Urs Tillmanns, 29. Mai 2015, 07:00 Uhr

Automatische Perspektivkorrektur mit dem Jobo LensTRUE System

Das Problem der «stürzenden Linien» lässt sich nicht nur mit einem Shift-Objektiv oder bei der Bildbearbeitung lösen, sondern neuerdings mit dem LensTRUE-System, das aus einem Hardwaremodul und einer entsprechenden Software besteht. Das lohnt sich vor allem für Fotografen, die häufig Architektur- oder Sachaufnahmen machen.

 

Das Lens TRUE System von Jobo liefert perspektivkorrigierte Fotos per Mausklick. Jedes profilierte Objektiv kann mit dem LensTRUE System quasi in ein Shift-Objektiv verwandelt werden und korrigiert die Perspektive mühelos mit einer Software.

LensTrue-meter2_mit_Kamera_750

Das Hardwaremodul «LensTRUE meter» (Bild) erfasst mit einem hochsensiblen Gyrosensor die exakten Neigungsdaten der Kamera zum Zeitpunkt der Aufnahme. Die mitgelieferte Software (LensTRUE Visualizer) verarbeitet diese Neigungsdaten des LensTRUE meters mit den Objektiv- und Kameradaten und den Bilddateien.

LensTrue-visualizer_750

Die Berechnung der geometrischen Perspektivkorrektur leistet die LensTRUE Software (Bild) dann automatisch «per Mausklick». Eine geometrisch korrekte Perspektiventzerrung ist selbst mit viel Zeit und Geduld in Photoshop und anderen Bildbearbeitungsprogrammmen nicht möglich.

LensTrue System Dom 
Unser Beispielbild: Der Kölner Dom perspektivisch fotografiert und mit LensTRUE korrigiert

Ein Quadrat bleibt ein Quadrat. Das kann man sehen. Der typische Effekt einer verwendeten Brennweite bleibt dabei freilich erhalten. Nach wie vor überzeichnet ein Weitwinkel die Perspektive während die lange Brennweite die Gegenstände näher an einander rückt.

Während man mit einem TS-Objektiv bereits bis ca. 10 Grad Shiften konnte, erlaubt das LensTRUE System mühelos ein Shiften bis 35 Grad. Dabei bleiben die Zoomfunktion, Autofokus und Autobelichtung des jeweiligen Objektivs erhalten, so dass der Einsatz von LensTRUE auch ohne Stativ möglich ist.

Neben dem Shiften erlaubte die analoge Fachkamera dem Fotografen früher die Bildstandarte zu drehen. Damit wurde selbst von der Seite eine zentralperspektivische Darstellung des Objekts ermöglicht. Man konnte also früher «um die Laterne herum fotografieren». Heute sind die Sensoren planparallel zu dem Objektiv verbaut und können nicht physisch gedreht werden. Aber eben dies erlaubt nun der LensTRUE Visualizer ganz mühelos im Nachhinein. Mittels der virtuellen Bildstandarte kann die Perspektive im LensTRUE Visualizer überzeichnet oder in die Zentralperspektive gerückt werden – ganz nach Belieben des Fotografen.

Hinter dem LensTRUE Produkt steht ein Team das von der Produktentwicklung über die Produktion bis zur Vermarktung alle Kompetenzen abdeckt. Detlef Grosspietsch ist Profifotograf und der Erfinder. Der Algorithmus wurde massgeblich von Prof. Dr. Christian Wöhler entwickelt und das ganze Software Interface inklusive RAW-Converter wird von Thorsten Lemke verantwortet. Mit Johannes Bockemühl ist auch Jobo Teil des Teams, der für die Produktion und den weltweiten Vertrieb von LensTRUE verantwortlich ist.

Auf der Photokina wurde das Produkt Lens TRUE System erstmalig der Öffentlichkeit live vorgestellt. Das LensTRUE System wird seit Januar 2015 an handverlesene Kunden verkauft. Inzwischen ist die Serienfertigung angelaufen. Bereits über 30 Objektive sind profiliert und in der Software (LensTRUE visualizer) hinterlegt. Das LensTRUE System für Vollformatkameras kostet mit 990 EUR etwa so viel wie ein einzelnes günstiges TS-Objektiv.

Speziell für Mittelformatkameras wurde das LensTRUE M entwickelt. Das LensTRUE M kostet 1290 EUR und ist zunächst nur für die Pentax 645 kompatibel, wird aber Zug um Zug für weitere Mittelformatkameras profiliert. Der Vertrieb erfolgt von Jobo direkt und über den qualifizierten Fotofachhandel.

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Jobo International GmbH, Kölner Strasse 58, D-51645 Gummersbach, E-Mail: info [at] jobo.com,

Web: www.jobo.com // www.lenstrue.com

 

 

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