Urs Tillmanns, 13. Februar 2014, 07:00 Uhr

Live aus Tokio: Falcon Eye KC-2000 – Ende der grünen Nachtsichtbilder

Gestern wurde in Tokio eine neue digitale Spezialkamera mit CMOS-Sensor vorgestellt, die keine monochrom-grünen Bilder mehr liefert, sondern Farbaufnahmen in einer weitaus besseren Qualität. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten und erleichtert die Auswertungsmöglichkeiten, vor allem im Beobachtungs- und Überwachungsbereich.

Waren bisher die Bilder von Nachtsichtgeräten durch ihre monochrom-grüne Färbung und ihre geringe Schärfe nur bedingt auswertbar, dürfte die Falcon Eye KC-2000 mit ihrem hochempfindlichen CMOS-System und den unvergleichbar besseren Farbaufnahmen nicht nur eine bessere Qualität bieten sondern auch neue Einsatzmöglichkeiten öffnen.

Falcon Eye Vergleichsaufnahmen

Links eine grün-monochrome Restlichtverstärkeraufnahme, rechts ein Farbbild mit der Falcon Eye KC-2000

Abgesehen von den farbigen Bildresultaten ist die Falcon Eye KC-2000 den herkömmlichen Nachsichts-Aufnahmegeräten auch dadurch überlegen, dass sie sowohl bei Tag als auch bei Nacht eingesetzt werden kann und sowohl Stehbilder als auch Videoaufnahmen liefert.

Falcon Eye KC-2000

Die Falcon Eye KC-2000 präsentiert sich in einem spritzwasser- und staubdichten Aluguss-Gehäuse. Optional gibt es ein Richtmikrofon

Die spritzwasserfeste und staubdichte Kamera besteht aus einem besonders massiven Aluminiumguss-Gehäuse und ist damit auch für härteste Einsätze, wie beispielsweise beim Militär oder bei der Polizei, geeignet. Sie besitzt ein Wechselobjektiv mit CS-Anschluss und speichert die Aufnahmen auf einer SD-Karte ab. Über das optionale Richtmikrophon werden können Videoaufnahmen direkt vertont werden. Die Kamera besitzt einen elektronischen Sucher, der auch zur Bildbetrachtung genutzt werden kann. Diese kann auch auf einem externen Betrachtungssystem erfolgen.

Tsutou Asakura, der Entwickler der Kamera, verrät wenig über die technischen Einzelheiten, vor allem nicht, wer den hochempfindlichen 2/3“ CMOS-Sensor herstellt, der in dieser Kamera an Stelle des bisherigen Restlichtverstärkers eingesetzt wurde. Auch dessen Empfindlichkeit kann nicht in ISO-Werten angegeben werden, doch schätzt Asakura, dass diese etwa bei 200’000 ISO liegen dürfte. Der Sensor hat eine Auflösung von 1280 x 720 Pixel, was für solche höchstempfindlichen Systeme beträchtlich ist.

Ausser der Falcon Eye KC-2000 gibt es noch das ähnliche Modell KX-1100, welches mit einem boxartigen Gehäuse für den Festeinbau konzipiert ist.

Tosh KomamuraTosh Komamura der Komamura Corporation, welche die Kamera herstellt und weltweit über ein bestehendes Distributionsnetz vertreibt, sieht mit der neuen Technologie völlig ungeahnte Einsatzmöglichkeiten. «Das Licht des Sternenhimmels reicht völlig aus, um klare und scharfe Farbaufnahmn zu machen, was bisher nur monochrom und qualitativ deutlich schlechter möglich war» sagt Tosh Komamura. «Es ist uns damit ein grosser Durchbruch gelungen, der nicht nur im Beobachtungs- und Überwachungsbereich neue Möglichkeiten schafft, sondern auch im Rettungswesen, in der Berichterstattung und in der Naturbeobachtung.»

Der Preis des Systems hängt vom Importland ab. Grundsätzlich unterliegen die Exportbestimmungen für Nachtsichtgeräte der Wassenaar-Vereinbarung, welcher die meisten westlichen Ländern angehören.

Weitere Informationen dazu gibt es auf der Webseite www.falconeyecnv.com/

 

Über Komamura

Die Komamura Corporation hat ihre Wurzeln in der Fotografie und war seit 1947 ein wichtiger Hersteller und Anbieter von professionellem Equipment, vor allem der «Horseman»-Fachkameras. Heute ist das Unternehmen auf Geräte im Überwachungsbereich spezialisiert, wovon die Falcon Eye Kameras eines der wichtigsten Produkte sind.

 

Falcon Eye KC-2000 – Technische Daten
min. Beleuchtungsstärke 0,005 lx
Bildsensor CMOS, 2/3“
Auflösung 1280 x 750 Pixel
Filter RGB Primärfarben (Bayer)
Spektralempfindlichkeit 390 bis 700 nm
Dynamikumfang 250%
Scanning progressiv
Kompression Foto: JPEG, Video: H.264
Bildfolge Foto: 5 B7s, Video: 30p
Belichtungsmodus automatisch oder manuell, 1/8s – 1/10’000s
Weissabgleich automatisch oder manuell, 5 Voreinstellungen
Speichermedium SD-Karte
Objektivanschluss CS Mount
Sucher elektronisch (EVF) mit Dioptrieneinstellung
Mikrofon eingebaut oder extern
Audio-Anschluss 3,5 mm Minimjack
Batterie 7,4 V Li-ion, 4’900 mAh, DC
Aufnahmezeit ca 5 Stunden
Gewicht 995 g ohne Akku und Objektiv
Abmessungen Ø 85 mm, Länge 150 mm (ohne Objektiv)
Klimabedingungen -15°C bis 40°C, Feuchtigkeit 95%

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