Markus Zitt, 19. Februar 2012, 07:00 Uhr

Die Samsung NX200 im Praxistest

Die Samsung NX200 ist eine kompakte spiegellose Systemkamera mit einem 20-Megapixel-Sensor in APS-C-Grösse und ist Teil des proprietären NX-Systems von Samsung. Wir haben die Kamera in der Praxis erprobt.

Die Samsung NX200 wurde anfangs September 2011 angekündigt und kam dann Ende November in den Handel. Sie ist als kompaktes Modell ohne elektronischen Sucher im höherwertigen Bereich angesiedelt und richtet sich an anspruchsvolle oder versierte Fotofans. Sie ist die fünfte Kamera der NX-Serie.

Samsung gehört zu den ersten Anbietern von spiegellosen Systemkameras (Compact System Camera, kurz CSC). Knapp ein Jahr nach Einführung dieser Kameragattung durch Panasonic und Olympus im August 2008 hat Samsung ihr CSC-System vorangekündigt und anfangs 2010 mit der NX10 in Bridge-Bauform ihre erste CSC-Kamera auf den Markt gebracht, die von uns sowie von einigen unserer Leser getestet wurde.

NX200: Funktionsumfang

Die Samsung NX200 trumpft mit einer Auflösung von 20 Megapixeln auf und verfügt über einen APS-C-Format-Sensor (23 x 15 mm) in CMOS-Bauweise, wie er in digitalen Spiegelreflexkameras verbaut wird. Beim rückseitigen Bildschirm handelt es sich um einen 3.0″-AMOLED mit einer Auflösung von 614’000 Subpixel. Schade ist, dass die sonst so fortschrittliche Samsung hier keinen Touchscreen verbaut hat und der Bildschirm nicht ausklappbar oder zumindest neigbar ist. Ebenfalls vermissen wir einen aufsteckbaren elektronischen Sucher im Zubehörsortiment.

Die Lichtempfindlichkeit von ISO 100 lässt sich bis auf ISO 12’800 steigern. Als Speichermedium kommen SD-Karten zum Einsatz. An Schnittstellen sind ein HDMI-Ausgang sowie USB 2.0 HiSpeed vorhanden.

Speziell an neueren Samsung-Kameras (NX10, NX200) und Objektiven des NX-Systems ist die „i-Function“, die das Verstellen von Werten über einen Drehring am Objektiv ermöglicht. Im Kameramenü lässt sich konfigurieren, welche Funktionen (z.B. Blende, Weissabgleich oder ISO) als i-Function am Objektivring eingestellt werden können.

Mit der Taste iFn (i-Function) kann zwischen verschiedenen Funktionen (z.B. Blende, ISO) umgeschaltet werden,  um dann deren Werte durch Drehen des Blendenrings am Objektiv zu verstellen. Welche Werte verstellt werden können, wird zuvor im Menü festgelegt.

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Es lassen auch mehrere Funktionen auf den Ring legen, so dass z.B. erst die Blende, dann durch erneutes Drücken auf die i-Function-Taste auf die ISO-Werte umgeschaltet wird, um dann am Objektiv die ISO-Werte zu verstellen.

Fotofunktionen

Die Kamera bietet zehn Belichtungs- bzw. Betriebsmodi, darunter einen separaten Videomodus. Neben der manuellen Einstellung von Blende und Zeit (M-Modus) gibt es die klassischen Blenden-, Zeit- und Programmautomatik sowie einen speziellen Blendenprioritätsmodus für. Fürs einfache Drauflos-knipsen sind eine intelligente Vollautomatik (SMART-Modus) und die gängigen Motivprogramme (SCENE-Modus) vorhanden. Speziell ist der Schwenkpanoramamodus, der sich relativ problemlos und auch mit wenig Licht nutzen lässt. Für Spielereien dient der MAGIC-Modus, wo Fotos entweder mit Bildeffekten aufgenommen oder mit grafischen Rahmen versehen werden (siehe Diaschau am Artikelende). Die NX200 kann auch 3D-Bilder durch eine Fokusverstellung erzeugen.

Fotos werden im JPEG (.JPG) und/oder RAW-Format (.SRW) aufgezeichnet. Serienbilder sind mit einem Tempo von bis sieben Bildern pro Sekunde möglich. Ein Burstmodus in reduzierter Auflösung (1,4 Mpx) schafft 30 Fotos pro Sekunde, schiesst aber lediglich bis zu 30 Fotos in Folge.

