Urs Tillmanns, 14. Juni 2017, 15:40 Uhr

«Photo Basel» – exklusive Fotokunstmesse, noch bis Sonntag

Bereits zum dritten Mal findet gleichzeitig mit der «Art Basel» auch die «Photo Basel» statt. Im Basler Volkshaus, unweit der Messe Basel, zeigen 38 Aussteller aus 16 Ländern ein breites Angebot an Fotokunstwerken aus allen Nationen und Epochen, mit dem Schwergewicht auf zeitgenössischen Künstlern. Die Photo Basel ist noch bis Sonntag 18. Juni 2017 zu sehen.

 

Neben der gigantischen «Art Basel» haben sich verschiedene Peripheriemessen etabliert (Fotointern.ch berichtete), so auch die «Photo Basel», die als einzige davon auf Fotokunst spezialisiert ist. Man findet auf dem Rundgang durch die Ausstellungshalle in Basler Volkshaus an 38 Ständen einen breiten Querschnitt mit Werken zu verschiedensten Themen und aus allen Kulturkreisen.

 

Die Location hat sich bewährt: Die Photo Basel findet wiederum im Volkshaus am Claraplatz statt

Die Photo Basel hat, was die Internationalität anbelangt, nochmals zugelegt. Neu mit dabei ist die «Mariane Ibrahim Gallery» aus Seattle, USA, welche im Frühling an der Messe Armory den «Presents-Preis» als bester Stand gewonnen hat. Die Berliner Galerie «Springer» zeigt exklusive Werke des kanadischen Museumskünstlers Edward Burtynsky sowie des Schweizers Arnold Odermatt. Ebenfalls neu in Basel sind die Galerien «Almanaque», «Ungallery» und «Carlos Caamano», aus Südamerika. Aus Asien angereist ist «La Galerie Paris 1839» mit Werken des zurzeit am Centre Pompidou und im Designmuseum Vitra gezeigten Vincent Fournier. Wieder mit dabei ist die Zürcher Galerie «Fabian & Claude Walter» mit Werken der GrossmeisterInnen, Nan Goldin, Sonja Braas Saul Leiter, Herb Ritts und Erwin Olaf.

 

38 Aussteller präsentieren die Werke von gegen 100 Fotokünstlern

Aber nicht nur die Fotografie steht im Fokus, sondern auch das bewegte Bild. Im neu geschaffenen Sektor «tape/basel» werden neun Video-Arbeiten gezeigt, welche von der kanadisch-schweizerischen Kuratorin Chantal Molleur ausgewählt wurden. Darunter befindet sich auch ein Werk, welches unlängst auch an der Biennale in Venedig zu sehen war und vom finnischen Künstler Mika Taanila stammt. 

 

Neu ist der Sektor «tape/basel» auf dem Balkon, wo neun Video-Arbeiten gezeigt werden. Übrigens, die Treppe ist trotz der Fotos begehbar …

 

Ein subjektiver Rundgang

Der Besuch der Photo Basel zeigt das breite Spektrum, welches die Fotokunst bietet. In den Kojen der 38 Aussteller werden in der Regel die Arbeiten von ein bis drei Fotografen gezeigt. Oft ergänzen sich diese thematisch, oft setzt die eine Bilderserie zur anderen einen Kontrapunkt, mit dem die Galerie ihre Sortimentsbreite zum Ausdruck bringen will.

Auf unserem Rundgang haben wir uns an einigen Ständen aufgehalten, um weniger bekannte Werke und Künstler zu entdecken. Deshalb ist unsere Auswahl, wie immer, sehr subjektiv ausgefallen.

 

Gleich im Foyer befindet sich der Stand der Galerie von Monika Wertheimer, welche die drei Fotografen Joshi Herczeg, Thomas Woodtli und Gabriel Figueroa Flores ausstellt. Letzterer verblüfft mit konstruierten Architekturbildern, die auf existierenden oder imaginären Gebäuden beruhen und in minutiöser Arbeit in Photoshop ergänzt wurden.

 

Gleich gegenüber zeigt die Kahmann Gallery aus Amsterdam originelle Porträts von Bastiaan Woudt sowie den belgischen Fotografen Stephan Vanfleteren mit Landschaftsbildern von Bunkern aus dem zweiten Weltkrieg, die im Sand gewandert zu skurrilsten Gebilden wurden.

 

Alfred Drago Rens, präsentiert von der Galerie L’Affiche aus Mailand, zeigt historische Aufnahmen seiner Familie, die er überarbeitet und mit mehreren Ebenen versehen hat. Nicht nur eine originelle Idee, sondern auch eine perfekte handwerkliche Ausführung, an der man sich kaum sattsehen kann.

 

Edith Roux zeigt im Stand der Galerie Dix9 aus Paris zeigt unter ihren Landschaftsbildern der Elfenbeinküste das Bild «Les Fantômes de Bassam», welches die Betrachter dadurch irritiert, dass sich eben Fantome nicht im Wasser spiegeln – abgesehen von anderen Unwirklichkeiten. Weiter zeigt die Galerie Werke von Paula de Solminihac und Sebastian Riemer.

