Urs Tillmanns, 14. Mai 2017, 10:00 Uhr

Kameradiebstahl: Wie macht man es den Dieben schwer?

Fotoausrüstungen sind bei den Langfingern begehrte Objekte. Sie haben einen hohen Wiederverkaufswert und lassen sich nicht nur leicht bei unvorsichtigen Besitzern entwenden, sondern auch leicht wieder verkaufen. Wie schützt man sich vor Diebstahl und was tut man, wenn einem die Ausrüstung gestohlen wurde?

 

Kameras sind neben hochwertigen kleinen Elektrogeräten, Bargeld und Goldschmuck beliebtes Diebesgut. Die Wahrscheinlichkeit bestohlen zu werden kann man durch entsprechende Vorkehrungen und richtiges Verhalten reduzieren – den hundertprozentigen Schutz, da machen wir uns nichts vor, gibt es jedoch nicht. Ärgerlich ist jeder Diebstahl – der von Fotoequipment ist aber besonders einschneidend, denn der Verlust der Bild- und Videodaten wiegt oftmals höher als der finanzielle Schaden. Unser Tipp am Rande: Die Ausrüstung kann man ersetzen, die Bilder und Videos nicht. Aus diesem Grund sollte man immer dann, wenn fotografiert und gefilmt wurde, die Daten baldmöglichst auf einem Rechner oder einer externen Festplatte sichern.

 

Individualnummer notieren

Kommt es zu einem Diebstahl, dann ist es gut, wenn man sich die Individualnummer der Kamera aber auch – sofern dort vorhanden – vom anderen Fotoequipment notiert hat. Die Individualnummer befindet sich bei Kameras auf deren Unterseite und in den meisten Fällen zusätzlich auch auf dem Karton, in dem die Kamera erworben wurde.

Bei Objektiven ist sie meist in das Gehäuse oder die Fassung relativ klein eingraviert. Anhand der Individualnummer ist es für Polizei und über entsprechende Portale möglich, Diebesgut als solches identifizieren zu können.

 

Strafanzeige erstatten

Ob nun in die eigenen vier Wänden, in Ferien- oder Hotelzimmer eingebrochen oder die Fototasche beispielsweise aus dem Wagen entwendet wurde oder man einem Langfinger im Bus oder der U-Bahn zum Opfer gefallen ist, so sollte man bei jedem Diebstahl eine Strafanzeige erstatten. Sofern noch vorhanden sollte man für die Strafanzeige alle Unterlagen – und dazu gehört eben auch die Individualnummer – zur Polizei mitnehmen. Gut vorbereitet ist, wer die Originalbelege mit diesen Daten vorher einscannt und auf dem Rechner oder Tablet immer bei sich hat.

 

Internet: Verkaufs- und spezielle Portale

Diebesgut wird vielfach über Verkaufsportale veräussert. Käufer – und natürlich auch Bestohlene – können sich vorab informieren, ob beispielsweise die Kamera als Diebesgut gekennzeichnet ist. Ein solches Portal ist übrigens LensTag, das von der Suchmaschine Google intensiv durchsucht wird. Bei LensTag ist es so, dass man seine Fotoausrüstung dort mit Foto und Seriennummer hinterlegt. Alternativ kann man auch auf die LensTag App (Android & iOS) zurückgreifen und damit die Typenschilder der Ausrüstung fotografieren.

Stolencamerafinder lässt Kameras aufspüren, und zwar über die Exif-Daten – das Netz wird nach diesen durchsucht und so kann derjenige ausfindig gemacht werden, der nun mit der gestohlenen Kamera fotografiert. Die Suche funktioniert übrigens weltweit – es gibt einen kostenpflichtigen Pro-Modus, der das Web dauerhaft durchsucht. Einige Kamerahersteller bieten auch die Option, das Aufnahmegerät dort mit Seriennummer zu registrieren. Findet man als Kaufinteressent im Web ein Angebot, so kann auch hierüber ermittelt werden, ob es sich womöglich um Diebesgut handelt. Facebook ist sicherlich oftmals streitbar – wurde die Fotoausrüstung jedoch gestohlen, dann kann man über soziale Netzwerke wirkungsvoll Alarm schlagen.

