Urs Tillmanns, 24. April 2017, 13:00 Uhr

E-Mail aus Elba: Impressionen aus Capoliveri

Fotointern ist diese Woche auf der Insel Elba – nicht etwa in den Ferien, sondern in einem Workshop, der von Christian Herbert Hildebrand geleitet wird. Was erleben die Teilnehmer? Jeden Tag gibt es ein neues Programm mit den verschiedensten Motiven und Herausforderungen. Wir berichten täglich, was die Interessierten erleben – und fotografieren.

 

Sonntag, 23. April 2017: Christian H. Hildebrand ging vormittags zusammenfassend auf die Kameratechnik ein und gab seine persönlichen Tipps für ein schnelle und effiziente Kamerabedienung weiter. Repetition für die Einen – neue Erkenntnisse für die Anderen. Dann machte sich die Gruppe mit vollen Akkus und leeren Speicherkarten auf den Weg in die südöstliche Hälfte der Insel. Auf halbem Weg gab eine Passhöhe den Blick auf prachtvolle Buchten der Insel frei, die jetzt in der Vorsaison noch relativ menschenleer sind, jedoch in wenigen Wochen zur grossen Touristenattraktion werden dürften.

Die Aussicht und der günstige Sonnenstand waren ideal, um die Wirkungsweise von Polfiltern in der Praxis zu erklären, um die Farbsättigung zu steigern, vor allem aber auch um die Himmelsreflexion auf der Wasseroberfläche zu reduzieren.

Die blaue Meeresbucht zeigte bei entsprechender Filterstellung plötzlich die unterschiedlichsten Färbungen und Tiefen.

 

Capoliveri – ein Kronjuwel auf Elba

Das alte Städtchen Capoliveri ist zwar in erster Linie ein touristischer Anziehungspunkt, anderseits aber auch mit seinen vielfältigen Motiven ein Eldorado für Fotografen. Das Dörfchen präsentiert sich mit vielen romantischen Gässchen, schmucken Verkaufsläden mit originellen Auslagen sowie interessanten Leuten, um sich in Streetphotography zu üben.

 

Nach einem köstlichen Gelati bei Zerogradi, der wahrscheinlich besten Gelateria am Ort, schwärmte die Gruppe aus, um die lohnendsten Motive auf aussergewöhnliche Art und perfekt gestaltet zu fotografieren. Hier das beste Bild des Tages jedes Teilnehmers:

 

Christian

Handystress: «Handies sind in Italien omnipräsent bei jeder Beschäftigung. Mich hat diese Situation verblüfft, denn die Konversation war offensichtlich wichtiger als das romantische Dorf und die prachtvolle Aussicht von Capoliveri auf die Buchten Elbas und die Weite des Meers»

 

Roman

Fliegendes Fahrrad. «Ich fand die Idee ganz lustig, ein Fahrrad aufzuhängen um auf sich bzw. sein Geschäft aufmerksam zu machen.»

 

Jeanine

«Der elbanische Junge sprach mich an, weil er sich in diesem Moment an den Möven erschreckte und sich trotzdem freute. Capoliveri ist einerseits eine erlebenswerte Touristenattraktion, anderseits wirkte die Situation auf mich sehr
authentisch.»

 

Zaboo

«Spiegelungen faszinieren mich. Ich suche gerne Objekte, in denen sich Leute oder Gegenstände auf überraschende Weise verformen. Hier ist es die Sonnenbrille einer Ladenauslage, aber es könnte auch der Chromrückspiegel einer dieser ulkigen Ape-Verkaufstöffs sein …»

 

Manuel

Open-air Nagelstudio in Capoliveri: «Früh übt sich, wer eine Nagelkünstlerin werden will.»

 

Michaela

Ein Farbtupfer: «Mitten in der Gasse unter all den Erdtönen sah ich diese türkisfarbene Tür, als willkommene Abwechslung.»

 

Heute im Fokus …

Christian organisiert und leitet heuer bereits den elften Workshop auf der Insel Elba. Er ist Berufsfotograf aus Leidenschaft und auf Reportagen, Event- und Studiofotografie spezialisiert. Abgesehen vom Motorradfahren liebt Christian die Rockmusik, nicht nur, um in der Vergangenheit zu schwelgen, sondern auch um solche Konzerte zu fotografieren. Weshalb führt Christian diese Workshops durch? «Ich liebe den Kontakt zu Menschen, um ihnen meine Faszination zur Fotografie weiterzugeben, und dies auf eine unkonventionelle Art. Dabei ist es mir wichtig mit kleinen Gruppen zu arbeiten, damit die Teilnehmenden möglichst viel profitieren. Dabei gilt es für mich meine Begeisterung für Italien und die Fotografie an meine Teilnehmer weiterzugeben.»

Fotointern Gastrotipp des Tages: Der interessante, motiv- und erlebnisreiche Tag endete bei einem köstlichen Abendessen im Restaurant Koala, das auf lokale Spezialitäten ausgerichtet ist und eine hervorragende Küche pflegt. Es liegt etwas versteckt und wird von vielen lokalen Stammgästen besucht. 

Urs Tillmanns

Weitere Informationen zur Insel Elba gibt es auf www.infoelba.net sowie auf www.wikipedia.org  
Der Workshop wurde organisiert von www.fotozug.ch / www.fotoelba.it 

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