorreiter eines Pressetrends

16:00 Uhr Kaffeepause

16:30 Uhr Dr. Maren Polte, DGPh: Von Schwarzweiss zu Farbe – Zu den Photographien der Becher-Schule

17:20 Uhr Rundgang durch das Industrie- und Filmmuseum Wolfen. Führung: Dipl.-Archivar Manfred Gill (1. Gruppe)

18:30 Uhr Pause

19:30 Uhr Abendveranstaltung, Podiumsgespräch mit Joachim Brohm, Kristin Dittrich, Erwin Fieger, F. C. Gundlach, Prof. Klaus Honnef, Rudolf Kicken, Prof. Dr. Christoph Schaden, Prof. Wolfgang G. Schröter (angefragt), Moderation: Dr. Christiane Stahl: Darstellung des Agfacolor Negativ/Positiv-Verfahrens (um 1942)

Sonntag, 30. Oktober 2011

Rahmenprogramm bei Interesse:

9:30 Uhr Rundgang durch das Industrie- und Filmmuseum Wolfen, Führung: Dipl.-Archivar Manfred Gill (2. Gruppe)

11:30 Uhr Exkursion nach Dessau (Bauhaus und Meisterhäuser)

15:00 Uhr Ein Filmerlebnis in einzigartiger Umgebung: Vorführung des am 31. Oktober vor 70 Jahren uraufgeführten ersten abendfüllenden deutschen farbigen Spielfilms «Frauen sind doch bessere Diplomaten» (musikalische Komödie mit Marika Rökk und Willy Fritsch, Regie: Georg Jacoby, UFA 1939-1941, Agfacolor, restauriert) im Leipziger historischen Filmtheater «UT Connewitz», Wolfgang-Heinze-Str. 12a, Eintrittspreis: € 5,– (Studenten und Rentner € 4,–); Einführung: Gert Koshofer

Infos und Anmeldung

Teilnahmegebühren: Für Mitglieder der DGPh, des Fördervereins des Industrie- und Filmmuseums Wolfen und Studierende beide Tage € 30,-, nur 1. Tag € 12,-, nur 2. Tag € 24,-, alle übrigen Teilnehmer beide Tage € 50,-, nur 1. Tag € 22,-, nur 2. Tag € 34,-

Hotelunterkünfte: Für die Teilnehmer der Tagung wurden in einigen Hotels Zimmer zu günstigen Konditionen reserviert. Auskünfte erteilt die DGPh. Die Buchung erfolgt durch die Teilnehmer.

Anmeldung und Auskünfte: Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Photographie, Rheingasse 8-12, 50676 Köln, Tel.: 0221-9 23 20 69, Telefax: 0221-9 23 20 70, eMail: dgph [at] dgph.de

Die Anmeldung muss bis zum 28. September 2011 erfolgt sein, für spätere Anmeldungen wird ein Zuschlag zu den Teilnahmegebühren in Höhe von € 10,- für beide Tage und € 5,- für einen Tag erhoben.

Veranstaltungsort: Industrie- und Filmmuseum Wolfen, Bitterfeld-Wolfen, Chemiepark Areal A, Bunsenstrasse 4 (ehemalige Agfa/Orwo Filmfabrik)

 

 

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