Urs Tillmanns, 21. Juni 2011, 18:00 Uhr

Leica M9-P: Die M9 wird noch professioneller

Dass Leica ihre Erfolgsmodelle für professionelle Anwender speziell ausstattet, hat lange Tradition. So hat es immer wieder Modelle gegeben, die mit dem Zusatz «P» auf den Markt kamen. Eine solche Profiversion wurde heute in Paris angekündigt: die Leica M9-P. Was ist anders, was ist neu? Fotointern.ch war bei der Modellpräsentation dabei.

Technisch ist die neue M9-P mit der bisherigen M9 identisch. Hingegen präsentiert sich das Schwestermodell exklusiver und diskreter, was vor allem durch das Fehlen des roten Punktes und der Modellbezeichnung zum Ausdruck kommt. Dadurch wirkt die Kamera markenneutral, was viele Berufsfotografen, die sich nur ungerne mit einer bestimmten Marke identifizieren, offensichtlich schätzen. Abgesehen von diesem auffälligen optischen Unterschied zur bisherigen M9 gibt es noch weitere:

Die Monitorabdeckung besteht aus widerstandsfähigen Saphirglas und ist damit wesentlich unempfindlicher gegen mechanische Einflüsse und Bruchschäden. Saphirglas ist nach dem Diamant das zweithärteste transparente Material. Es wird vorwiegend bei exklusiven Uhren verwendet. Die Verwendung von Saphirglas für Kameras wird nur von Leica angeboten. Damit eignet sich die Leica M9-P durch ihre erhöhte Robustheit noch einmal mehr für den professionellen Einsatz.

Die Leica M9-P ist in silber verchromt oder in schwarz lackiert erhältlich und passt sich damit dem Geschmack des Fotografen an. In Silber wirkt sie besonders elegant, während die schwarz lackierte Version weniger auffällt und dadurch von vielen Profis bevorzugt werden dürfte. Die neue silberne Farbvariante ist bei Leica Liebhabern gerade in Verbindung mit dem klassischen M-P Look äusserst beliebt, und trägt der Forderung von Kunden nach einer silbernen Variante Rechnung.

Die neue «Vulkanit»-Belederung verleiht der Kamera eine angenehme Griffsicherheit und gibt auch bei Nässe eine sichere Kamerahaltung. Zudem ist der Vulkanit-Überzug auch sehr widerstandsfähig gegen Zerkratzen und mechanische Einflüsse.

Das schlichte Design mit Verzicht auf das Leica Logo sowie den M9-Schriftzug. Damit wirkt die M9-P «neutraler» mit einem edlen Understatement. Nur die klassische «Leica»-Gravur auf der Deckkappe verrät ihre Provenienz.

Die Langlebigkeit und das zeitlose Design machen Sie zu einem professionellen Werkzeug mit einzigartiger Identität. Mit dem reduzierten, klassischen Look der Kamera, ohne Leica Logo, tritt sie absolut unauffällig in Erscheinung.

Stefan Daniel, Director Product Management, präsentiert die Leica M9-P

Im Lieferumfang der Kamera enthalten sind der Schutzdeckel, Tragriemen, USB-Kabel, Akku, Ladegerät 100–240V mit 2 Netzkabeln, (Europa, USA, auf einigen Exportmärkten abweichend) und 1 Kfz-Ladekabel, Lizenzcode für Download von Adobe Photoshop Lightroom, Kameraanleitung Deutsch/Englisch sowie die Garantiekarte für eine zweijährige Gewährleistung.

Leica sieht das grösste Käuferpotential bei bestehenden M-Kunden, welche die robustere und professionellere Leica M9-P für den harten Berufsalltag wählen. Anderseits dürften auch versierte Spiegelreflexfotografen grosses Interesse für diese handliche und professionelle Systemkamera zeigen.

 

Alex Majoli fotografierte die «Gondoliere in Venedig» mit der Leica M9-P

Die Präsentation der neuen Leica M9-P fand zusammen mit Magnum in Paris statt. Der renommierte Magnum-Fotograf Alex Majoli fotografierte die gesamte M9-P Kampagne und berichtete über sein Fotoerlebnis mit der M9-P. Alex Majoli wurde 1971 in Italien geboren, arbeitet und lebt in New York und Mailand. Er wurde 1989 Vollzeit Fotojournalist und trat der Grazia Neri Agentur in dem darauffolgenden Jahr bei. Er produziert fotografische Berichte über Regionen in Italien und über die Balkan-Kriege. Alex Majoli ist Mitglied bei Magnum seit 2001

Die Geschichte ist das Porträt eines Gondoliere in Venedig. Es handelt sich um eine zeitlose Dokumentation über einen Beruf mit einer langen Tradition: Alvise Catullo Ragazzo ist 22 Jahre alt und einer von ca. 700 Gondolieri, ohne die Venedig genauso undenkbar wäre, wie ohne den Canal Grande. Majoli r begleitete Alvise einen Tag lang und gewann dabei einen Einblick hinter die Kulissen des Gondoliere. In einem kurzen Film zeigt Alex Majoli über seine Erfahrungen während der Entstehung der Aufnahmen mit der Leica M9-P.

