Markus Zitt, 3. Februar 2016, 21:00 Uhr

Sony Alpha 6300: Schnelle Spiegellose mit E-Mount, APS-C-Sensor und 4K-UHD-Video

Nach langer Zeit erweitert Sony ihr E-System wieder durch eine Kamera mit Sensor im APS-C-Format. Die neue Alpha 6300 (ILCE-6300) soll laut Sony alle Rekorde punkto Schnelligkeit des Autofokus brechen. Die kompakte Systemkamera liefert Fotos mit bis 24,2 Mpx sowie Videos bis 4K-UHD (3840 x 2160/30/25/24p) und ist zeitgemäss mit hoch auflösendem elektronischem Sucher, Wi-Fi und NFC ausgestattet.

 

Nachdem sich Sony die letzten Monate Systemkameras vor allem auf die Alpha-7-Modelle mit Sensor im Kleinbild-Vollformat konzentrierte, bringt der fortschrittliche Kamerahersteller mit der Alpha 6300 wieder ein kleineres Modell mit APS-C-grossem Sensor auf den Markt. (Gleichzeitig mit der Alpha 6300 wurden drei neue Vollformsatobjektive smat zwei Teleconvertern zum E-System angekündigt, die auf diese Kamera und die «Alpha-7»-Modelle passen. Mehr dazu lesen Sie in einer separaten Meldung.)

Sony a6300 N frontal Blick auf SensorDer neu entwickelte 24,2 Megapixel Exmor Sensor im APS-C Format (23.5 x 15.6 mm) nimmt auch Videos in UHD/4K-Auflösung auf.

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Die Sony Alpha 6000 von Februar 2014 bekommt Verstärkung durch die neue leistungsstärkere, modernere Alpha 6300. Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Schwestern ist der Autofokus. Die neue Alpha 6300 kann dank «4D FOCUS»-System jedes Objekt vor der Kamera in einer Rekordzeit von 0,05 Sekunden erfassen– und lässt es nicht mehr aus den Augen. Schneller schafft das keine vergleichbare APS-C-Kamera. Zudem können sich Fotograf und Kamera auf 425 Phasen-Autofokus-Punkte verlassen, die über die gesamte Sensoroberfläche verteilt sind. Auch hier gilt: Keine vergleichbare Kamera kann auf Informationen von so vielen Autofokus-Helfern zurückgreifen.
Die optimale Mischung zwischen ultraschnellem Phasenautofokus- und extrem genauen Kontrastautofokuspunkten macht das Erfolgsgeheimnis des schnellen Hybrid-Autofokussystems aus.

Mit elf Bildern pro Sekunde (11 fps) führt die Alpha 6300 zudem bei sich bewegenden Objekten die Schärfe nach und justiert die Belichtung kontinuierlich. Auch das sind Spitzenwerte auf dem Kameramarkt.

Sony a6300 FE2470GM image white

Alpha 6300 mit dem neuen 2,8/24-70mm-Zoom. Sie soll den schnellsten Autofokus aller Systemkameras mit APS-C-Sensor haben und über die derzeit grösste ANzahl an  Autofokuspunkte aller aktuellen APS-C-Systemkameras verfügen.

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Erstmals integriert Sony eine neue AF-Tracking-Technologie in eine Kamera. Selbst kleine Objekte werden aufgrund der hohen Dichte der AF-Punkte deshalb schneller und zuverlässiger erkannt und bleiben stets im Fokus. Sind Hund, Athlet oder Vogel von der Kamera erfasst, aktiviert sie verschiedene Autofokuspunkte in der Nähe des Objekts und kann so auch schnellen Bewegungen besser folgen. Gerade im Zusammenhang mit Serienbildaufnahmen von elf Fotos in der Sekunde oder acht Bildern im ununterbrochenen «Live View»-Modus liegt die Schärfe immer zu 100 Prozent an der gewünschten Stelle.

Die 425 Phasen-Autofokuspunkte mit verbesserter Nachverfolgung und Genauigkeit stehen übrigens auch uneingeschränkt zur Verfügung, wenn die Alpha 6300 gemeinsam mit SAM oder SSM A-Mount Objektiven via LA-EA3 Adapter genutzt wird. Keine andere APS-C-Kamera von Sony verfügt bisher über diese Fähigkeit.

Sony a6300 N mit SELP1650 LCD ausgeklappt

Beim neuen Sensor setzt Sony auf neue Kupferdrähte. Das erhöht die Effizienz des Sensors bei der Lichtaufnahme und erhöht die Geschwindigkeit des Datentransports bzw Auslesens. Der «BIONZ X»-Prozessor verfügt über neue Algorithmen zur Bildverarbeitung und kitzelt so alle Detailinformationen aus dem Sensor. Gemeinsam halten Sensor und Prozessor das Bildrauschen auf niedrigem Niveau. Auch Details bleiben gerade bei den mittleren ISO-Empfindlichkeitsstufen erhalten. Deshalb stehen Sensor und Prozessor für beste Bildergebnisse von ISO 100 bis 51’200 im Fotomodus bzw. ISO 25’600 im Videomodus.

