Gastautor/-in, 9. September 2018, 23:02 Uhr

Die Fujifilm X-T3 im Praxistest

Willkommen Fujifilm X-T3. Die neueste Evolution der Fujifilm X-T Serie ist jedoch viel mehr als nur der Nachfolger der Fujifilm X-T2. Es ist der erste Bote einer neuen Generation der spiegellosen Fujifilm Kameras. Die vierte Generation baut zum ersten Mal auf dem brandneuen X-Prozessor 4, sowie den neuen 26 Megapixel X-Trans CMOS 4 Sensor auf. Neben der neuen Kerntechnologie als Novum bringt die X-T3 auch eine Vielzahl gut durchdachter Verbesserungen – wie beispielsweise den Touchscreen – und avanciert so zum neuen Top-Model in der Welt der Fujifilm-Kameras.

Ich kann inzwischen auf eine lange Erfahrung in Bezug auf das Fujifilm X-System zurückgreifen. Im Laufe der Jahre wurden meine erste Fujifilm Kamera, die X-100s, durch die X-Pro1, dann durch die X-T1 und seit dem ersten Tag des Releases durch die X-T2 ersetzt. Meine X-T2 war während den letzten zwei Jahren fast jeden Tag mit mir unterwegs, und in dieser Zeit habe eine knapp sechsstellig Anzahl an Bildern damit gemacht. Obwohl ich für mein Dokumentarprojekt die Fujifilm GFX bevorzuge, greife ich bei meiner Arbeit in der Strassenfotografie immer auf die XT Serie zurück. Wenn Diskretion, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit wichtig sind, ist das XT-System meine bevorzugte Wahl. In Situationen, in denen die Zeit kein kritischer Faktor ist und das Umfeld berechenbar ist, ist die GFX für mich die richtige Wahl.

Seit meiner ersten Fujifilm Kamera im Jahre 2013 wuchs meine Begeisterung und auch meine Fähigkeit mehr aus den Kameras herauszuholen mit jeder Generation. Daher war ich mehr als gespannt die Fujifilm X-T3 vor dem offiziellen Release zu testen und herauszufinden, ob die Kamera meinen über den Lebenszyklus der X-T2 aufgebauten Erwartungen gerecht wird. So viel vorab: Ich wurde nicht enttäuscht. Ähnlich wie damals mit der X-T2 wusste ich in kürzester Zeit, dass dies meine Kamera für meine Strassenfotografie über die kommenden Jahre sein wird.

Foto Jens Krauer mit Fujifilm X-T3, 1,2/56mm – 1/850s – f 1.2 – ISO 160

 

Der erste Kontakt

Der Erstkontakt mit Vor-Produktionsmodellen hat immer etwas Mystisches. Meistens kommen die Geräte in weissen unmarkierten Boxen oder werden einem persönlich von einem Repräsentanten der Firma Fujifilm übergeben. Auch diesmal stand vor mir auf dem Tisch ein Kamerabody, den ich auf den ersten Blick als eine X-T2 erkannte. Beim ersten visuellen Eindruck ist es effektiv schwierig die X-T3 von einer X-T2 zu unterscheiden. Noch schwieriger wird es, wie in diesem Fall, wenn die Typenbezeichnung mit schwarzem Tape abgedeckt ist. Beim ersten physischen Kontakt erhärtete sich mein Eindruck, dass es eine X-T2 in den Händen halte. Ich hatte den Eindruck, dass dies die gleiche Kamera ist, die ich bereits seit zwei Jahren täglich in meiner Kameratasche mit mir trug. Ein guter Start. Keine Notwendigkeit, meine eingespielten Bewegungsabläufe auf haptischer Ebene zu adaptieren – ich fühlte mich sofort Zuhause. Was war also anders? Da zu diesem Zeitpunkt keine Spezifikationen oder Datenblätter verfügbar waren, brauchte ich ein bis zwei Tage, um die insgesamt fünfzehn Veränderungen zu finden, die sich an der Aussenhülle und im Design der Kamera finden. Im Geiste der Fujifilm-Philosophie von Kaizen, der kontinuierlichen Verbesserung, sind die Veränderungen bzw. Verbesserungen so subtil und gut reflektiert, dass man die Kamera genau anschauen und mit ihr fotografieren muss, um sie zu entdecken. Die X-T3 schreit nicht «schau mich an – ich bin neu und besser», ist aber im Vergleich zu der X-T2 voller nützlicher Updates und Verbesserungen, welche sich designtechnisch durch Understatement auszeichnen und sich entsprechend zurückhaltend präsentieren. Dies ist eine sehr gute Entscheidung von Fujifilm, da der Formfaktor der XT Serie aus meiner Sicht kein Update benötigt. Ich bin überzeugt von der diskreten und effizienten Natur dieses Grunddesigns und dem «oldschool» Look, dem man fast vorwerfen könnte die wahren Fähigkeiten dieser Kamera zu verstecken.

