David Meili, 10. Juli 2009, 11:00 Uhr

Wo bleibt der virtuelle „Camera Store“?

Kommentar
tagi100709Der Artikel im Tagi-online über Natalie Messenet und ihr Webimperium ist auch für den Fotohandel lesenswert. Der  Detailhandel mit hochwertigen Konsumgütern hat den Trend längst erkannt. Prêt-a-porter, Luxusuhren (echte) und Parfum sind auf gediegenen Shops auch über das Internet erhältlich. Ihr Vorteil:  Sie bieten Beratung, garantieren Verfügbarkeit der Produkte und und eine rasche Auslieferung.

Genau diese Leistungen erbringt auch der Fotofachhandel, doch er hat das Internet als Verkaufskanal noch nicht richtig erkannt. Internet wird mit „billig“ und „Discount“ assoziiert, doch könnte sich diese Einschätzung als Marketingfalle erweisen. Der Online-Markt in der Deutschschweiz dürfte (bald) von drei bis vier Unternehmen dominiert werden. Sie unterscheiden sich mit ihren Preisen für eine Nikon ab der Stange kaum, weil die Intenetanbieter die Preise automatisch aufeinander abstimmen. Doch um das zugehörige Blitzgerät auszuwählen, braucht es persönliche Beratung. Dann geht man in ein kompetentes Fachgeschäft, wie man es als traditionsbewusster Zürcher beispielsweise an der Löwenstrasse oder am Rennweg findet.

Und dort kann man sich auch eine Olympus anschauen, sich von der grossartigen Qualität der Objektive überzeugen lassen, etc.  Auch andere, weniger beworbene Produkte, wie zum Beispiel die Carl Zeiss Objektive (sensationelles Biogon mit Rolex-Markenimage), können nur mit der entsprechenden Fachkompetenz in einem gediegenen Umfeld an den Mann – und zunehmend auch an die Frau – gebracht werden.

Weit günstiger als diese Geschäftslagen mit horrenden Mietzinsen wäre ein virtueller Shop, der kompetente Beratung und Service online anbietet. Man müsste dann auch nicht mit einem Call Center in Dublin verbunden werden, sondern mit seinem persönlichen Verkaufsberater. Vorbilder gibt es genug, nur (noch) nicht im Fotofachhandel.    David Meili

2 Kommentare zu “Wo bleibt der virtuelle „Camera Store“?”

  1. Die Fotofachhändler haben den Internet-Zug komplett verschlafen. Zudem bieten die sogenannten Internet-Discounter noch eine bessere Beratung und Dienstleistung, was angesichts der Ausgangslage für einen Kunden völlig rätselhaft ist.
    Beispiel: ich hatte spezifische Fragen zu Fotoprodukten via E-Mail oder Kontakformular gestellt. Bei den Anbietern Digitec und Microspot habe ich innert 24 Std eine brauchbare Antwort und Beratung.
    Bei Profot habe ich vor etwa 6 Wochen eine Frage gestellt, die bis heute nicht beantwortet wurde. Da nützen natürlich auch die schönen Periodika nichts, die das Unternehmen jeweils rausgibt.

  2. Dass online nicht Discount sein muss, zeigt auch die Tatsache, dass zum Beispiel die Juvelier-Kette Bucherer sich in einem Interview kürzlich ganz offen über die Pläne (oder waren’s zumindest Gedanken?) für einen eigenen online-Shop geäussert hat.

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