Urs Tillmanns, 28. Februar 2017, 09:30 Uhr

Drei Schweizer in der engeren Auswahl der Sony World Photography Awards

Mehr als 227’000 Bilder aus 183 Ländern wurden dieses Jahr bei den Sony World Photography Awards eingereicht. Die Jury ehrt heute die Arbeit von drei Schweizer Fotografen durch die Aufnahme deren Bilder in die Top 10 des Profi- und Offenen Wettbewerbs. Sechs weitere Fotografen aus der Schweiz haben es zudem unter die Top 50 ihrer jeweiligen Kategorie geschafft.

 

Sabine Cattaneo aus Lugano wurde im Profi-Wettbewerb, in dem eine starke Fotoserie von 5 bis 10 Bildern bewertet wird, in der Kategorie «Konzept» in die Shortlist aufgenommen, während Jan Ryser aus Langnau und Alessandra Meniconzi aus Lugano mit ihren Einzelbildern in der Kategorie «Wilde Tiere» des Offenen Wettbewerbes auf der Shortlist stehen.

 

Die Schweizer Fotografen der Shortlist

Sabine Cattaneo – Profi-Kategorie «Konzept»

Sabine, eine Schweizer Fotografin aus Lugano, wurde für ihre nachdenkliche Serie «Art. 115» in die Shortlist aufgenommen. Die ästhetisch subtile Serie setzt sich mithilfe einer visuellen Sprache, die Bilder und Text vermischt, mit der Sterbehilfe in der Schweiz auseinander.

Sabine beschreibt ihre Serie und die zugrunde liegende Geschichte wie folgt: «Wegen des medizinischen Fortschritts und der veränderten Haltung gegenüber der eigenen Sterblichkeit ist in den letzten Jahrzehnten ein neues Bedürfnis aufgetreten: der Wunsch, das eigene Ableben mithilfe der Sterbehilfe zu beschleunigen. Bis heute ist begleitetes Sterben nur in wenigen Ländern erlaubt, entweder in der Form von Euthanasie oder Sterbehilfe. Während Euthanasie in der Schweiz verboten ist, regelt Art. 115 des Schweizerischen Strafgesetzbuches die aktive Sterbehilfe seit 1942. Auf dieser Grundlage haben mehrere Sterbehilfeorganisationen genügend Spielraum gefunden, um Menschen, die begleitet sterben wollen, beizustehen, sofern sie die spezifischen internen Bestimmungen erfüllen.»

Zu ihrem Bild meint Sabine: «Ich habe meine Ausbildung 2016 abgeschlossen. Die Serie war Teil meiner Diplomarbeit. Die Auszeichnung durch die Sony World Photography Awards ist ein unglaublicher Erfolg und eine unerwartete Ehre. Ein Thema kann auf verschiedene Art und Weise behandelt werden. Dieser Preis motiviert mich, nach neuen, einzigartigen Wegen zu suchen.»

 

Jan Ryser – offene Kategorie «Wilde Tiere»

Jan wohnt in Langnau und arbeitet für Pro Natura, eine Schweizer Naturschutzorganisation. Er wurde für sein faszinierendes Foto «Black rhinoceros at night» in die Shortlist aufgenommen. Die atemberaubende Nachtaufnahme zeigt ein Nashorn am Okaukuejo-Wasserloch im Etosha- Nationalpark in Namibia.

Jan dazu, wie sein Foto zustande kam: «Die Nashörner kommen regelmässig zu diesem Wasserloch. Ich habe den Blitz etwa 30 Meter von der Kamera entfernt positioniert. Im ruhigen Wasser reflektierte sich alles, während das Tier wegen des Lichteinfalls isoliert wurde. Die dadurch entstehende Struktur und Textur des Körpers liess ein fast dreidimensionales Bild entstehen.»

Zu seinem Erfolg meint Jan: «Ich beschäftige mich seit meiner Kindheit mit Fotografie. Der Erfolg an diesem Wettbewerb ist eine grosse Auszeichnung und Motivation.»

 

Alessandra Meniconzi – Offene Kategorie «Wilde Tiere»

Alessandra, eine Fotografin aus Lugano, kam für ihre perfekte Aufnahme «Flamingos Soul» auf die Shortlist. Das Foto ist ein wunderschöner Schnappschuss von Flamingos in Walvis Bay, Namibia, mit zarten Farbtönen, die das Thema vervollständigen. Alessandras Arbeiten konzentrieren sich meist auf antikes Erbe, Sitten und Gebräuche, Spiritualität und den Alltag von indigenen Völkern, die eng verbunden mit der Natur leben und deren traditionelle Kulturen vor dem Aussterben bedroht sind.

Über die Absicht hinter «Flamingos Soul» sagt Alessandra: «In diesem Foto stehen nicht nur die Flamingos im Mittelpunkt. Ich wollte ein Bild schaffen, das nicht nur den Anmut dieser faszinierenden rosafarbenen Vögel zeigt, sondern auch meine Leidenschaft und Liebe zur Natur.»

 

Preise und Ausstellung

Die Fotografen kämpfen nun um den Sieg in ihrer Kategorie sowie um den prestigeträchtigen Titel «Photographer of the Year» der Sony World Photography Awards. Die Gewinner der Offenen Kategorie werden am 28. März 2017 bekannt gegeben, während die Sieger der Profi-Kategorie ihren Preis am 20. April 2017 an der Award-Gala in London entgegennehmen. Zu den Preisen gehören eine hochmoderne digitale Fotoausrüstungen von Sony, eine Reise an die Award-Gala in London sowie ein Preisgeld in der Höhe von 30’000 US-Dollar.

Die Arbeiten der Sieger, der Shortlist-Kandidaten und der Fotografen, die eine Anerkennng der Jury erhalten, werden bei der Sony World Photography Awards & Martin Parr Ausstellung 2017 im Somerset House in London von 21. April bis 7. Mai 2017 zu sehen sein.

 

Weitere Auszeichnungen

Die Jury der Sony World Photography Awards zeichnete ausserdem sechs Schweizer Fotografen in der Offenen Wettbewerbskategorie aus:

• Antonie Weiss (Lugano) – Kategorie «Natur»

• Christopher Heer (Zürich) – Kategorie «Stillleben»

• Fabio Antenore (Zürich) – zweimal auf der Shortlist: in der Kategorie «Bearbeitete Fotos» und in der Kategorie «Natur»

• Marcel Gross (Bern) – Kategorie «Natur»

• Patrick Ems (Seegräben) – Kategorie «Strassenfotografie»

• Urban Engel (Arosa) – Kategorie «Bewegung»

 

 

Sony World Photography Awards

Die von der World Photography Organisation ins Leben gerufenen Sony World Photography Awards werden 2017 zum zehnten Mal durch den Hauptsponsor Sony durchgeführt. Jedes Jahr werden die besten zeitgenössischen Fotos des vergangenen Jahres in den vier Kategorien – Profi, Offen, Jugend und Student – ausgezeichnet. Die Shortlist-Kandidaten 2017 kommen aus 49 verschiedenen Ländern und verstärken so die internationale Bedeutung und die einzigartige Möglichkeit, die besten Fotos von Fotografen aus aller Welt auf einer globalen Plattform zu zeigen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.worldphoto.org

 

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