Urs Tillmanns, 20. Februar 2019, 07:00 Uhr

Musée Elysée zeigt Martine Franck

Aus dem Wunsch heraus, die Pionierleistung von Frauen in der Fotografie des 20. Jahrhunderts stärker ins Licht zu rücken, zeigt das Musée de l’Elysée einen grossangelegten Rückblick auf das Werk von Martine Franck (1938-2012). Die von der Fondation Henri Cartier-Bresson in Paris konzipierte, in Zusammenarbeit mit dem Musée de l’Elysée erarbeitete und bisher umfassendste Schau besteht aus nahezu 140 Fotografien, die zum Teil noch nie öffentlich gezeigt und in ihrer Mehrheit von der Fotografin selbst ausgewählt wurden.

Martine Franck, «Peintres de l’Imaginaire, Symbolistes et surréalistes belges exhibition», painting by Paul Delvaux, Grand Palais, Paris, April 1972 © Martine Franck / Magnum Photos

Ausstellung und Publikation vermitteln nicht nur eine noch unbekannte Perspektive einer Fotografin auf ihr Lebenswerk, sie basieren zudem – im Unterschied zu vorausgegangenen Retrospektiven – auf ausführlichen Recherchen in Martine Francks Archiv.

Als eine der Protagonistinnen der Fotokunst des 20. Jahrhunderts, die 1970 Mitglied der Agentur VU, 1972 Mitbegründerin der Agentur Viva und ab 1983 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Magnum war, kam die Journalistin, Reporterin und Porträtistin aus einer persönlichen Praxis heraus, hauptsächlich auf ihren Reisen durch Asien und Europa, zur Fotografie. Mit der Entscheidung für eine berufliche Laufbahn als Fotografin wählte sie ein Betätigungsfeld, auf dem noch kaum Frauen zu finden waren. Dennoch gelang es ihr, sich eine Stellung zu sichern, indem sie sich von ihren Kollegen kaum beachteten Themen zuwandte, wie etwa die Arbeitswelt, Frauen, das Alter, Solidarität und Entwicklungshilfe. Fast 50 Jahre lang schuf sie so, unabhängig von jeder ästhetischen Strömung, ein persönliches Werk, dessen Schwerpunkt die Existenzbedingungen der Menschen rund um den Erdball bilden.

Martine Franck, «Swimming pool designed by Alain Capeillères», Le Brusc, summer 1976 © Martine Franck / Magnum Photos

Mit der Aufnahme dieser Ausstellung ins Programm eröffnet das Musée de l’Elysée den Besuchern die Chance, ein zentrales Werk neu zu entdecken, in dem sich nicht nur ein breites Themenspektrum, sondern auch ein eindringlicher, aussergewöhnlicher Blick auf unsere Epoche spiegeln. Zahlreiche Archivdokumente, von denen einige hier erstmals gezeigt werden, ergänzen die von der Fondation Henri Cartier-Bresson konzipierte Schau. Sie veranschaulichen in gesonderten Vitrinen den engen Bezug Martine Francks zu Lausanne, speziell anhand ihrer Ausstellung 1979 in der Galerei Portfolio unter der Leitung von Jean-Pierre und Marlène Vorlet und ihr freundschaftliches Verhältnis zu Monique Jacot und Jean Genoud.

«Martine Franck fotografiert von Henri Cartier-Bresson», Venise, Italie, 1972 © Henri Cartier-Bresson, Magnum Photos.

Kuratoren: Agnès Sire, Künstlerische Leiterin der Fondation Henri CartierBresson, Paris, und Marc Donnadieu, Chefkurator am Musée de l’Elysée, unterstützt von Emilie Schmutz.

(Pressetext Musée Elysée)

Musée Elysée
18, avenue de l’Elysée
CH-1006 Lausanne
Tel. 041 21 316 99 11

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11:00 bis 18:00 Uhr

 

Publikation

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband bei den Éditions Xavier Barral, mit über 300 Abbildungen von Fotografien und vielseitigen Dokumenten. Mit einem Vorwort von Agnès Sire, Texten von Anne Lacoste und Dominique Eddé sowie einer Biografie von Cécile Gaillard unter Mitarbeit von Aude Raimbault.

238 Seiten mit 300 Fotografien und Dokumente,
Gebunden, Format 23 x 29,2 cm
Vorwort von Agnès Sire
Texte von Anne Lacoste und Dominique Eddé
Gespräch mit Martine Franck
Biografie zusammengestellt von Cécile Gaillard unter Mitarbeit von Aude Raimbault
ISBN 978-2-36511-125-6

Unser Titelbild: Martine Franck, «Tory Island, Comte de Donegal, Irlande», 1995 © Martine Franck, Magnum Photos

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