Urs Tillmanns, 24. April 2014, 15:00 Uhr

Leica T – ein neues Kompaktkamerasystem

Leica stellt ein neues Kamerasystem vor, die «Leica T». Sie ist eine Systemkompaktkamera mit Voll-Aluminium-Gehäuse und APS-C Sensor, in modernem Design von Audi und mit einer neuen Objektivreihe, die schnell ausgebaut werden soll. Leica M-Objektive können an der Leica T mit einem Adapter in den Grundfunktionen verwendet werden.

Gemeinsam mit dem Partner «Audi Design» wurde eine neue Kameraform geschaffen, die schlicht und zeitlos wirkt. Damit greift die Leica T Kamera «das unverwechselbare Leica Produktdesign auf und entwickelt es mit klaren Linien, glatten Oberflächen und reduzierten Formen konsequent weiter» so Leica in ihrer Pressemitteilung. Zu den wichtigsten Merkmalen gehört dabei ihr kompaktes und solides Gehäuse. Es wird aus nur einem Aluminium-Block gefräst und mit höchster Präzision in der Leica Manufaktur gefertigt.

Leica T_23_18-56

Leica verwendet dabei hochwertige Materialien und verarbeitet diese in einem aufwändigen Fertigungsprozess, um der Leica T eine unverwechselbare Optik, Haptik und Robustheit zu verleihen. Ihr solides Gewicht und ein neu entwickeltes Bedienkonzept unterstreichen dabei die anwenderfreundliche Handhabung der neuen Systemkamera.

Leica T_black_silver

Die Leica T gibt es in Silber oder in Schwarz, die Objektive dazu nur in Schwarz

Zur Markteinführung des Leica T-Systems sind zunächst zwei Objektive erhältlich. Für das Spiel mit verschiedenen Perspektiven und Brennweiten bietet sich das Leica Vario-Elmar-T 1:3,5-5,6/18-56 mm ASPH an. Ob raumgreifende Landschaftsaufnahmen, Dokumentationen oder Porträts – das Standardzoom-Objektiv ist in allen Situationen flexibel einsetzbar.

Leica T-Objektive

Das kompakte und lichtstarke Leica Summicron-T 1:2/23 mm ASPH ist mit seiner Brennweite von 35 Millimetern umgerechnet auf das Kleinbildsystem ein echter Leica Brennweitenklassiker und ideal für die Reportagefotografie geeignet. Zur photokina 2014 sind zudem ein Weitwinkelzoom-Objektiv Super-Vario-Elmar-T 1:3,5-4,5/11–23 mm ASPH (16,5-34,5mm) und das Telezoom-Objektiv Vario-Elmar-T 1: 3,5-4,5/55-135 mm ASPH (82,5-202,5mm) geplant.

Leica T_Top2

Die Anzahl der Bedienelemente wurde auf ein Minimum reduziert. Die meisten Einstellungen werden über den Touchscreen vorgenommen

Die Leica T ist mit einem grossen CMOS-Bildsensor mit über 16,5 Megapixeln (effektiv 16,2 Megapixel) im APS-C Format ausgestattet. Ergänzend zum puristischen Kameradesign ist auch das Bedienkonzept der Leica T klar, einfach und auf relevante Funktionen konzentriert. Im Mittelpunkt steht dabei der übersichtlich gestaltete Touchscreen. Er ist grosszügig dimensioniert und erzeugt ein brillantes Bild, so dass sich Aufnahmen sowohl bei der Bildgestaltung als auch bei der Wiedergabe zuverlässig beurteilt lassen.