 

Fotoausrüstung versichern

Heute kann man sich quasi für beziehungsweise gegen alles versichern, also auch die Fotoausrüstung. Inwieweit das Sinn macht, ist natürlich auch vom Wert der Ausrüstung abhängig. Prinzipiell gilt es, die Vertragsbedingungen genau zu studieren, denn die Leistungen, aber auch die Beiträge unterscheiden sich. Versicherungen für Fotografen sind unter anderem aktivias.de, fotofairsicherung.de, fotoversicherung.de, friendsurance.de, kameraversicherung.de und beispielsweise pundpgmbh.de. Allerdings ist zu überprüfen, ob diese in Deutschland ansässigen Versicherungen auch in der Schweiz abgeschlossen werden können – und zu welchen Konditionen.

 

Sich vor Diebstahl schützen

Hundertprozentigen Schutz gegen Diebstahl gibt es nicht – man kann den Dieben das Leben nur schwermachen und darauf bauen, dass sie Abstand von ihrem Vorhaben nehmen. Das bedeutet beispielsweise seine eigenen vier Wände einbruchssicherer durch spezielle Fenster- und Türschlösser zu machen. Gekippte Fenster laden ebenso ein wie offene Terrassentüren, während man sich beispielsweise im Vorgarten der Gartenarbeit hingibt oder sich in der Waschküche befindet und die Situation nicht im Blick hat. Natürlich sollte man Diebe auch nicht anlocken und beispielsweise seine Kamera prominent durch das Fenster gut einsehbar am Schreibtisch präsentieren. Das weckt Begehrlichkeiten und ermuntert womöglich zum Einbruch. Sofern man die Möglichkeit hat, sollte man die Kameratasche in den eignen vier Wänden an einem Ort aufbewahren, wo man sie nicht unbedingt gleich vermutet. Einbrecher haben jedoch eine gute Spürnase – sie wissen meist, wo sie suchen müssen. Wichtig ist in jedem Fall mit seiner Wohnungsversicherung abzuklären, ob und unter welchen Voraussetzungen die Kameraausrüstung bei Diebstahl ersetzt wird.

Der Fussraum im Auto ist kein sicherer Platz. Diebe haben ein Auge dafür, und der Zugriff dauert wenige Sekunden

Ist man auf Fototour, dann gehört die Kamera ebenso wenig unter das Strandlaken wie auf die Rückbank des Fahrzeugs. Auch sollte man die Fotoausrüstung nicht über Nacht im Kofferraum des Fahrzeuges belassen. Wertgegenstände, und darum handelt es sich ja bei der Fotoausrüstung, gehören schlichtweg aus dem Auto, wenn man sich nicht in diesem befindet – vielfach versagen Versicherungen auch ihren Schutz. Beim Campingurlaub ist der Trubel auf den Zeltplätzen meist sehr gross – hier gilt es natürlich auch, seine Fotoausrüstung zu sichern in – sofern angeboten – speziellen Schliessfächern beispielsweise. Auch in Hotels ist man vor Langfingern nicht sicher, die sich beispielsweise über offene Balkontüren Eintritt verschaffen, während man genüsslich sein Frühstück einnimmt.

Ist man mit seiner Fotoausrüstung beispielsweise in Städten im Gedränge unterwegs, so gibt es spezielle Fototaschen, die es Dieben schwermachen, die Kamera zu entwenden. Eine weitere Option ist es, die Fototasche vorn am Körper zu tragen – so hat man sie immer im Blick. Wie bereits erwähnt, gibt es auch spezielle Kameragurte, die es Langfingern erschweren, sich der Kamera zu bedienen.

Quelle: www.prophoto-online.de

 

 

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