Urs Tillmanns, 3. September 2020, 07:43 Uhr

Fujifilm präsentiert sein lichtstärkstes Objektiv: Fujinon XF 1.0/50mm R WR

Das neue Fujinon XF 1.0/50mm R WR ist das erste Autofokus-Objektiv mit Lichtstärke F1.0 für spiegellose Systemkameras. Das ultra-lichtstarke Tele-Objektiv mit einer Brennweite von 50 mm (äquivalent zu 76 mm KB) besitzt eine besonders grosse Blendenöffnung, um bei Porträts einen eindrucksvollen Bokeh-Effekt mit samtweicher Hintergrundunschärfe zu erzielen.

Das XF 1.0/50mm R WR ist das fünfunddreissigste Objektiv der X-Serie und das lichtstärkste Objektiv, das Fujifilm jemals gebaut hat. Der Autofokus stellt laut Fujifilm auch bei Offenblende F1.0 präzise und extrem schnell auf das Motiv scharf. Die Gesichts- und Augenerkennung der Kameras der X-Serie sorgt dabei trotz des geringen Schärfentiefebereichs laut Fujifilm für eine punktgenaue automatische Fokussierung. Der Fokusring zum manuellen Scharfstellen lässt sich um 120 Grad drehen, was sowohl eine präzise Kontrolle der Fokussierung als auch eine Verlagerung der Fokusebene zwischen nah und unendlich erlaubt.

Der optische Aufbau des XF 1.0/50mm R WR umfasst zwölf Elemente in neun Gruppen, darunter eine asphärische Linse und zwei ED-Elemente zur Korrektur von sphärischen Aberrationen. Bei vollständig bzw. nahezu vollständig geöffneter Blende ist der Schärfentiefebereich aussergewöhnlich gering. Diese Eigenschaft ist ideal für ausdrucksstarke Porträts, die mit dem XF 1.0/50mm R WR aufgenommen beinahe dreidimensional wirken.

Das XF 1.0/50mm R WR eignet sich jedoch nicht nur für Porträts. Auch Street- und Lifestyle-Fotografen können mit dem Objektiv unruhige Hintergründe weichzeichnen, um eine beispiellose Freistellung des Hauptmotivs zu erreichen.

 

Lichtstärke 1.0 – ideal für Aufnahmen bei wenig Licht

Die hohe Lichtstärke des Fujinon XF 1.0/50mm R WR eröffnet zusätzliche Optionen bei wenig Licht, in der Dunkelheit oder in schwach ausgeleuchteten Umgebungen. Dies hat in der Praxis konkrete Vorteile: So kann eine kurze Verschlusszeit gewählt werden, um Motivbewegungen einzufrieren und Bewegungsunschärfe zu vermeiden, oder aber die ISO-Empfindlichkeit wird niedrig gehalten, um mehr Details im Bild festzuhalten. Alternativ dazu bietet die Kombination von höheren ISO-Werten mit Blende F1.0 maximale Flexibilität und eröffnet neue Möglichkeiten bei extrem wenig Restlicht, beispielsweise in der Astrofotografie.

Das XF 1.0/50mm R WR lässt als einziges XF Objektiv so viel Licht auf den Sensor, dass laut Fujifilm der Autofokus selbst bei Dunkelheit bis Lichtwert -7 EV funktioniert. Mit Lichtstärke F1.4 ist dies nur bis Lichtwert -6 EV möglich. In Verbindung mit den zusätzlichen Vorteilen durch den sensorbasierten Phasen-AF, die Gesichts- und Augenerkennung sowie dem leistungsstarken Fokusmotor ist auch bei voller Blendenöffnung eine exakte automatische Scharfstellung möglich. Beim manuellen Fokussieren, etwa mithilfe der Fokus-Peaking-Funktion oder eines anderen Fokusassistenten, ist der Fokusring des XF 1.0/50mm R WR eine zusätzliche Scharfeinstellhilfe. Dieser lässt sich um 120 Grad drehen und läuft mit achtmal höherer Präzision als bei anderen XF Objektiven. Das XF 1.0/50mm R WR ist zudem so konstruiert, dass effektive Fokusverschiebungen (Focus-Shift), die bei lichtstarken Objektiven beim Abblenden häufig vorkommen, minimiert werden.

