Urs Tillmanns, 8. Mai 2014, 07:00 Uhr

Sonderauktion «100 Jahre Leica» – WestLicht Auktion in Wetzlar am 23. Mai 2014

Westlicht_Leica2014 feiert die Firma Leica Camera AG das Jubiläum der ersten Leica-Kamera von Oskar Barnack mit der Einweihung des neuen Leitz Parks in Wetzlar. Das auf Kameras spezialisierte Auktionshaus WestLicht veranstaltet zu diesem Anlass eine Sonderauktion von Meilensteinen und Ikonen aus der Kamera- und Fotografiegeschichte von Leica.

 

100 seltene Schätze aus allen Epochen technischer Entwicklung des Hauses Leitz, die das ganze innovative Potenzial von Leica beeindruckend demonstrieren, kommen zum Verkauf. Beginnend mit einem Teleskop von Carl Kellner, der Vorläuferfirma von Leitz, aus 1852 über Raritäten wie die Leica I A mit Anastigmat Objektiv, der Luxus Leica, der Leica 250 mit Motor, der Leica MP, Kameras berühmter Magnum Fotografen bis zu der exklusiven Sonderedition «100 Jahre Leica» kommen am 23. Mai 2014 in Wetzlar zum Aufruf.

 

Exklusiver Auktionskatalog

Zur Leica Jubiläumsauktion hat Westlicht einen 432-seitigen Katalog herausgebracht, der die 100 seltenen Kameras und Zubehöre, die in Wetzlar versteigert werden nicht nur im Bild zeigen, sondern auch noch mit informativen Texten beschrieben werden. Für Sammler ist der Katalog ein Muss, denn er wird bereits in wenigen Jahren Seltenheitswert haben.

Westlicht_Leica_Katalog

Neben den Kamerararitäten zeigt der Katalog auch 100 Fotografie-Lose mitdem beeindruckenden Blick auf das Schaffen berühmter Leica Fotografen. Viele der Bilder sind längst Teil unserer kollektiven Erinnerung und visuelle Wegmarken der Geschichte. Seltene Vintage Prints von Oskar Barnack, Lothar Rübelt, Henri Cartier-Bresson, Marc Riboud, René Burri, David Douglas Duncan, Thomas Hoepker, Inge Morath, Chris Steele Perkins, F. C. Gundlach, Elliott Erwitt, Ulrich Mack, Josef Koudelka u.v.m. wurden vom Kurator Michael Koetzle in den Katalog aufgenommen.

Der exklusive Katalog (432 Seiten, hartgebunden, mit Texten von renommierten Autoren und Experten) kostet EUR 99.00 und kann hier bestellt werden. Es gibt davon auch eine  Sonderedition mit Schuber von 100 nummerierten und signierten Exemplaren für EUR 275.00.

Das gesamte Versteigerungsangebot finden Sie auch im Online-Katalog. Dort können ab sofort schriftliche Gebote abgegeben werden.

Für persönliches Bieten in Wetzlar am 23.Mai 2014 um 14h können Sie sich unter 100years-auction [at] westlicht.com registrieren.

 

Hier einige Highlights aus dem Kamerabereich

Los 1, Kellner Telescope, c.1852
€ 30’000 / € 50’000 – 60’000

Westlicht_Los_001_Kellnersches_Teleskop

Carl Kellner gründete sein «Optisches Institut» in Wetzlar im Jahr 1849. Im Kellner Verkaufsbuch ist erstmals ein «Fernrohr mit Stativ» nachgewiesen am 25.11.1852. Das angebotene Fernrohr ist das frühest bekannte Beispiel eines Produkts der optischen Werkstätte, aus der ab 1869 die Leitz Werke entstanden sind – historisch bedeutend und vermutlich das einzig erhaltene Exemplar aus dieser frühen Zeit des Optischen Instituts von Carl Kellner.