Sony a6300 N mit SELP1650 Aufsicht

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Besser unterwegs ist die neue Alpha 6300 auch in Sachen Sensor und Sucher. Der neue 24,2 Megapixel Exmor APS-C Sensor liest Bilddaten sehr schmell aus. Das ermöglicht ein kontinuierliches Live-Bild im digitalen Sucher oder auf dem LCD-Bildschirm mit schneller Bildrate (8 fps). Ohne Zeitverzögerung kann es der Sucher der Alpha 6300 mit klassischen optischen Suchern aufnehmen.

Sony a6300 N mit SELP1650 frontal topDer bei verschiedenen «Alpha 7»-Kameras geschätzte «Silent Shooting»-Modus (geschäuschlose Auslösung mittel elektronischem Verschluss), der die Alpha 6300 komplett lautlos arbeiten lässt, ein AF Vergrösserungs-Modus sowie diverse Autofokus-Modi («expanded flexible spot AF», «Augen AF» im AF-C Modus etc.) runden die Flexibilität der Kamera in Sachen Autofokusleistung ab.

Zeitgemässe Videofunktionen für verserte Filmer

Auch in Sachen Video legt die Alpha 6300 einen digitalen Zahn zu. Aufnahmen in 4K-UHD (3840 x 2160/30p/25p/24p) mit voller Pixelauslesung ohne «Pixel Binning» (Zusammenfassen von benachbartern Sensels zu Pixels) im Super 35mm Format sind ab sofort Standard. Rund 20 Megapixel Information werden im 4K Modus ausgelesen – das entspricht rund 2,4-mal so vielen Pixeln wie für 4K-UHD normalerweise benötigt wird. Die Masse an Daten wird dann dank Oversampling zu einem detailreichen 4K-UHD-Video zusammengeführt. Mit einer Bitrate von bis zu 100 Mbit/s zeichnet die Alpha 6300 im XAVC S Codec 4K Videos auf. UHS Class 3 Speicherkarten sind bei 100 Mbit/s Pflicht.

Für Full HD (1920 x 1080) stehen Bildraten von 120p, 60p, 60i, 30p, 25p und 24p zur Wahl. Zum ersten Mal kann die Alpha 6300 zudem Full HD mit 120 Bildern pro Sekunde und 100 Mbit/s aufzeichnen. Das gab es so bei einer APS-C Kamera mit Wechselobjektiven noch nicht. Damit werden zukünftig auch Videos in vier- bis fünffacher Zeitlupe in Full HD (24p oder 30p) möglich. Profis oder solche, die es werden wollen, können mit der Alpha 6300 auch im S-Log Gamma Profil aufzeichnen. Mit 14 Blendenstufen ist der Dynamikumfang hier sehr gross. S-Gamut schliesslich erweitert den Farbraum bei der Videoaufzeichnung. Beides eröffnet neue Möglichkeiten bei der Nachbearbeitung der Videos.

Auch im Videomodus arbeitet der Autofokus rund doppelt so schnell wie bei der Alpha 6000. Auf Wunsch lassen sich Autofokus Geschwindigkeit und Nachverfolgung manuell anpassen. So bleibt auch im Videomodus maximale Kreativität erhalten.

Und damit neben einem erstklassigen Bild auch der Ton nicht zu kurz kommt, verfügt die Alpha 6300 über einen separaten Mikrofon-Eingang, der sich sowohl mit klassischen Mikrofonen als auch mit dem XLR-Adapter von Sony bestens versteht.

Die «Gamma Display Hilfe»-Funktion erlaubt es dem Nutzer, schon während der S-Log Aufnahme die Qualität des Videos zu überprüfen. Die «Zebra»-Kontrolle hat allzeit die Belichtungseinstellungen im Blick. Verschiedene Bildprofile, Time Code / User Bit und vieles mehr lassen sich auf Wunsch zuschalten. Auch das erhöht den Komfort bei der Aufnahme sowie der Nachbearbeitung.

Sony a6300 N hinten

Damit nicht nur dem Autofokus, sondern auch dem Nutzer kein Detail entgeht, glänzt die Alpha 6300 mit einem hoch auflösenden, kontrastreichen «XGA OLED Tru-Finder»-Sucher mit rund 2,4 Millionen Bildpunkten. In einem neuen Modus kann der Sucher sogar 120 Bilder pro Sekunde zeigen. Selbst schnellste Bewegungen werden so perfekt dargestellt. Gerade bei Serienbildern ist das Gold wert.