 

Die ersten Praxistests

Während den Wochen, in denen ich die X-T3 für meine Zwecke auf der Strasse testen konnte, hielt ich Vorträge, Seminare und Workshops an einem Visual Arts Festival in Rumänien. Eine ideale Gelegenheit die X-T3 einem Praxistest zu unterziehen. Während der ganzen Woche des Festivals trug ich die X-T3 gut sichtbar für alle immer an meinen Peak Design clip an der Aussenseite meiner Billingham Tasche. Obwohl viele Gäste und Teilnehmer selber Fujifilm Fotografen waren, bemerkte keiner, dass ich nicht mit einer X-T2 fotografierte. Wenn jemand nach meiner Kamera fragte, habe ich immer geantwortet das es eine X-T2 ist und zu keinem Zeitpunkt wurde nachgefragt oder die Augenbrauen gehoben.

Beim ersten Testen merkt man schnell, dass sich die Qualität aller Tasten am Kamerabody merklich verbessert hat. Wo zuvor manchmal ein Blick nötig war, um die Taste zu finden, sind die Tasten nun, zwar nur leicht aber merklich, vom Gehäuse abgehoben und somit auch ohne Blickkontakt mit der Kamera leicht zu finden. Auch geben alle Tasten ein gutes haptisches Feedback beim Betätigen, was einem die Sicherheit gibt, die Funktion ausgeführt zu haben. Dieses Design macht es viel einfacher, die Kamera blind zu bedienen, was für mich als Strassenfotograf enorm wichtig ist, da es meine Effizienz direkt beeinflusst. Je weniger ich mich mit meiner Kamera auseinandersetzen oder sie anschauen muss, desto mehr Zeit bleibt für die Suche von Motiven und das Einfangen von Bildern. Allgemein hat sich die gesamte Qualität der Konstruktion noch einmal merklich verbessert. Ähnlich wie beim Wechsel von der X-T1 zu der X-T2 und zu der X-H1, fühlt sich die Konstruktionsqualität von Generation zu Generation robuster an. Ein genauer Blick auf die verschiedenen Zugangstüren zu den Verbindungen für die Dual-Kartenslots oder die Videoverbindungen zeigt, dass hier sehr solide produziert wurde. Somit kann ich mir sicher sein, dass die X-T3 den Test von Hitze, Feuchtigkeit und starker Beanspruchung noch besser standhalten werden als die X-T2, welche diesen Job bisher schon super erledigt hat.

Foto Jens Krauer mit Fujifilm X-T3, 1,2/56mm – 1/125s – f 1.2 – ISO 2000

 

Design-Details

Eine weitere gute Neuigkeit ist, dass sich die «Grundplatte» im Design nicht verändert hat. Das heisst, die bisherigen Zubehörteile, die auf diesem Design aufbauen, sind weiterhin verwendbar. Ich fotografiere immer mit dem Metalhandgrip MHG-XT2 an meiner X-T2 und dieser passt auch wunderbar auf die X-T3, ohne sichtbare Spalten oder Lücken. Eine gute Entscheidung von Fujifilm, dies nicht zu verändern. Es wird einen Nachfolger für den MGH-XT2 geben, den MGH-XT3, ich konnte diesen jedoch noch nicht testen. Es wird auch einen neuen Batteriegriff geben zu der X-T3, welcher eine verbesserte Tastenplatzierung d.h. ein ergonomischeres Design, erhalten hat. Da ich den Batteriegriff nicht nutze bzw. nicht getestet habe, kann ich wenig über die Updates neben dem Äusserlichen sagen. Mein X-Photographer Kollege Tilmann Jentzsch hat den Batteriegriff jedoch im Einsatz als Konzertfotograf genutzt und eine Review veröffentlicht. Mit dem Metalgrip an der Kamera, habe ich als nächstes meinen Lensmate Thumbgrip angebracht. Hier bemerkt man zum ersten Mal eine Veränderung. Der Thumbgrip passt natürlich in den Blitzschuh, hat aber keinen Kontakt mehr zum Gehäuse auf der Daumenseite, hier haben wir nun ca. drei Millimeter Abstand. Das lieg daran, dass das Suchergehäuse leicht in der Tiefe nach hinten gewachsen ist. Trotzdem bleibt die Funktion erhalten und das Zubehör mit der X-T3 funktioniert. So weit so gut.