 

Aus Tokyo zeigt die Galerie Kana Kawanishi unter anderem die Arbeit von Noritaka Minami mit Innenaufnahmen von Schlafkojen, die aussehen, wie die berühmten Boxhotels, die jedoch in Wirklichkeit Kleinstwohnungen sind, in denen die Leute permanent leben.

 

Die italienische Galerie Vision Quest thematisch ähnliche Werke mit dem Surrealismus «Forever Walé» von Patrick Willocq und der imaginären Welt des Bruno Cattani mit seiner Serie «Frammenti».

 

Die Galerie Almanaque aus Mexiko City präsentiert gleich sechs Fotokünstler mit sehr unterschiedlichen Arbeiten, darunter «Lost Horizon: Monument to the Atom. Voronezh» des russischen Fotografen Danila Tkachenko (links) und «Morning Rituals» von Tania Franco-Klein.

 

Am Stand der Zürcher Galerie AB43 Contemporary beeindruckt die Schwarzweiss-Serie von Babak Kazemi «A Report for D’Arcy», welche die Erdölgewinnung in Iran hautnah miterleben lässt. Als Kontrapunkt faszinieren die drei Porträts verschleierter Frauen von Halim Al Karim, bei denen die Augen dominieren – weil Augen nie lügen.

 

Die Galerie Albrecht aus Berlin zeigt eine fantastische schwarzweisse Landschaftsserie von Michael Kenna (gezeigtes Insert «Distant Mountains»), dann Panoramen von Julia Baier, welche durch realistisch abgebildete Versatzstücke der Landschaft die Vulkanaktivität in Island symbolisieren sollen und schliesslich die Kollagen von Norio Takasugi, welche Einzelobjekte in der Masse zeigen, die wiederum zu einem Einzelstück werden.  

 

Am Stand der Flatland Gallery aus Holland haben wir das dem holländischen Malstil nachempfundene Porträt «Cosy» von Henrik Kerstens entdeckt, sowie die fantasievolle Naturkomposition «Pittoresque #1» von Ruud van Empel.

 

Am Ende des Rundgangs ist noch die Arbeit «Good Morning» der Studentin Anastasia Chaguidouline der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel zu sehen, die sich thematisch mit einem zwischenmenschlichen Konflikt und anschliessender Versöhnung befasst.

 

Am Ende? Natürlich waren dies nur ein paar Häppchen aus dem reichhaltigen Bilderangebot der Photo Basel. Der Besuch an der Photo Basel lohnt sich – und sicher werden Sie unter dem breiten Ausstellungsangebot auch Ihre Favoriten finden.

Urs Tillmanns

 

Wichtig zu wissen:

Wann? Während der Art Basel vom 14. bis 18. Juni 2017
täglich von 12:00 bis 20:00 (Sonntag bis 18:00)

Wo? Volkshaus Basel, Rebgasse 12-14, CH-4058 Basel

Wieviel: CHF 15.– (online über Starticket

Infos? www.photo-basel.com

 

Die Aussteller:

Almanaque – Mexico City, México
Galerie Springer – Berlin, Germany
Mariane Ibrahim Gallery – Seattle, USA
Catharine Clark Gallery – San Francisco, USA
Photon – Ljubljana, Slovenia
Flatland – Amsterdam, Netherlands
Esther Woerdehoff – Paris, France
Galleria l’Affiche – Milano, Italy
Kopeikin Gallery – Los Angeles, USA
Twin Gallery – Madrid, Spain
Kana Kawanishi – Tokyo, Japan
La Galerie Paris 1839 – Hong Kong, China
Susanne Albrecht – Berlin, Germany
Fabian & Claude Walter Galerie – Zürich, Switzerland
Camara Oscura – Madrid, Spain
Dix9 – Hélène Lacharmoise – Paris, France
Grundemark Nilsson Gallery – Berlin & Stockholm
Galerie Catherine et André Hug – Paris, France
Baudoin Lebon – Paris, France
widmertheodoridis – Eschlikon, Switzerland
Galerija Fotografija – Ljubljana, Slovenia
Raffaella De Chirico – Torino, Italy
Podbielski Contemporary – Berlin, Germany
Kahmann Gallery – Amsterdam, Netherlands
Bildhalle – Zürich, Switzerland
Photographica Fine Art – Lugano, Switzerland
mc2 Gallery – Milano, Italy
Monika Wertheimer – Oberwil/Basel, Switzerland
AB43 Contemporary – Zürich, Switzerland
Carlos Caamaño Proyecto Fotográfico – Lima, Peru
School Gallery / Olivier Castaing – Paris, France

Éditions Xavier Barral – Publisher
vfg Nachwuchsförderpreis
FHNW / Institut für Kunst – Basel, Switzerland
Erti Gallery – Tbilisi/Tiflis, Georgia
ungallery – Buenos Aires, Argentina
VisionQuesT 4rosso – Genova, Italy

 

 


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