 

Los 5, Broschüre «Barnack Kamera», 1924
€ 1’600 / € 3’000 – 4’000

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Die erste Broschüre der neuen Kamera für 35mm Film mit der Bezeichnung ‚Barnack Kamera‘, extrem selten! Als Oskar Barnack im März 1914 das erste Modell seiner Foto-Kamera für den Kinofilm fertiggestellt hatte, nannte er sie «Liliputkamera», da sie viel kleiner war als die damaligen Plattenkameras. Die Abteilung, in der die Kamera ab 1925 produzierte, hiess «Abteilung Barnack», von daher mag es gekommen sein, dass man sie in der ersten Drucksache, mit der man die Kamera vorstellen wollte, kurzerhand «Barnack»-Kamera nannte. Als man erkannte, dass Barnack kein bekannter Name war, zog man die beiden ersten Silben der kennzeichnenden Worte zusammen: Leica = Leitz Camera.

 

Los 9, Poster, «Leica Das kleine Photowunder», c.1928
€ 6’000 * / € 12’000 – 14’000

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Der Originaldruck des berühmten grossformatigen Schweizer (!) Leica Werbeposters (Format 101 cm x 127 cm, gerahmt) von Hubert Saget, signiert *Saget*, gedruckt von der Graph. Anstalt W. Wassermann, Basel. Das einzigartige Poster (in perfektem Zustand) wurde für «Optiker Koch Zürich» gedruckt. Genau dieses Poster ist auf dem Schutzumschlag von Jim Lager, Volume 1, Cameras, abgebildet.

 

Los 13, Leica II Mod. D Luxus, 1932, No. 98248
€ 120’000 / € 250’000 – 300’000

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Die Entdeckung der bis dato unbekannten Kamera ist eine Sensation. Sie wurde vor vielen vielen Jahren auf einem Flohmarkt in Frankreich gefunden und befand sich seitdem in einer privaten Sammlung. Erst kürzlich fand der Eigentümer heraus, dass er im Besitz einer Original «Luxus»-Leica im ursprünglichen Zustand ist. Es handelt sich dabei nicht nur um die allerletzte produzierte «Luxus»-Leica, sondern auch um eines von nur vier Leica II (D) Modellen mit eingebautem Entfernungsmesser und Wechselobjektiv. Die original vergoldete und mit Echsenleder bezogene «Luxus»-Leica kostete 1929 das Doppelte einer Normalausführung. Von 1929 und 1933 wurden weniger als 100 Exemplare vergoldeter Leica Kameras hergestellt. Die originale «Luxus»-Leica ist heute eine der gesuchtesten und seltensten Leica Kameras überhaupt.

 

Los 16, E. Leitz New York Leica Gewehr Rifle, 1937, No. 123
€ 120’000 / € 220’000 – 260’000

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Die Firma E. Leitz, Inc. New York brachte 1938 das Leicagewehr unter dem Codewort «Rifle» auf den Markt, welches jedoch nur noch ein Jahr lang (1938 bis 1939) hergestellt wurde. Mit Hilfe des «Rifle» wurde 1938 zum ersten Mal der Versuch unternommen, mit langen Brennweiten ebenso uneingeschränkt und freihändig zu fotografieren, wie man es auch von der Leica-Kamera gewohnt war. Weltweit existieren nur etwa 10 Stück dieses spektakulären Gerätes.

 

Los 22, Leica 2500GG mit Leica-Motor MOOEV, 1941, No. 352404
€ 120’000 / € 250’000 – 300’000

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Die Leica 250 wurde auch «Reporter»-Leica genannt. Mit ihren grossen Kassetten fasste sie 10 Meter Film und so konnte man mit ihr bis zu 250 Aufnahmen ohne Filmwechsel machen. Sehr wenige Exemplare wurden mit einem elektrischen Motorantrieb MOOEV ausgestattet und dienten der Luftaufklärung in deutschen Kampfflugzeugen, in denen sie fest eingebaut waren. Maximal 92 Motoren wurden geliefert, die meisten gingen im Luftkampf verloren.