Videofunktionen

Videos zeichnet die NX200 als Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde (1080/30p) oder im kleineren Format mit 30 oder 60 fps (720/30p und 720/60p) auf. Was jedoch fehlt sind weitere Bildraten wie 24p, 25p und 50i, wobei die beiden letzteren ja der europäischen Fernsehnorm entsprechen und sich somit hierzulande besser mit Videomaterial aus anderen Kameras kombinieren lassen. Übrigens filmt die Kamera auf Wunsch auch in VGA- und QVGA-Auflösung, was heute allenfalls noch fürs Web-Publishing sinnvoll ist.

Die Videos werden als H.264/MPEG-4 AVC kodiert und in einem Dateicontainer mit der Endung MP4 gespeichert und im selben Verzeichnis wie die Fotos gespeichert. Dies ist deutlich praktischer als bei dem von manchen Kameras verwendeten AVCHD-Format, wo die Videos mit separater Nummerierung in einer separaten verschachtelten Verzeichnisstruktur abgelegt werden. (Die MP4-Videos werden auch von mehr Software unterstützt, während die MTS-Dateien des AVCHD-Formats noch im nicht von allen Playern abgespielt werden kann. (Unser Tipp: VLC-Player)

Für Videos gibt es praktischerweise einen separaten Videoauslöser, um in jedem Betriebsmodus Videos aufzunehmen. Es gibt aber auch einen eigenen Videoaufnahmemodus, für den im Menü zuvor der Belichtungsmodus (P, A, S oder M) festgelegt wird. Belichtungsänderungen während der Videoaufnahmen sind leider nicht möglich.

Integriert ist ein Stereomikrofon, dessen zwei Öffnungen auf der Kameraoberseite liegen. Was für versierte Filmer jedoch fehlt, sind eine Buchse zum Anschluss eines externen Mikrofons oder auch ein Kopfhörerausgang, der für die Audioaufnahmekontrolle sinnvoll ist. Vorhanden ist ein HDMI-Ausgang mit Mini-Buchse.

Videos können – ohne Ton – auch mit verändertem Tempo (0.25x, 0.5x, 5x, 10x, 20x) aufgenommen werden, um Zeitlupen und Zeitraffereffekte zu erzielen, wobei Full-HD jedoch nicht bei allen Tempi zur Verfügung steht.

 

NX-System

Als Objektivanschluss sind Kameras und Objektive mit dem proprietären NX-Bajonett ausgestattet. Samsung bietet ein Dutzend verschiedene Objektive, darunter Zooms (jedoch kein motorisiertes) sowie attraktive Festbrennweiten, wie ein 16 mm-Weitwinkel und ein 30 mm-Normalobjektiv in Pancake-Bauweise. Angeboten werden auch ein Makro mit 60 mm sowie ein lichtstarkes (Porträt-)Tele 1:1.4 85 mm. Aufgrund der Sensorgrösse beträgt der Crop- bzw. Brennweitenverlängerungs-Faktor 1,5 gegenüber dem bekannten Kleinbildformat (KB). Das erhältliche 18-200 mm-Zoomobjektiv entspricht also einem 27-300 mm bei KB.Blick auf das NX-Bajonett und den APS-C-Sensor der NX200.

Objektive von D-SLR-Systemen diverser Marken lassen sich mittels Adapter (z.B. von Novoflex) montieren, aber nur mit eingeschränkter Funktionalität nutzen (keine automatische Scharfstellung, keine Blenden- und Objektivsteuerung, keine Erfassung von Objektivdaten). Dies gilt auch für die Objektive zu den Spiegelreflexkameras von Samsung und Pentax. Zur Erinnerung: Für wenige Jahre bot Samsung ja unter eigenem Namen D-SLRs von Pentax an. Gemeinsamer Objektivanschluss war das „Pentax K(AF)“-Bajonett.

Samsung NX200 mit Adapter von Novoflex und Nikon Objektiv. Mittels Adaptern lassen sich zahlreiche fremde Objektive an den spiegellosen kompakten Systemkameras verwenden.

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Gehäuse und Design

Die Kamera kommt in einem Metallgehäuse daher, das durch eine elegante seidenmatt schwarze Oberfläche gefällt. Ein klares stilvolles Design zeichnet das Gehäuse der NX200 aus. Auf den ersten Blick erinnert das Design der NX200 stark an die erfolgreichen Sony NEX-Modelle, doch bei genauer Betrachtung orientiert sich das Design eigentlich an früheren Kompaktmodellen von Samsung.

In der Hand fühlt sich die Kamera durch das Material und durch die Oberfläche wertig und angenehm an. Allerdings sind bei dem geschwungenen Designs die Unter- und die Oberkante gar eckig ausgefallen. Je nach Kamerahaltung drückt die untere „scharfe“ Kante unbequem in die Hand.