Wahrscheinlich wird kaum jemand die Veränderung am Dioptrienrad für den Sucher bemerken, bis man es benützt. Fujifilm hat auf die Rückmeldungen gehört, dass die Dioptrien-Einstellungen bei der X-T2 zu leicht und des Öfteren durch Zufall verändert werden konnten. Das Dioptrienrad hat nun ein ähnliches Design einer Uhrenkrone. Man zieht es nach aussen, stellt es ein, drückt es wieder an seinen Ursprungsort und hat somit die Einstellung gesperrt. Das ist nicht nur nützlich und funktional, sondern versprüht auch ein Gefühl von Stil und Qualität. Für mich ist es eine der herausragenden Qualitäten von Fujifilm das die «user experience» nicht ohne ersichtlichen Grund signifikant verändert wird, nur um sich von einem Vorgängermodel abzuheben.

Im gleichen Sinne ist auch das Rad zur Belichtungskorrektur auf der Gehäuseoberseite um eine wertvolle Verbesserung reicher. Mancher Fujifilm Benutzer kennt das Folgende: Man holt seine Kamera aus der Tasche, schaut durch den Sucher und alles ist entweder zu hell oder zu dunkel … Mit Sicherheit hat sich die Belichtungskorrektur durch Kontakt mit der Tasche oder ähnlichem verstellt und bis man es wieder korrigiert hat, ist die Chance auf ein gutes Bild eventuell schon verschwunden. Gut, dass dies nicht mehr passieren soll. Das Rad zur Belichtungskorrektur wurde, weg von der Kante des Gehäuses, etwa drei Millimeter nach innen auf der Oberseite verschoben, ausserhalb der Reichweite für zufälliges Verstellen. Sie ist dadurch auch ein bisschen kleiner geworden. Mehr Drehwiederstand hilft des Weiteren, dies in Zukunft zu vermeiden.

Weitere Verbesserungen finden sich bei den beiden Einstellrädern für Verschlusszeit und die ISO-Empfindlichkeit. Beide Räder haben etwas an Höhe gewonnen und sind somit leichter zu greifen. Sie können beide immer noch durch einen einfachen Druck auf die Knöpfe in der Mitte gesperrt und entsperrt werden. Unter dem linken Rad finden wir weiterhin die Drive Einstellungen und unter dem rechten Rad die Belichtungsmodi. Diese wurden beide leicht verbessert durch die Veränderung der Griffe durch welche sie gedreht werden können. Man kann sie nun greifen ohne sie suchen zu müssen, da sie leicht abgeschrägt und mit einer Struktur versehen wurden. Dies vereinfacht wieder die Bedienung der Kamera in Situationen, in denen Geschwindigkeit oder der Blickkontakt eine Rolle spielen.

 

Kontakt-freundlich

Wenn man sich die Kamera von oben anschaut wurde auf der rechten oberen Ecke der Winkel für die Fingerauflage leicht verändert, so dass der Finger für den Auslöser besser liegt, wenn man die Kamera in der Hand hält. Der Zugang für den Remote-Auslöser findet sich nun über den Kartensteckplätzen auf der rechten Seite und hat eine eigene Zugangsklappe erhalten. Auf der linken Seite findet sich ein neues Anschlusspanel, welches über einen 3.5mm Audioausgang, einen 3.5mm Mikrofoneingang, sowie einen USB C und einen Mini-HDMI Anschluss verfügt. Zusätzlich kann die komplette Tür des Panels entfernt werden, was es erleichtert die X-T3 in ein professionelles Videosetup zu integrieren. Für den Fall eines Verlustes ist die Klappe auch als Zubehör bestellbar.