Leica T_Display

Einfache Menüsteuerung über den Touchscreen. Die Symbole können benutzerdefiniert («My Camera») entfernt oder hinzugefügt werden können

Viele Funktionen im Aufnahme- und Wiedergabemodus können durch einfaches Berühren des Monitors angesteuert werden. Hinzu kommen vier haptische Bedienelemente, die ergonomisch angeordnet und intuitiv zu bedienen sind. So können sich Anwender ohne Ablenkung ganz auf die Bildgestaltung konzentrieren. Noch mehr Flexibilität auch in spontanen Aufnahmesituationen ermöglicht darüber hinaus das «MyCamera»-Menü der Leica T. Es lässt sich nach persönlichen Bedürfnissen einrichten und belegen. Somit hat der Fotograf jederzeit schnellen Zugriff auf alle Funktionen und Voreinstellungen, die er am häufigsten verwendet.

Leica T_Riemenbefestigung

Keine störenden Kameraösen zur Befestigung des Tragriemens, sondern ein eigenes Befestigungssystem, das die Kamera nicht zerkratzen kann

Weiter verfügt die Leica T als erstes Leica-Modell über ein integriertes Wi-Fi-Modul. Bilder und Videos lassen sich kabellos per WLAN auf Smartphones, Tablets oder den Computer übertragen und dann anschliessend via E-Mail, Facebook oder andere soziale Netzwerke teilen. Eine kostenlose Leica T-App für iOS-Devices ist ab sofort verfügbar. Diese App kann über diesen Link heruntergeladen werden.

Besonders interessant ist die Remote-Funktion der App, mit der Smartphones oder Tablets per WLAN als elektronischen Sucher der Leica T eingesetzt und unter anderem die Verschlusszeit sowie die Blende ferngesteuert eingestellt werden können – beispielsweise bei Aufnahmen mit Selbstauslöser oder aussergewöhnlichen Perspektiven.

Leica T_23_18-56_M-Objektive

Mit dem entsprechenden Adapter passt die gesamte M-Objektivreihe auf die Leica-T

Das Leica T-System umfasst eine Vielzahl an Zubehör. Eigens für das T-System entwickelt und perfekt darauf abgestimmt ist der hochauflösende elektronische Aufstecksucher mit zuschaltbarer GPS-Funktion. Dank Schwenkfunktion lässt er sich besonders kreativ einsetzen und ermöglicht auch Aufnahmen aus anderen Blickwinkeln und ungewöhnlichen Perspektiven. Ebenfalls verfügbar ist ein neuer Blitz Leica SF 26 für mehr Möglichkeiten beim Ausleuchten oder Aufhellen der Motive. Der Reflektor ist in der Neigung verstellbar. Bei Bedarf kann das Gerät sogar als LED-Leuchte für Videos genutzt werden. Hinzu kommt ausserdem ein Leica M-Adapter T, mit dem sich auch die M-Objektive an der Leica T nutzen lassen. Der Adapter verfügt über eine Abtastung für 6-bit-codierte M-Objektive, so dass die Leica T Funktionen wie Belichtungsmessung, Zeitautomatik und manuelle Steuerung in vollem Umfang unterstützt.

Leica T_Zubehoer

Als weiteres Kamerazubehör ist eine grosse Auswahl an hochwertigen Taschen, ebenfalls von Audi-Design gestaltet, in den Trendfarben Melonen-Gelb, Orange-Rot, Schwarz und Weiss erhältlich. Einzelne Accessoires bauen aufeinander auf, ergänzen sich und sind teilweise individuell miteinander kombinierbar.

Der Leica T-Snap für die Kameravorderseite bietet mit seiner Materialmischung aus hartem Kunststoff und flexiblem Silikon optimalen Schutz vor Kratzern und unbeabsichtigten Stössen. Der T-Flap aus weichem Silikon ist die ideale Ergänzung zum T-Snap. Er lässt sich in den T-Snap einklicken und schützt so die Kamerarückseite mit Display und Bedienelementen, wenn die Leica T nicht im Einsatz ist. Tragriemen und Handschlaufe sind in Design und Farbe perfekt auf den modernen T-Snap und T-Flap abgestimmt. Sie werden per Easy-Click an der Leica T befestigt, einem System, das für das Anbringen an Kameras einzigartig ist. Ganz im Sinne des klaren, aufgeräumten Kameradesigns ohne Ösen bilden Tragriemen und Handschlaufe eine Einheit mit der Kamera und lassen sich mit einer Bewegung schnell lösen. Weiterhin sind für die Leica T noch ein Lederholster, ein Lederprotektor und eine Systemtasche erhältlich.

