Urs Tillmanns, 1. November 2015, 08:30 Uhr

Lahza – Syrische Kinder fotografieren ihr Leben im Flüchtlingslager

Im Rahmen der UNICEF-Programme mit syrischen Flüchtlingskindern im Libanon haben 500 Kinder mit Einwegkameras ihren Alltag in ihrem Flüchtlingslager festgehalten. Entstanden ist ein eindrückliches Zeitzeugnis aus Kindersicht. Zum Projekt ist ein 140-seitiger Katalog erschienen, der bei UNICEF Zürich bestellt werden kann.

 

Seit Beginn des Syrienkonflikts im Jahr 2011 sind über eine Million Menschen vor Gewalt und Bürgerkrieg ins Nachbarland Libanon geflüchtet. Viele von ihnen haben Angehörige verloren, haben die Zerstörung ihrer Häuser miterlebt und träumen dennoch davon, bald in ihre Heimat zurückkehren zu können. Nun da der Konflikt im fünften Jahr steht, wird die Situation zunehmend zur Herausforderung und Ressourcen werden knapp.

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Mit 500 Einwegkameras lernen die Kinder in einem syrischen Flüchtlingslager zu fotografieren und halten ihren Alltag in beeindruckenden Bilddokumenten fest

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Das Projekt: Syrische Flüchtlingskinder erhalten 500 Einwegkameras

Der Fotograf Ramzi Haidar hat im Rahmen einer Zusammenarbeit mit UNICEF syrische Kinder im Flüchtlingslager mit 500 Einwegkameras ausgestattet und sie während neun Monaten begleitet. Ziel des Programms ist es, den Kindern eine Möglichkeit zu geben, ihr Erlebtes und ihre Gefühle auszudrücken und so die Erfahrungen des Konfliktes und der Flucht zu verarbeiten.

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Die Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren lernten die Grundbegriffe der Fotografie kennen und haben mit Begeisterung von der Kamera Gebrauch gemacht und ihr Leben im Flüchtlingslager festgehalten. Neben vielen Erinnerungsfotos für die Kinder und ihre Familien, ist ein eindrückliches Zeitzeugnis aus Kindersicht entstanden. Die Fotografie gibt den Flüchtlingskindern eine Möglichkeit, Fähigkeiten und Talente zu entdecken und weiter zu entwickeln. So kann die Arbeit mit der Kamera den syrischen Kindern helfen, mit ihren Gefühlen von Entwurzelung und Trauer umzugehen.

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Die entstandenen Aufnahmen beeindrucken durch den Kontrast zwischen dem Alltag im Flüchtlingslager und dem Leben auf der Flucht und gleichzeitig der Freude der jungen Fotografinnen und Fotografen, die ungezwungen ihren Alltag und ihre Umgebung festhalten. Es sind Momentaufnahmen der Begeisterung über die Fähigkeit, schöpferisch tätig zu sein. Lahza, der Name des Projekts, ist arabisch und bedeutet «Moment».

 

Die Ausstellung Lahza ist noch heute auf der Kunst 15 Zürich zu sehen

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Eine erste Ausstellung zeigte die Fotos der syrischen Flüchtlingskinder im Januar 2015 in Beirut, zum zweiten Mal waren die Bilder an der Kunst 15 Zürich (Fotointern.ch berichtete) in Zürich-Oerlikon zu sehen.
Zur Ausstellung, die möglicherweise noch an anderen Orten in Europa gezeigt wird, ist ein Katalog mit 140 beeindruckenden Bildern entstanden, der für CHF 25.00 (zzgl. Versandkosten) bei der UNICEF Zürich via info [at] unicef.ch bestellt werden kann. Der Erlös aus Spenden und dem Verkauf des Fotokatalogs geht an UNICEF-Bildungsprogramme für syrische Flüchtlingskinder im Libanon.

Zum Projekt sind auch Dok- und Kurzfilme mit Kommentaren einzelner Kinder auf YouTube zu sehen

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