Die Kamera fühlt sich im Ganzen hochwertig und sehr stabil an und bekräftigt mein Vertrauen in ihre Langlebigkeit und Wertigkeit in meinen kreativen Prozess. Mit meiner ersten Einschätzung hätte ich nicht mehr falsch liegen können. Diese Kamera hat sich, zwar nicht offensichtlich, aber im Detail stark verändert und profitiert von vielen Verbesserungen auf allen Ebenen. Ganz im Sinne der Philosophie von Fujifilm: Evolution statt Revolution.

Foto Jens Krauer mit Fujifilm X-T3, 1,2/56mm, 1/4400s – f1.2 – ISO 160

 

Verbesserte Details

Ein Blick in den Sucher offenbart eine neue Qualität an elektronischem Sucher von Fujifilm. Er hat eine Auflösung von 3,69 Millionen Pixel und eine 0.75-fache Vergrösserung. Beim ersten Blick durch den Sucher hatte ich den Eindruck, dass hier manches meiner mobilen Geräte nicht mithalten kann, was Bildqualität angeht. Er ist sicher der beste elektronische Sucher, den ich bisher in einer Fujifilm-Kamera gesehen habe und ein zuverlässiger Partner beim Fotografieren, sowie beim Überprüfen von Bilder.

Der Auslöser ist in der Bauart der gleiche wie bei der X-T2, wobei ich subjektiv das Gefühl hatte, dass er noch etwas toleranter ist, was das Halten von Belichtung und Fokus vor der Belichtung angeht. Das kommt mir sehr entgegen in meiner Art der Fotografie und ich bin froh, dass nicht der Auslöser der X-H1 übernommen wurde, der kaum über einen spürbaren Widerstand verfügt, was dazu führt, dass ich mehr Fotos mache während ich den Bildausschnitt suche als beim effektiven Auslösen. Die X-T3 hat diesen «guten alten» Auslöser, mit dem Gewinde für den Soft-Release Button, den ich zu schätzen gelernt habe.

 

Innere Werte

Die Unterschiede an der Aussenhülle sind kaum feststellbar. Was aber ist unter der Haube passiert? Was macht die vierte Generation von Fujifilm Kameras aus? Der Moment als ich die ersten JPEGs aus der Kamera sah, festigte meine Entscheidung, dass dies meine Strassenfotografie-Kamera für die kommenden Jahre sein würde. Der neue 26MP CMOS X-Trans 4 Sensor produziert wunderschöne Bilder. Fujifilm hat es geschafft, etwas zurückzubringen, was ich nicht unbedingt vermisst hatte, bis ich es wiedersah. In der X-T1 war dieser Sensor, der, wenn richtig genutzt, nicht nur in den hohen ISO-Bereichen sondern auch im Allgemeinen diesen fast anlogen Look generieren konnte, der mich immer an Film erinnerte. Die Art und Weise wie Rauschen und Körnung gerendert wurden, war einfach nur schön. Der neue Sensor bringt diese Art von Intelligenz zurück. Das dürfte wohl das Hauptargument für mich sein diese Kamera als mein primäres Werkzeug auf der Strasse zu nutzen. Das ist für mich das absolut herausragende Feature der X-T3. Die Art, wie Schärfentiefe und die fokussierten Bereiche wiedergegeben werden, wie Licht und Schärfe abfallen, motiviert mich dazu mehr Bilder mit diesem Look zu produzieren.

Wie zu erwarten glänzt auch die X-T3 mit ihren ISO Fähigkeiten. Seit ich mit Fujifilm-Kameras fotografiere waren hohe ISO Werte nie mehr etwas, worüber ich mir Sorgen machte. Ich zögere nie jederzeit mit 12‘800 ISO zu arbeiten und bekomme super Ergebnisse. Die X-T3 hat eine neue Basis-ISO von 160, welche sich nun auch auf dem ISO Rad findet und vorher nur als erweiterter ISO Bereich im Menu verfügbar war. Dies kommt sicher vielen Fotografen in anderen Genres sehr entgegen. Mit dem neuen Sensor hat sich auch der Dynamikumfang sichtbar verbessert und unterstützt diesen Look des Sensors, über den ich mich persönlich sehr freue.