 

Los 52, Leica M3 Prototyp, c.1953, No. 0025
€ 80’000 / € 150’000 – 200’000

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Im Jahr 1953 wurden etwa 65 Vorserienkameras der Leica M3 für Erprobungszwecke gefertigt, von denen nur wenige überlebt haben. Diese Kameras weisen noch einige konstruktive Unterschiede zu den ersten Serienkameras der M3 auf. Die Kamera befindet sich in einem fantastischen, fast neuwertigen Zustand. Dies ist eine seltene Gelegenheit zum Erwerb einer der wichtigsten Kameras in der Geschichte der Leica M.

 

Los 60, MP Schwarzlack, 1957, No. MP-99
€ 140’000 / € 250’000 – 300’000

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Die Leica MP ist das einzige Serienmodell, das eine individuelle Nummerierung aufweist und von den sonst üblichen Fabrikationsnummern aller anderen Leica-Kameras völlig abweicht. Die MP gehört mit einer Gesamtzahl von nur 412 Exemplaren wohl zu den seltensten Leica-Modellen überhaupt. Von der schwarz lackierten Ausführung wurden lediglich 141 Stück produziert und hauptsächlich von Berufsfotografen erworben. Viele der berühmten Magnum Fotografen haben mit MP Kameras gearbeitet. Sie zählt heute zu den begehrtesten Leicas überhaupt.

 

Los 75, Leica M3 Schwarzlack, «Henri Cartier-Bresson», 1960, No. 993659
€ 20’000 / € 40’000 – 50’000

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Diese Kamera gehörte Henri Cartier-Bresson, der sie von Ende 1960 bis zirka 1968 benutzte und sie dann Inge Morath schenkte. Die Innenseite der Rückwand trägt einen Schriftzug mit der Seriennummer in HCBs Handschrift, der auch die Initialen «HB» umfasst, und dieselben Nummern auf dem Bodendeckel. Der Magnum Fotograf Ara Güler fotografierte 1964 HCB mit seiner M3 und dem Summicron. Im Fotografie-Teil der Auktion wird ein grossformatiger Abzug des Fotos angeboten.

 

Los 77, Magnum Press Card «Elliott Erwitt»
€ 15’000 / € 30’000 – 35’000

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Ein unglaubliches Dokument der Fotogeschichte ist der erste Magnum Presseausweis des berühmten Magnum Fotografen Elliott Erwitt aus dem Jahr 1953. Signiert von EE und dem damaligen Magnum Präsidenten Robert Capa, ein Jahr bevor er im Indochina-Krieg auf eine Landmine trat. Eliott Erwitt: «1953 gab es noch keine Mitgliedsstruktur bei Magnum. Robert Capa versprach, mich bei meiner Ausmusterung aus der amerikanischen Armee aufzunehmen. So wurde ich innerhalb von Stunden nach meiner Entlassung im März 1953 ein Mitglied von Magnum. 1953 waren die Dinge einfacher, was Presseausweise und Zugang zu Menschen und Ereignissen betraf. Trotzdem war es gut, ein scheinbar offizielles Papier als Ausweis zu haben. Und natürlich war es auch eine Ehrensache, einen ‚Presseausweis‘ zu haben, den der wohl wichtigste und schneidigste Fotojournalist von der prestigeträchtigsten Fotoagentur seiner Zeit unterschrieben hatte. Wenn ich mir den Ausweis heute anschaue, habe ich Schwierigkeiten mit der Vorstellung, dass irgendjemand die abgebildete Person (mich) ernst nehmen könnte – ich sehe aus, als sei ich etwa 12 Jahre alt.» Dabei ist eine Leica MP mit der Gravur ‚Elliott Erwitt‘.

 

Los 100, Leica Edition ‘100 Jahre Leica’, 2014, No. 001/100
€ 22’000

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Anlässlich des runden Jubiläums «100 Jahre Leica Fotografie» stehen neben zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen auch eine besondere Jubiläumsedition auf dem Programm. Viele der in aufwändiger Handarbeit zu besonderen Anlässen gefertigten Leica Sondereditionen sind Raritäten mit besonderen Gravuren und Materialien, die einen grossen Reiz für Sammler haben. Im Rahmen der Auktion gibt es die Gelegenheit, eine der hochwertigsten Leica Edition zu ersteigern. Unter den 100 äusserst seltenen «Schätzen» aus der Leitz/Leica Produktwelt ist Los 100 ein aktuelles Highlight, mit dem das Unternehmen in Wetzlar «100 Jahre Leica Fotografie» feiert. Das Geheimnis wird am 22.Mai, einen Tag vor der Auktion gelüftet.

