Urs Tillmanns, 9. August 2018, 11:00 Uhr

Die deutschen Fotogruppen Ringfoto und Europafoto wollen fusionieren

Die beiden grössten deutschen Einkaufskooperationen Ringfoto und Europafoto sollen sich zusammenschliessen. Das mag jetzt für Aussenstehende überraschend sein, aber schon im Januar war bekannt geworden, dass Europafoto und Ringfoto ihre Herbstmesse 2018 gemeinsam in der «Messe Nürnberg» durchführen wollten. Jetzt wurde bekannt, dass die beiden Kooperationen schon seit fast zwei Jahren über eine Zusammenarbeit verhandelten und gerade eine Kooperationsvereinbarung geschlossen haben. Damit soll eine weitreichende Zusammenarbeit zwischen beiden Gruppen vorbereitet werden. Falls die Verhandlungen, die voraussichtlich mehrere Monate dauern werden, zu einem erfolgreichen Abschluss kommen, sollen die Gesellschafter beider Verbundgruppen auf ihren jeweiligen Gesellschafterversammlungen über die erarbeiteten Verträge abstimmen. Es ist beabsichtigt, die entsprechend finalisierten Verträge der Zusammenarbeit bis spätestens Mitte 2019 zu besiegeln und diese rückwirkend zum 1. Januar 2019 in Kraft treten zu lassen, was letztlich zu einer Fusion der beiden Gruppen führen dürfte.

Zeitgleich mit der Ankündigung der Verhandlungen hat Europafoto Christof Bergmann, den langjährigen Geschäftsführer von Calumet als neuer Geschäftsführer der Europafoto bestellt. Christof Bergmann hat die Aufgabe, die Fusion bis zum 31. Dezember 2020 abzuschliessen.

 

Probleme und Aussichten des deutschen Fotohandels

Der deutsche Fotohandel gilt schon seit vielen Jahren als ein Sorgenkind im Bereich des Einzelhandels. Während man die Ketten wie Photo Porst und Fotoquelle mit der Gründung von Einkaufkooperationen in Schach halten und letztlich überleben konnte, wurde die Situation am Markt erst durch die Flächenmärkte und in der Folge durch Angebote der grossen Onlineplattformen deutlich kritischer. Dazu kam das Problem, dass die Zahl der klassischen Kameraanbieter schrumpfte und diese danach strebten, ihre Absatzorganisationen zu verschlanken. Eine einzige Einkaufsgruppe als Verhandlungspartner der Hersteller ist für diese natürlich mit weniger Aufwand zu betreuen als zwei getrennte, im Wettbewerb stehende.

Von der Verschlankung der Absatzstrukturen versprechen sich die Hersteller und die beiden Einkaufskooperationen offensichtlich wirtschaftliche Vorteile in einem inzwischen stark umkämpften Markt, wo man zum Bilder machen seit geraumer Zeit nicht mehr auf einen Fotoapparat angewiesen ist, sondern jederzeit sein «Immerdabei-Smartphone» zücken kann. 

Christoph Jehle

Hier die Links zu Europafoto und zu Ringfoto

 

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