Das Kameragehäuse ist zu einer Seite elegant verdickt und zu einem Griff für die rechte Hand geformt. Grössere Kunststoffflächen vorne am Griff und eine kleine hinten für den Daumen sollen für besseren Halt sorgen. Form und Oberfläche bieten jedoch nur gerade ausreichenden Halt.

Auf der Rückseite dominiert ein grosser AMOLED-Bildschirm. Er zeigt ein helles Bild mit leuchtenden Farben, ist jedoch etwas grünlich. Wie bereits erwähnt, gibt es leider keinen aufsteckbaren elektronischen Sucher und auch keine Anschlussmöglichkeit. Wer einen mobilen Monitor oder elektronischen Sucher möchte, könnte auf  Fremdprodukte zurück greifen, die per HDMI angeschlossen werden, allerdings erhält man über HDMI eine andere Anzeige als auf dem kamerainternen Display.

Übersichtliche Rückseite der NX200 mit allen wichtigen Bedienelementen. Ganz rechts ist die Stützfläche für den Daumen zu sehen. Links davon befindet sich der Videoauslöser mit rotem Punkt und darunter die Taste für die EV-Korrektur, die zusammen mit dem Rad auf der Oberseite das Einstellen von Korrekturwerten erlaubt.

Ein interner Blitz ist nicht vorhanden, jedoch wird ein kleiner mitsamt Aufbewahrungsbehälter mitgeliefert. Der mitgelieferte Blitz lässt sich einfach oben in den ISO-Zubehörschuh schieben und zusätzlich fixieren. Der Standardschuh ist ein klarer Vorteil gegenüber anderen CSCs mit proprietären und z.T. fummeligen Blitzbefestigungen. Der Blitz bezieht die Energie aus der Kamera.

Im Sortiment gibt es noch einen grösseren und leistungsstärkeren Blitz mit einem dreh- und neigbaren Reflektor für indirektes Blitzen.

Mitgelieferter Aufsteckblitz neben Aufbewahrungs-/Transportbehälter

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Ebenfalls als Option für den Zubehörschuh gibt es einen GPS-Empfänger, um Fotos bzw. die Exif-Daten mit den Koordinaten des Aufnahmeortes zu ergänzen (Geo-Tagging). Leider ist das mit zwei AAA-Batterien betriebene Teil nicht gerade klein und ragt so weit nach vorne, dass es fette Objektive (wie das 18-200mm) beinahe berührt und beim Objektivwechsel sowie ästhetisch durch Grösse und durch seine silbernfarbene Oberseite das Kamera-Design stört

Ebenfalls suboptimal ist die Platzierung des Stativgewindes ausserhalb der optischen Achse und nahe am Deckel für das kombinierte Akku- und Kartenfach, wo SD/SDHC/SDXC-Karte und der Lithium-Akku unterkommen.

Handling und Einstellungen

Obwohl die Kamera auch für manuelle Einstellungen konzipiert wurde, verfügt sie nur über wenige Bedienelemente. Dies kommt der Übersichtlichkeit und dem Design zu gute, auch wenn mancher Fotograf wohl die eine oder andere Taste vermissen wird. Immerhin gibt noch die Möglichkeit über die i-Function-Taste am Objektiv schnell auf ausgewählte Einstellungen wie z.B. die ISO-Werte zu zugreifen.

Blick auf die Oberseite der NX200 mit Betriebsartenrad, Auslöser mit Ein-Ausschalter, Einstellrad (Lupe bei Wiedergabe), ISO-Zubehörschuh und den zwei Mikrofonöffnungen. Der vordere Ring am Objektiv dient zum Einstellen von Werten, die im i-Function-Menü festgelegt wurden.

 

Auf der Oberseite rechts, vorne im Griffbereich ist der silberne Auslöser platziert und umgeben vom Ein/Aus-Drehschalter. Hinten rechts befindet sich das Modusrad mit den erwähnten Belichtungsprogrammen bzw. Aufnahmemodi. Insgesamt stehen 10 Modi zur Wahl, wobei unter SCENE insgesamt 11 Motivprogramme ausgewählt werden können. Ebenfalls gibt es auf der Oberseite noch ein eingelassenes Einstellrad für die Verstellung von Werten wie der Blende, die auch am Objektiv verstellt werden. Im Wiedergabemodus wird die Zoomlupe gesteuert. Das Rad ist allerdings etwas sehr versenkt und weit hinten platziert. Deshalb ist es, je nachdem wie die Kamera gehalten wird, nicht immer optimal erreichbar.