Trotz seiner hohen Lichtstärke ist das XF 1.0/50mm R WR ein Objektiv für den alltäglichen Einsatz konzipiert. Mit einer Länge von 103,5 mm und einem Gewicht von 845 g ist es relativ kompakt. Kombiniert mit einer wetterfesten Kamera der X-Serie kann es problemlos auch bei schlechter Witterung oder bei widrigen Bedingungen eingesetzt werden. Dichtungen an elf kritischen Punkten sorgen für einen Spritzwasser- und Staubschutz und ermöglichen einen Einsatz des Objektivs auch bei kalten Temperaturen bis minus 10 Grad Celsius.

Fujifilm weist darauf hin, dass vor der erstmaligen Verwendung des XF 1.0/50mm R WR die Firmware der Kamera auf die neueste Version aktualisiert werden soll, um eine effektive «Color Shading»-Korrektur infolge des Einfallswinkels bei Offenblende F1.0 zu ermöglichen.

 

Preis und Verfügbarkeit

Das Fujinon XF 1.0/50mm R WR wird voraussichtlich ab Ende September 2020 erhältlich sein. Der Preis in der Schweiz beträgt CHF 1‘598.00 inkl. MwSt. und 4-Jahre Fujifilm-Swiss-Garantie.

Weitere Informationen gibt es unter www.fuji.ch

(Redigierter Pressetext)

 

Fujinon XF 1.0/50mm R WR – Spezifikationen
Internat. Bezeichnung Fujinon XF50mmF1.0 R WR
Brennweite 50 mm ( entspricht 76mm bei KB)
Lichtstärke 1:1,0
Bildwinkel 31,7°
Optische Konstruktion 12 Elemente in 9 Gruppen (inkl. 1 asphärische Linse und 2 ED-Linsen )
Kleinste Blende 16
Anzahl Blendenlamellen 9
Fokusberreich 70cm – ∞
Max. Abbildungsmaßstab 0,8x
Filtergewinde Ø 77 mm
Abmessungen Ø 87 mm x 103,5 mm
Gewicht 845 g
Lieferumfang Objektiv XF 1.0/50mm R WR, vorderer Objektivdeckel FLCP-77, hinterer Objektivdeckel RLCP-001, Gegenlichtblende, Objektiveinschlagtuch, Bedienungsanleitung

3 Kommentare zu “Fujifilm präsentiert sein lichtstärkstes Objektiv: Fujinon XF 1.0/50mm R WR”

  1. Sicher eine tolle Konstruktion an der Grenze des heute – zu akzeptablem Preis – Machbaren.
    Allerdings sollte man beachten, dass die Anzahl Linsen die Licht-Transmission reduzieren, sodass die Offenblende 1 nur theoretisch ist. Der Lichtdurchgang dürfte wohl eher 1,3 oder 1,4 entsprechen.
    Für formatfüllende Portraits halte ich solche Offenblenden nicht für sinnvoll. Auch wenn der AF auf ein Auge scharf stellt, ist das zweite Auge meist ausserhalb der Schärfe. Geschweige denn Stirn oder Nase. Diese mehrheitliche Unschärfe dann als „dreidimensional“ zu bezeichnen, ist unlogisch. Das ginge nur mit Hologrammen auf dreidimensionalen Monitoren oder ebensolchem Papier 😉

    1. ich gehe sogar noch weiter: für formatfüllende Portraits ist die Brennweite zu kurz! Das wird zu perspektivischen Verzerrungen führen.

      Überhaupt sehe ich keinen Grund sich dieses Objektiv zu kaufen. Fuji hat ein längeres Portraitobjektiv mit mehr als ausreichender Öffnung im Angebot. Selbst Blende 1,2 halte ich aus den von Ihnen genannten Gründen für überflüssig.

      Auch für Nachtaufnahmen sehe ich mehr Fragezeichen als Hoffnung. Wie stark hellt die Elektronik die Ecken/Ränder auf ohne daß man darauf Einfluß nehmen kann? Bei eingestellten ISO 6400 (wenn Fuji diese tatsächlich liefern sollte) wird es gewaltig in den Ecken rauschen wenn die Kamera oder man sie manuell aufhellt/angleicht. Immerhin wird das Objektiv bei offener Blende mind. 2 Blenden Helligkeitsabfall haben; eher mehr.

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