Foto Jens Krauer mit Fujifilm X-T3, 1,2/56mm, 1/480s – f.1.2 – ISO 160

 

Mehr Rechenleistung

Als ich im letzten Jahr die X-H1 testete, war ich von der Fokusier-Geschwindikeit sehr beeindruckt und hoffte, dass diese Verbesserungen so schnell als möglich auch in der X-T Serie zu finden sein würde. Nun, dieser Wunsch wurde nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Die X-T3 ist die erste Fujifilm-Kamera, die Ihre Rechenleistung zur Bildverarbeitung vom X-Prozessor 4 bezieht. Dies resultiert darin, dass die X-T3 die schnellste und leistungsstärkste Fujifilm bisher ist. Die soll hier technisch verdeutlicht werden: Die X-T3 ist 20x schneller als die X-Pro1. was die Rechenleistung angeht, und 3x schneller als diejenige der X-T2. Das ist eine respektable Leistung, auf der die nächste Generation von Fujifilm-Kameras aufbaut. Der Fokus ist genau, schnell und zuverlässig. Im Vergleich zu der X-T2 bringt er 1,5x so viel Leistung, was man sofort merkt, wenn man mit der Kamera fotografiert. Für mich bedeutet dies mehr gute Bilder beim Fotografieren auf der Strasse und erweiterte Möglichkeiten auch mal Bilder zu machen, die vorher nicht zu realisieren waren. Die Kamera erlaubt produktiver und zuverlässiger zu arbeiten als bisher. Eine weitere Verbesserung, die mir einen höhere Trefferquote ermöglicht, sind die neuen Lowlight-Qualitäten des Autofokus, welche von von -1EV auf -3EV erweitert wurden. Da ich viel in der Nacht fotografiere und auch tagsüber regelmässig schnell von hellen Szenen in dunkele Bereiche wechsle, ist das eine essentielle Erweiterung für mich.

 

Ein System mit Potenzial

Die X-T3 erlaubt es einer ganzen Reihe von Fotografen, die bisher vielleicht an der Fokusleistung gezweifelt haben, sich auf das Fujifilm System zu verlassen. Wenn man die Leistung der Kamera kombiniert mit 30fps Blackout freien Serienaufnahmen und der neuen Autofokusgeschwindigkeit sowie massiv verbesserter Augen- und Gesichtserkennung, dann sind sich schnell bewegende Objekte oder Sportler kein Grund zur Sorge mehr. Das meine persönliche Erfahrung in der Sportfotografie begrenzt ist, greife ich das gerne auf das Knowhow meines X-Fotografen Kollegen Martin Meierberger zurück, der die X-T3 in professionellen Einsatz in den Fussballstadien der Schweiz getestet hat. Er, wie auch andere professionelle Sportfotografen, haben die X-T3 im professionellen Alltag getestet und sich für das System entschieden. Sicher werden wir in Zukunft mehr Fotografen mit Fujifilm-Ausrüstung an grossen Sportereignissen sehen, da Fujifilm auch die entsprechenden Objektive dazu anbieten wird. Es ist durchaus an der Zeit, sich darauf einzustellen, dass in Zukunft vermehrt Fujifilm JPEGs auf den Sportseiten Ihrer Lieblingszeitung auftauchen. Wenn die Geschwindigkeit also für Sport funktioniert, so wird sie auch allen anderen Fotografen Grund dazu bieten sich auf die Fokus-Fähigkeiten der X-T3 zu verlassen.

 

Wie sieht es aus mit Video?

Die X-T3 ist, was Video angeht, mit der X-H1 mindestens auf Augenhöhe und hinsichtlich der Funktionen und unterstützen Formate der X-H1 sogar um eine Nasenlänge voraus. Die X-T3 unterstützt nun 4K / 60p 4:2:0 10-bit interne Aufnahme sowie 4K / 60p 4:2:3 10-bit HDMI Ausgabe. Im Gegensatz zu der X-H1 hat die X-T3 jedoch keinen internen Stabilisator, was jedoch mit dem Einsatz eines Gimbals kein Problem darstellen dürfte. Die Verbindungsmöglichkeiten am Gehäuse der X-T3 weisen bereits darauf hin, dass Fujifilm den Benutzer mehr als nur ermutigen will, die Kamera für professionelles Video zu verwenden. Wer in das Video Menu schaut, wird den vollen Funktionsumfang der X-H1 finden und sich sofort Zuhause fühlen. Wenn man dies nun kombiniert mit dem neuen Prozessor, dem neuen Sensor, dem verbesserten Dynamikumfang, den Anschlussmöglichkeiten und dem Touchscreen, wird die X-T3 zu einem zuverlässigen Partner in jeder professionellen Videoproduktion.