Der fehlende elektronische Sucher, den es mangels Anschluss leider auch nicht als optionales Zubehör gibt, lässt sich mit einer Sucherlupe bastelmässig kompensieren. Abgebildet ist hier die «Hoodman Loupe» (Gibt es bei Light & Byte).

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Auf der Rückseite sind alle Bedienelemente rechts neben dem Monitor zu finden. Oben befindet sich die Plus-Minus-Taste für Lichtwert-(EV)-Korrektur sowie der Videoauslöser. Wie schon bei anderen Kameras passiert es leider immer wieder, dass man versehentlich auf die Videoaufnahmetaste kommt und eine Aufnahme auslöst. Im unteren Bereich der Rückseite ist ein Dreh- und Kipprad mit vier Druckrichtung und einer zentralen OK-Taste platziert. Diese Tasten dienen für wichtige Einstellungen und zur Navigation auf dem Bildschirm (Menü, Bildausschnitte). In den vier «Ecken» des Rades sind vier wichtige Tasten (Menü, Fn = Funktionsmenü, Play, Löschen) zu finden.

Alle Einstellungen auf der Rückseite lassen sich problemlos vornehmen. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, Werte auf den (Blenden)Einstellring  am Objektiv zu legen. Zum Verstellen muss jeweils erste die i-Function-Taste seitlich links am Objektiv gedrückt werden.

Kameramenüs

Das Menü der Samsung ist klassisch gestaltet und sehr übersichtlich. Es gliedert sich in fünf horizontal angelegte Gruppen («Kamera», «Video», «Custom»-Benutzeranpassung, grundlegende «Einstellungen» und «GPS»). Jede Gruppe ist in ein bis drei Register bzw. Seiten unterteilt und enthält auf jeder Seite maximal fünf vertikal angeordnete Submenüs.

Für schnelle Einstellungen lässt sich zusätzlich über die Fn-Taste das Funktionsmenü aufrufen. Dort werden die wichtigsten Aufnahmeeinstellungen (Weissabgleich, ISO, Bildstil etc.) auf einer Seite mit Symboltasten aufgeführt. Zu diesen Symbolen lässt sich schnell navigieren, um Werte zu ändern.

Kamera im Praxistest

Die Kamera hatten wir mehrere Wochen zur Verfügung und nahmen sie auch auf eine Reise durch Äthiopien mit, wo sie zwei DSLRs und eine Kompaktkamera begleitete. Während für die Testaufnahmen das mitgelieferte 18-55 mm-Standardzoom verwendet wurde, wurde auf der Reise überwiegend das 18-200 mm eingesetzt, das durch den grossen Brennweitenbereich und auch das Metallbajonett gefiel. Das 18-55 mm wirkt dagegen mit Kunststoffbajonett und harzig zu befestigender Sonnenblende etwas zu billig.

Aufnahme mit der NX200 und 18-200 mm: Blende 1:13, Zeit 1/160s, ISO 1600, Brennweite 184mm (KB 276mm), aus freier Hand mit Bildstabilisierung, unbearbeitetes JPEG aus der Kamera (lediglich für Web skaliert und minimal nachgeschärft).

 

Im zeitweise sehr sonnigen Äthiopien erwies sich das Fehlen eines optischen oder elektronischen Suchers oft als problematisch. Auch wenn der AMOLED-Bildschirm den LCDs der anderen Kameras überlegen war, so reichte seine Leuchtkraft in der prallen Sonne nicht aus, um ein deutliches Sucherbild zu zeigen.

Als problematisch erwies sich die Akkureichweite auf der Reise, denn der Akku hielt keinen Tag mit rund 50 Fotos durch (RAW und JPEG simultan aufgezeichnet), obwohl nicht dauernd damit fotografiert wurde. In einem reinen Akkubetriebstest, für den wir später als verkappter Tourist in Zürich intensiv aber ausschliesslich JPEG-Fotos drauflos schossen, übertrafen wir mit rund 350 Aufnahmen leicht die gemäss CIPA-Standardtest angegebene Anzahl Aufnahmen per Akkuladung.

Störend an der Kamera erwies sich, dass sie nach RAW- und schnellen Serienaufnahmen durch das lange Speichern blockiert war. Das Speichern einer Aufnahme dauert je nach Geschwindigkeit der Speicherkarte ein paar Sekunden. Konkret sind während des Wegspeicherns eines oder mehrerer RAW-Fotos oder einer Bildserie keine Einstellungen im Menü möglich. Es dauert zu lange, bis die Aufnahme angezeigt und überprüft werden kann. Nicht blockiert sind während des Speicherns von RAW-Bildern dagegen der Auslöser, so dass sich weiter fotografieren lässt. Wenn aber eine schnelle Serie geschossen wurde, dann geht danach jedoch gar nichts mehr, bis alle Bilder gesichert sind.