Mit Adobe Photoshop Lightroom gehört eine professionelle digitale Workflow-Lösung für Apple Mac OS X und Microsoft Windows zur Grundausstattung der Leica T. Die Bildverarbeitungssoftware bietet umfangreiche Funktionen zur Verwaltung, Bearbeitung und Ausgabe von Bildern und Videos. Registrierte Leica Kunden können sich die Software kostenlos von der Leica Homepage downloaden.

Leica T – Die wichtigsten technische Daten
Kamera-Bezeichnung Leica T (Typ 701)
Sensor CMOS APS-C-Sensor, 23,6 x 15,7 mm mit eff. 16,3 Mio. Pixeln, Seitenverhältnis 3:2
Auflösung JPEG: max. 4928 x 3264 Pixel (16 Megapixel), min. 1632 x 1080 Pixel (1,8 Megapixel), RAW: DNG: 4944 x 3278 Pixel
Objektiv-Anschluss Leica T-Bajonett, (M-Objektive mit Adapter)
Videoformat MP4
Video Bildfolgerate 1920 x 1080 p, 30 B/s oder 1280 x 720 p, 30 B/s
Speicher 16 GB intern, SD-/SDHC-/SDXC-Speicherkarten
ISO-Bereich ISO 100 bis ISO 12500
Autofokus Kontrastbasiert, 1-Punkt, Mehrfeld, Spot, Gesichtserkennung, Touch-AF
Belichtungsarten P, Tv, Av, Manuell, Motivprogramme Sport, Porträt, Landschaft, Nachtporträt, Schnee/Strand, Feuerwerk, Kerzenlicht, Sonnenuntergang
Belichtungsmessung Mehrfeld, mittenbetont, Spot
Belichtungskorrektur +/- 3 EV in 1/3 EV-Stufen
Verschlusszeiten 30 s bis 1/4000 s
Monitor 3.7“ TFT LCD, 1,3 Mio. Pixel
W-Lan IEEE 802.11b/g/n
Abmessungen 134 x 69 x 33 mm
Gewicht Ca. 384 g (mit Akku)
Preis Gehäuse: CHF 1’975.-,
Vario-Elmar-T 3,5-5,6/18-56mm: CHF 1’910.–
Visoflex (elektronischer Sucher): CHF 595.-
Ausführliche technische Daten finden Sie hier als pdf

.

Verfügbarkeit und weitere Infos

Die Kamera wird ab Ende Mai 2014 erhältlich sein.

Weitere Informationen finden Sie unter www.leica-camera.ch oder bei der Schweizer Generalvertretung

Leica Camera AG
CH-2560 Nidau
Tel. 032 332 90 90

6 Kommentare zu “Leica T – ein neues Kompaktkamerasystem”

  1. Wahrscheinlich ist die Technik von Panasonic. Mit dem Standard Zoom kostet das Ding ohne elektronischen Sucher und 16 MP fast 3.000 Euro. Dafür bekommt man eine Sony Alpha 6000 mit besserer Technik, mehreren Objektiven und gleich noch eine Woche New York zum ausgiebigen Ausprobieren. Leica ist gemeinsam mit Hasselblad auf „Dummenfang“…

  2. Wenn ich das Video zur Herstellung des Gehäuses anschaue (http://vimeo.com/92073118), ist die Kamera ja günstig.

    @Thomas
    Na und? Ist doch schön, etwas Exklusiveres zu haben. Geiz ist nicht wirklich geil.
    Ein etwas edleres Teil kostet halt gleich unverhältnismässig mehr. Dafür hat es auch nicht jeder. Und, wenn man sich darüber freuen kann, macht das Fotografieren noch mehr Spass.

  3. @Thomas: Ich sehe es genau so. Teure Verpackung mit Mainstreaminhalt.
    @Peter: Wer exklusiv über den Tisch gezogen werden will, bitte.