 

Einige Highlights der Fotolose:

 

Los 105, Julius Huisgen (zugesprochen), Oskar Barnack, Wetzlar 1934,Vintage silver print
€ 2’000 / € 4’000 – 5’000

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Der von Oskar Barnack signierte Vintage Print wird begleitet von seiner originalen Leitz Visitenkarte («Chefkonstrukteur der Leica, Wetzlar») aus dem Jahr 1928. Den vorliegenden Abzug schenkte Barnack seiner Tochter im Jahr der Aufnahme.

 

Los 116, Dmitri Kessel, Henri Cartier-Bresson with Leica M3, 1955, Vintage silver print
€ 4’000 / € 7’000 – 9’000

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Diese Porträtaufnahme von Henri Cartier-Bresson, der mit Mantel, Hut und ausgestattet mit seiner Leica (M3 mit Summarit 1,5/50mm) bei seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Fotografieren, vom Life Fotografen Dmitri Kessel ertappt wurde, liegt als seltener Vintage-Print vor.

 

Los 145, Elliott Erwitt, The Kitchen Debate (Nikita Khrushchev, Richard Nixon), Moscow, 1959, 3 Vintage silver prints
€ 8’000 / € 15’000 – 18’000

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Die seltene Serie aus drei Vintageabzügen enthält auch das Schlüsselbild der sogenannten «Küchendebatte», das Motiv mit Neg.-Nr. 58, in dem Nixon seinen Zeigefinger auf Chruschtschows Brust setzt, außerdem zwei zuvor aufgenommene, die neben den gestikulierenden Opponenten auch die Zuhörer zeigen, darunter Leonid Breschnew.

 

Los 149 Alfred Eisenstaedt Marilyn Monroe, Hollywood 1953, Gelatin silver print, printed in the late 1970s
€ 4’000 / € 7’000 – 9’000

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Das Porträt der damals 26-jährigen Marilyn Monroe wurde von Eisenstaedt im Innenhof ihres Hauses in Hollywood für Life aufgenommen. Der signierte Abzug aus den 1970er-Jahren stammt aus dem Familiennachlass Eisenstaedts. Eisenstaedt war einer der ersten Fotografen, der ausschließlich mit Kleinbildkamera arbeitete – schon 1931 kaufte er sich seine erste Leica.

 

Los 163, Ulrich Mack, Wild horses, Kenya 1964, Vintage silver print
€ 3’000 / € 5’000 – 6’000

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Der seltene signierte Vintage-Print aus Ulrich Macks legendärer Fotoserie kommt direkt aus dem Besitz des Fotografen. Für die Reportage, gemacht mit einer Leica M2 in der afrikanischen Steppe Kenias, erhielt Mack den renommierten World Press Photo Award in nicht weniger als vier Kategorien.

 

Los 166, René Burri, Che Guevara, Cuba 1963, Vintage silver print
€ 8’000 / € 15’000 – 18’000

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Dieser extrem frühe Vintage-Print ist einer von nur 15 kurz nach der Aufnahme hergestellten Exemplaren, die damals vom Fotografen selber geprintet wurden. Burri war in Kuba um Ernesto «Che» Guevara, als Präsident der Nationalbank und Industrieminister der nach Fidel Castro zweitmächtigste Mann auf Kuba, anlässlich eines Interviews für das amerikanische Magazin Look zu fotografieren.

Weitere Informationen zur Leica-Jubiläumsauktion am 23.Mai 2014 in Wetzlar finden Sie unter www.westlicht-auction.com

 Sämtliche Bilder: Copyright © WestLicht Photographica Auction

 

WestLicht Photographica Auction
Westbahnstrasse 40
AT-1070 Wien
Tel. 0043 1 523 56 59-10

 

 

 

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