Leica und die Zusammenarbeit mit Magnum

Weiter fand zur Produktepräsentation der Leica M9-P in Kooperation mit Magnum eine Podiumsdiskussion mit einer Gruppe an Experten statt, welche über den Fotojournalismus im Spiegel sozialer Netzwerke und Handycameras diskutierte. Leica wies auf die Zusammenarbeit mit Magnumfotografen hin. Sie wird in Zukunft multimediale Essays der Fotografengruppe unterstützen.

 

Leica M9 bleibt im Sortiment

Leica betonte, dass die bisherige Leica M9 in ihrer bisherigen Form weiterhin im Sortiment der Leica Camera AG verbleiben wird. Jedoch wird der Preis dieser Kamera per 1. Juli 2011 auf UVP inkl. MwSt. CHF 7‘450.00 angepasst. Ab Oktober 2011 steht den bisherigen Leica M9 Kunden ein Upgrade Programm (von Leica M9 auf Leica M9-P) zur Verfügung, worüber Leica noch zu einem späteren Zeitpunkt informieren wird.

Weitere Infos gibt es hier. Die technischen Daten finden Sie hier als pdf.

Leica Camera AG
CH-2560 Nidau
Tel. 032 332 90 90

 

 

14 Kommentare zu “Leica M9-P: Die M9 wird noch professioneller”

  1. Wow, was Leica da an neuen Features an der M9-P zeigt: Hut ab. Das Logo weglassen und ein Stück Glas ersetzten. Ab nach Paris und das Ganze mit der grossen Kelle servieren.

    There is no biz like show biz.

  2. Es ist wirklich ein Jammer, dass der Monitor so klein und Pixel-arm geblieben ist. Werden doch die meisten digital aufgenommenen Bilder nur direkt nach der Aufnahme auf dem Kameramonitor betrachtet und dann nie wieder.

  3. Das ist genau der Weg, wie im heutigen Dialog-determinierten Markt Kunden vergrämt werden. Produkte ohne klaren Mehrwert als Revolution verkaufen ist leicht durchschaubar und degradiert den Kunden zum Geldautomaten.

    Ich mag Leica. Aber nicht Leica Marketing.

  4. Wo liegt das Problem?
    Man wird ja nicht gezwungen die M9P zu kaufen.
    Die, die das Geld haben sollen doch eine kaufen. Den einen
    oder anderen wird’s freuen, da so ein paar gebrauchte M9 auf den
    Markt kommen.
    Zudem wird der Preis für eine M9 nach unten angepasst. Ist doch
    alles wunderbar.

    Freundlicher Gruss

    P.S. Mit schwarzem Tape und einem GGS Glas für das Display
    hat man die Vorteile der M9p…

  5. Das ist einfach eine Modellmodifikation für Kamera-Sammler und von denen gibt es bei Leica x-mal mehr als bei allen anderen Kameramarken zusammen. Als Photograph kein Grund unruhig zu werden.
    Was schon mehr zum Nachdenken anregt, der Martk für Reportagefotografie: Magnum verdient immer weniger mit bestellen grossen Reportagen dafür aber mit Sammlerabzügen von Photoikonen und Kamera-Werbung

  6. Ich kann nur sagen, wer diese „Politik“ von Leica mitmacht, ist selber schuld. Würde beispielsweise Nikon eine neue Kamera auf den Markt werfen, mit den „technischen Errungenschaften“ der M9 oder M9-P, gäbe es jede Menge Häme und Angriffe. Bei Nikon, Canon, Sony, Olympus usw. würden die „Neuerungen“ von Leica einen Rückschritt bedeuten (viel zu kleines Display, kein Autofokus, Gehäuse nicht abgedichtet u.v.m.) und dazu noch total überteuert. Warum sieht man denn insbesondere bei Pressefotografen keine Leica? Vielleicht ist ja auch gar nicht zum Fotografieren gemacht. Nach dem, was ich so in diversen Foren gelesen habe, werden Leica-Kameras heute eher als Sammlerstücke für die Vitrine und als eine Art Statussymbol gekauft.

  7. @ Dieter

    Leica-Fotografen suchen das puritanische, weniger ist eben oft mehr. Volle konzentration aufs Bild und kein technischer Firlifranz. Glaube nicht alles was in der „Foren“ steht und Pressefotografen sind auch nicht das Mass aller Dinge.
    Sicher, der Schritt von der M9 zur M9P ist nicht die ganz grosse Revolution aber den Markt dürfte das alleweil beleben. Wie wir alle lebt auch Leica vom Umsatz und nicht von markigen Sprüchen.