  4. @Chris/Thomas. Eine Leica kauft man sich nicht nur zum Fotografieren, sondern auch, um sich gegenüber den anderen Fotografen abzugrenzen. Viele von den Nikon und Canonfotografen haben noch nie eine Leica gesehen und wenn man denen sagt, wie viel man bezahlt hat für eine Leica M240, dann muss man über die Gesichter lachen. Wer einen Sportwagen fahren will, kann sich auch einen Nissan GT kaufen, aber ist ist halt schon was anders mit einem Porsche 911 zu fahren, obwohl beide die gleiche Leistung haben.

  5. Der Vergleich mit den zu Hasselblad umgelabelten Sony-Kameras hinkt gewaltig und ist ein Schlag ins Gesicht aller an diesem Produkt beteiligten Mechaniker, Ingenieure, Designer – und nicht zuletzt aller Leica-Mitarbeitenden in neuen Wetzlarer Werk aber auch im portugiesischen Braga.

    Thomas soll doch glücklich werden mit seiner Alpha Wasweissich, welches Made in China ist, einem Land wo die Arbeitskraft nur einen Bruchteil eines deutschen und selbst eines portugiesischen Mitarbeiters kostet. Und die Hersteller völlig andere Prioritäten setzen als die deutsche Luxusschmiede.

    Es gibt Spec-mässig gesehen Besseres. Dafür aber lotet Leica die Möglichkeiten beim Design und bei der Fertigung aus. Und wird, wie es auch Apple tut, die Konkurrenz mehr als nur inspirieren. Die Gestaltung ist von Anfang bis Ende stringent. Ja selbst die zugehörigen Taschen sind eine Klasse für sich.

    Und ich bin mal so ehrlich, dass ich das reduzierte Design als eine absolute Wohltat empfinde zu den verspielten Geräten aus Asien, die dem Konkurrenzprodukt dauernd zu verstehen geben wollen: Ich kann mehr als Du, ich bin besser als Du! Dabei gemahnen sie mal an Spielzeuge, mal an Maschinengewehre.

    Ob dem ganzen Gemaule gehen etliche Details unter. So etwa zum Beispiel, dass diese Kamera tatsächlich einen eingebauten Speicher von 16GB hat oder intergriertes Wi-Fi. Die Touch-Bedienung soll im Gegensatz zur Konkurrenz wirklich intuitiv und flüssig sein. Endlich, denn die bisherigen Ansätze überzeugen nicht.

    Und dann ist das ewige Geleier wegen Panasonic. Nun, wo ist das Problem, wenn Komponenten von Panasonic (immerhin nebst eigenem Portfolio ein Industriezulieferer!) den Weg in Leica-Kameras finden? Jedenfalls, der APS-C Sensor ist mit Sicherheit nicht von Panasonic, sondern entweder von Sony oder Aptina.

  6. Hallo Peter Klein. Sie schreiben ja selbst, dass es unverhältnismässig mehr kosten würde. Genau dieses unverhältnismässige ist ja das was angeprangert wurde. Unverhältnismässigkeit hat mit Exklusivität nichts zu tun. Exklusive Produkte werden aufwendiger produziert und werden teurere Materialien verwendet und auch mit einer begrenzten Stückzahl wird Exklusivität erzeugt. Hier ist nichts davon der Fall. Das Produkt ist dann eben nicht exklusiv, wenn es das selbe in Panasonic Ausführung auch noch gibt. Es macht die Kamera auch nicht besser und bei dem Preis sollte dann vom Hersteller auch alles unternommen werden um den Exklusivanspruch nicht bei der Fotoqualität dann enden zu lassen. Letzteres ist leider der Fall wie ich gerade bei einer reihe von Sample Images feststellen musste.

    Wer dann lieber exklusive Fotoqualität als exklusiv hohe Kreditkartenabrechnungen haben will, der greift definitiv zu einem anderen Modell in dieser Klasse.

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