Die Alpha 6300 liegt dank ihres robusten Magnesiumgehäuses fest in der Hand. Neun Bedienknöpfe warten darauf, von ihrem Nutzer individuell mit Funktionen belegt zu werden. Insgesamt stehen 64 Funktionen zur Auswahl. Auf Wunsch lässt sich im Sucher und auf dem Monitor eine digitale Wasserwage einblenden. Auch ein Staub- und Feuchtigkeitsschutz sowie ein verstärktes Bajonett wurde für die neue Alpha 6300 umgesetzt. Der verbesserte Auslöseknopf und das Moduswahlrad erhöhen den Bedienkomfort.

Wie es sich für eine Kamera von Sony gehört, sind Wi-Fi und NFC genauso an Bord wie «Sony PlayMemories Camera»-Apps für das propritäre Betriebssystem der Kamera . Wer mag, kann die Kamera mit der «PlayMemories Mobile-App, einer für Android und iOS verfügbaren App, fernsteuern oder Bilder übertragen. Per QR–Code, der auf dem Kameramontor angezeigt werden kann, lassen sich auch Smartphones ohne NFC spielend leicht mit der Kamera verbinden.

Preise und Verfügbarkeit

Die neue Sony Alpha 6300 wird ab März 2016 in der Schweiz erhältlich sein. Die Schweizer Preise werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Update vom 22. Februar 2016: Die Preis für das Gehäuse und zwei Kits wurden nun veröffentlicht. Los geht es ab 1399 Franken. Details zeigt die separate Meldung.

Weitere Infos

Sony.ch

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6 Kommentare zu “Sony Alpha 6300: Schnelle Spiegellose mit E-Mount, APS-C-Sensor und 4K-UHD-Video”

  1. „Beim neuen Sensor setzt Sony auf neue Kupferdrähte. Das erhöht die Effizienz des Sensors bei der Lichtaufnahme und erhöht die Geschwindigkeit des Datentransports.“
    Kupferdraht = der neue Fluxkompensator! Gibt sicher den Nobelpreis für die neue Elektrophysik von Sony…

  2. Meine Frau hat die 6000 und ist damit sehr zufrieden. Ich benutze immer noch die A57. Ich schiele schon sehnsüchtig nach der A7R II. Und jetzt das. Hmm. Kann gut sein, dass es Beide werden. Die 6300 für die Tierfotografie und die Vollformat für den Rest. Oder was meint Ihr? Vom Geld wollen wir jetzt nicht sprechen. Es ist klar, dass alles seinen Preis hat.

    1. Ich glaube , man kommt auch mit einer A7R II alleine aus. Der Vorteil des kleineren Sensors der Alpha 6300 mit seinem Crop-Faktor bzw. seiner 1,5fachen Brennweitenverlängerung wird von der hohen 42Mpx-Auflösung der A7R II eigentlich egalisiert. Man kann entweder die A7R II auf den kleineren Sensorausschnitt umschalten (geht mit APS-C-Objektiven auch automatisch) oder nachträglich beim Bearbeiten einen entsprechenden Ausschnitt wählen. In beiden Fällen kommt man ungefähr auf die gleiche Auflösung.
      Je nach Tiermotiven könnten der schnellere Autofokus und die schnellen Serienbilder aber dennoch für die Alpha 6300 als Zweitkamera für Tieraufnahmen sprechen. Vielleicht bietet sie auch ein besseres Rauschverhalten als die A7R II.

      1. Danke Markus. Ich denke, ich werde zuerst meine A57 durch die A6300 ersetzen und danach an der Photokina im Herbst entscheiden, ob ich nicht doch noch eine Digitale Vollformatkamera kaufe. Habe gerade eben auch über die neuen Objektive gelesen. Budget wird schön strapaziert. Hach, wenn das Hobby nicht so viel Freude bereiten würde… 😉

    2. Hallo Matthias

      Ich nutze den Metabones Speedbooster um den Crop-Faktor zu kompensieren und er lässt mich Canon Objektive verwenden. Der grosse Vorteil für mich ist, dass ich mit einem „normalen“ adapter den Crop-Faktor für Telefotografie für mich nutzen kann. So habe ich nur eine Kamera und bin mit weniger Objektiven flexibler. Klar mein Anspruch ist es Platz zu sparen, da ich sehr viel unterwegs bin.

      Ich werde mir die a6300 holen, da sie vor allem auch im Bereich Video stark zugelegt hat und sich somit auch einzigartig in dieser Preiskategorie macht.

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