Die oben erwähnten Mängel bei der Ergonomie störten zwar hin und wieder im Praxiseinsatz, stellten aber keine Beeinträchtigung dar. Allerdings lässt sich mit der Kamera aufgrund der erwähnten langen Speicherzeit nur mässig schnell fotografieren. Zudem ist auch das Autofokus, das Kontrast-gesteuert arbeitet, nicht so schnell, wie bei anderen, neuen CSC-Modellen. Gerade im starken Telebereich des 18-200mm-Reisezooms stört das langsame Autofokus erheblich und verhindert manchen gelungenen Schnappschuss.

Bildqualität

Die Kamera liefert mit ihrer beachtlichen Auflösung detailreiche Bilder. Die RAW-Fotos beanspruchen rund 48 MB pro Bild, bei JPEGs hängt die Grösse von der gewählten Qualität ab (superfein: ca. 3.2 bis 5 MB). Die Bilder sind in der Regel knackscharf und ausgesprochen detailliert. Mit dem 18-55 mm fällt der Randbereich jedoch weicher aus. Das 18-200 mm ist in mittelerer Telebrennweite eine Spur schärfer, zeigt jedoch zum Rand hin an kontrastreichen Kanten Farbränder (Farbquerfehler). Beide Objektive verzeichnen in Weitwinkelstellung kissenförmig. Störend ist, das sich der Farbcharakter der Bilder je nach Objektiv leicht ändert. Mit dem 18-55 mm tendieren die Bilder zu gelblichgrün, mit der 18-200 mm fallen sie neutraler und etwas kühl/bläulich aus.

Die zwei verwendeten Samsung-Objektive mit ihren unterschiedlichen Anschlüssen: links das Standardzoom 18-55mm und rechts das 18-200mm.

Wir hatten von Novoflex für den Praxistest auch einen Adapter für Nikon-Objektive erhalten. Dieser funktionierte mechanisch einwandfrei. Die Kamera lieferte damit allerdings blaustichige Bilder. Erst nachdem der Weissabgleich kurz auf Tageslicht und dann allenfalls zurück auf den automatischen Weissabgleich verstellt worden war, fielen die Bilder normal aus.

Wie erwähnt, sind die Bilder ausgesprochen scharf und zeigen einen hohen Detailreichtum. Dies gilt jedoch nur bei niedrigen ISO-Werten. Über ISO 400 zeigt sich ein Verlust an Details durch Rauschgegenmassnahmen, wobei dieser Detailverlust bei normaler Darstellungsgrösse von A5 und A4 nicht dramatisch ist. Zur Not lässt sich mit ISO 3200 fotografieren, Bilder mit höheren ISO-Werten lassen sich allenfalls als Kunstwerke nutzen, denn sie wirken wie ein Aquarell. Die mangelnde Available-Light-Fähigkeit trotz des grossen Sensors dürfte wohl eine Folge der hohen Auflösung sein.

FaZitt

Die Samsung NX200 gefällt durch ihre klare und unkomplizierte Bedienung (Menü und Tasten). Sie bietet viele Einstellmöglichkeiten und Aufnahmemodi ohne damit überfrachtet zu sein. Die kitschigen Bild- und Rahmeneffekte lassen wir dabei ausser Acht. Die Kamera kann wegen einigen – für manche Fotofan vielleicht weniger relevanten – Negativpunkten (für RAW-Fotografen die Wartezeiten, fehlende Sucheroption, höhere und hohe ISO-Werte problematisch, Akku) nicht vollends überzeugen, ist aber durchaus eine Empfehlung wert. Unter optimalen Bedingungen liefert die NX200 gute bis sehr gute und sehr detailreiche Bilder.

Die vielseitige Kamera eignet sich sowohl für Einsteiger in Systemkameras als auch für versierte Hobbyfotografen. Mit ihren geringen Abmessungen (und GPS) ist sie auch eine gute Reisekamera, wobei man allerdings mehr als nur einen zusätzlichen Akkus mitführen sollte.

Wer mit dem Einstieg in ein CSC-System liebäugelt, sollte auch einen Blick auf die NX200 und das NX-System mit seinem kleinen, aber attraktiven Objektivprogramm werfen.

 

Diaschau mit Beispielbildern aus dem Praxistest: Zu sehen sind Bildstile («Bildassistent» genannt), Bildeffekte («Smart Filter») und Bilderrahmen («Magic Rahmen»).

 

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