Die X-T3 fühlt sich an wie ein alter Freund mit neuen Fähigkeiten. Beim ersten Eintauchen in das Menu habe ich nicht länger als zwei Minuten gebraucht, bis alles wieder so eingestellt war. wie ich es vom meiner X-T2 gewohnt war. Für Fujifilm-User ist alles da wo man es erwartet und man ist in Kürze einsatzbereit. Wie oben erwähnt, hat die X-T3 nun auch einen Touchscreen, was zu erwarten war, da dieser bereits in der X-T20 und anderen Modellen im Laufe des letzten Jahres einführt wurde.

Foto Jens Krauer mit Fujifilm X-T3, 1,2/56mm, 1/3800s – f1.2 – ISO 160

 

Für wen ist die Fujifilm X-T3?

Als erstes: Alle die noch eine X-T1 haben und den Sprung auf die X-T2 ausgelassen haben, das ist der Zeitpunkt für einen grossen «Wow»-Effekt, wenn man sich für das Update entscheidet. Der Umstieg von einer X-T1 auf die X-T3 eröffnet einem effektiv neue Welten. Falls man bereits eine X-T2 besitzt und mit der Leistung zufrieden ist könnte man zögern … Es wird davon abhängen was man fotografiert und ob man das Bedürfnis nach mehr hat und Vorteile in den neuen Funktionen sieht oder einfach das Beste haben möchte, was Fujifilm im Moment zu bieten. Es muss jedoch klar gesagt werden, dass die X-T3 nicht nur eine bessere X-T2 ist, sondern ein ganz neues Kaliber an Fujifilm-Technologie und die erste Kamera einer komplett neuen Generation. Die Bildqualität ist grossartig und der Funktionsumfang übertrifft den der X-H. Wer sich also nicht auf einen internen Stabilisator verlässt, könnte mit der X-T3 ein neues Werkzeug für Video finden. Für alle, die mit dem Fujifilm System arbeiten, ist dies ein wertvolles Update. Wer sich darauf verlässt mit einer Kamera seinen Lebensunterhalt zu verdienen oder Bilder in einem professionellen Kontext produziert, wird sich mit der X-T3 sicherer und effizienter fühlen, egal welche X-Kamera man zuvor benützt hatte.

Ich bin begeistert von der X-T3. Gerne hätte ich einige kritische Punkte angeführt, aber nach zwei Jahren mit der X-T2, einem durchaus profunden Verständnis der Fujifjilm-Modellreihen und nach einem dreiwöchigen Test fällt es mir schwer signifikante Kritikpunkte zu finden. Als Street- und Dokumentarfotograf bietet mir die X-T3 eine Reihe von Verbesserungen, auf die ich nicht mehr verzichten möchte und die eine logische Fortsetzung von Verbesserungen auf allen Ebenen darstellen. Die Kamera fühlt sich an wie eine wesentlich bessere X-T2 ohne Lernprozess oder Veränderung des Workflows. Das an sich ist schon eine herausragende Qualität. Die vierte Generation der Fujifilm Kameras ist angekommen und ich kann es kaum erwarten bis ich mein Produktionsmodel mit auf meine Reise nehmen kann.

Text und Bildbeispiele: Jens Krauer, Fujifilm-Ambassador
Produktebilder: Fujifilm

Weitere Informationen 
• über die Fujifilm X-T3
• über Jens Krauer

 

2 Kommentare zu “Die Fujifilm X-T3 im Praxistest”

  1. DANKE für Ihren tollen Beitrag.
    Der Sucher – der beste, den Sie je gesehen haben … dies klingt vielversprechend; warum wohl ist er kleiner (Vergrößerung 0.75) als bei der X-T2 (0.77)? – Hat dies allenfalls Vorteile (Brillenträger …)? –
    Herzliche Grüße – M. Messmer

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