  8. @ Simon Zimmer
    natürlich sind Pressefotografen nicht das Maß aller Dinge. Nur sind diese Fotografen in der Regel dem Druck ausgeliefert, sehr schnell sehr gute Bilder abzuliefern. Sie wären also mit dem Klammerbeutel gepudert, mit unzuverlässigem und schlechtem Material zu arbeiten – damit meine ich natürlich nicht Leica!!!. Insoweit darf man sich schon bei diesen Kollegen ein wenig orientieren!
    Schneller und treffsicherer Autofokus, großes brillantes Display, abgedichtetes Gehäuse (bei Nikon ab D700 – für ca. 2.200 Euro – aufwärts) sind auf keinen Fall technischer Firlefanz sondern wertvolle Ausstattungsmerkmale, die dem Fotografen das Leben erleichtern.

    Ich bin mir natürlich darüber im Klaren, dass wir auf keinen gemeinsamen Nenner kommen werden. Trotzdem frage ich mich, wie das Leica-Management die total überteuerten Preise rechtfertigt. Na gut, so lange die Kunden bezahlen – warum nicht? Allerdings, die M9-P als technische Innovation mit einem Mehrpreis von ca. 500 Euro zu verkaufen ist in meinen Augen schlicht weg eine Unverschämtheit. Der Kunde hat`s in der Hand.

  9. Mich überrascht, welche Zuschauer die Leica-Profis denn noch irreführen wollen? Wer weiss, wie eine Leica aussieht, erkennt sie auch ohne Logo sofort. Für die meisten anderen sieht die Leica M9 wohl „immer“ aus wie die M9-P. Die Würfe von Leica sind in meinen Augen nur noch Sammler- und Prestigeobjekte. Es ist echt zum lachen. Leica machte hervorragende Mechnik. Seit die Mechanik durch Elektronik ersetzt wurde, ist die Leica eine blosse Fassade geworden. Die Puristen glaube ich, fotografieren wenn, dann noch mit Film.

  10. Ich wünsche allen Leica M9-P Fotografen, dass sie sich nebst Gedanken über ihre Erscheinung während dem Fotografieren auch Gedanken machen, wie ihre Bilder am Ende des Tages aussehen könnten.

  11. Leica hat jahrzehnte durch eine schlechte Geschäftsführung geglänzt. Dann meint man immer noch, man kann den Kunden einen Stil aufzwingen, der an der Technik vorbeigeht. Sehr gute Objektive alleine reichen nicht aus. Autofokus fehlt immer noch bei der M9. Ein elektronischer Sucher ebenfalls. Dann ein Preis von 3500 Euro und es wäre die Kamera. Aber der Vorstand müßte dann auch mal auf Geld verzichten und die vorherigen Vorstände, die ein Unternehmen vom Markt weg gemanagt haben, müßten halt für ihre Management – Tätigkeit Schadenersatz leisten.

  12. Das die Aktionären und Manager eines Konzern’s Ende Jahres positive Bilanz sehen sowie daran bereichern wollen, ist bei jedem Unternehmen mittlerweile ein Image zerstörendes Phänomen und sollte auch allen klar sein.
    Seit die Photographie mittlerweile von der digitalen Welle überrollt wurde, hat sich der Status und Stellenwert der Photographie in der Bevölkerung drastisch verändert. Früher waren sich z.T. ausschliesslich ausgebildete und gewandten einer Photokamera mächtig und somit gewissen Bevölkerungsschichten vorbehalten.
    Mit der Digitalisierung wird nun nicht nur die breite Masse angesprochen, sondern sind auch die Preise in den Keller gepurzelt, damit sich jedermann/frau eine Kamera leisten kann.
    Somit macht die Konzernleitung und Aktionäre happy, indem weltweit ziemlich viel Kohle in den Pot gespült wird.

    Leica ist und bleibt ein Mythos, zumindest haben sie das Image und Status der Photographie durch ihre Preise aufrecht erhalten.
    Produktion: Ist wohl einer der wenigen, wenn nicht der einzige Hersteller die ihre hochwertigen Produkte noch in Europa herstellen.
    Kein Wunder sind die asiatischen Kamera- und Objektivhersteller einiges günstiger, wenn man wohl mal mehr über dessen Arbeitgebermoral erfahren würde.
    Alle die nun über europäische Konzerne und Preis-Segmente wettern, sollten besser nach Asien auswandern und dort ihren Unterhalt verdienen.
    Tragisch genug, dass fast nur asiatische Konzerne und dessen spezielle Moral die Branche beherrschen.
    Ich denke es sollten einige Bürger über ihre Weltanschauung nachsinnen und ggf. rasch revidieren, bevor es zu spät ist. Prost

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