Urs Tillmanns, 20. Januar 2018, 09:00 Uhr

Filme selbst entwickeln – was braucht es dazu?

Das Interesse an der eigenen Dunkelkammer wächst im gleichen Masse wie die Begeisterung für die Analogfotografie, also das Fotografieren auf Film. Die Hersteller berichten von einer deutlich ansteigenden Nachfrage nach Dunkelkammerequipment. Auch auf den Verkaufsportalen gehen die Preise nach oben, was ein weiteres Indiz für die steigende Nachfrage darstellt. Nachstehend ein kleiner Leitfaden zur Grundausstattung der eigenen Dunkelkammer.

 

Was braucht es zur Filmentwicklung?

Bevor man Investitionen tätigt sollte man für sich festlegen, ob nur Filme entwickelt werden sollen, die anschliessend über einen Scanner digitalisiert werden. In diesem Fall braucht es lediglich:

  • Entwicklungsdose mit Spulen
  • Ein Thermometer
  • Fotochemie für die Filmentwicklung, also Entwickler, Fixierer, Netzmittel
  • Vorratsflaschen für Fotochemikalien und Trichter
  • Filmabstreifer 
  • Ein Messbecher
  • Idealerweise auch noch eine Mensur für die Feinabstimmung
  • Eine Stoppuhr

 

Wie macht man Vergrösserungen?

Ist es das Ziel, in der eigenen Dunkelkammer nach der Filmentwicklung seine eigenen Papiervergrösserungen zu erstellen, dann umfasst die Grundausstattung bei einem Schwarzweisslabor – ist am weitesten verbreitet – wenigstens:

  • Vergrösserungsgerät samt Vergrösserungsobjektiv und Timer
  • Satz Gradationsfilter (für Multigradationspapier)
  • Drei Schalen für die Verarbeitungsbäder
  • Drei Zangen, um die Papiere in die Chemie hinein zu legen und wieder heraus zu nehmen
  • Vergrösserungsrahmen – Macht das Leben einfacher
  • Dunkelkammerbeleuchtung
  • Entsprechende Fotochemikalien (Entwickler, Stoppbad, Fixierbad)

Zum weiteren nützlichem Zubehör für die Dunkelkammer gehört: Belichtungsschaltuhr, Masken- und Kontaktrahmen, Kornscharfsteller, Leuchtpult, Negativlupe, Papiertresor, Papierschneidemaschine, Abwedler, Trichter, Wasserfilter, Labornotizbuch.

Herzstück der Dunkelkammer ist das Vergrösserungsgerät. Diese werden für Kleinbild, Mittel- und Grossformat angeboten. Die beiden letztgenannten lassen sich mit entsprechendem Zubehör auch für kleinere Formate optimieren. Je nach Beleuchtungstechnik wird zwischen Kondensor- und Mischlicht-Vergrösserungsgerät unterschieden. Das klassische Vergrösserungsgerät für Schwarzweiss ist der Kondensorvergrösserer. Dieses steht für schärfere und kontrastreichere Papiervergrösserungen. Möglicher Nachteil: Staub und Kratzer treten stärker hervor wenn nicht sauber gearbeitet wird.

Kleinbildnegative lassen sich in einem Gerät mit einem 50 mm-Objektiv problemlos vergrössern. Wer dagegen Mittelformatnegative zu Papier bringen möchte, sollte zu einem Objektiv mit mindestens 80 mm Brennweite greifen. Alternativ kann auch ein spezielles Weitwinkelobjektiv eingesetzt werden, das allerdings ist vergleichsweise teuer. Auf jeden Fall sollte das Vergrösserungsgerät eine Filterhalterung oder -schublade haben, um Gradations- und Farbfilter verwenden zu können. Vergrösserungsgeräte für Farbvergrösserungen sind mit einem Farbkopf ausgestattet, dessen Filter sich stufenlos einstellen lassen. Beim Timer, also der Zeitschaltuhr für das Vergrösserungsgerät, sollte darauf geachtet werden, dass dieser einen separaten Schalter für Dauerlicht zur Scharfeinstellung hat. 

Damit das Fotopapier beim Vergrössern plan liegt, einfach ausgetauscht werden kann und Bilder einen sauberen weissen Rand aufweisen, ist ein Vergrösserungsrahmen von Vorteil. Die Maskenbänder lassen sich beliebig verstellen, so dass jedes gewünschte Bildformat eingestellt werden kann. Es gibt Vergrösserungsrahmen in verschiedenen Grössen. Es lohnt sich ein grösseres Format zu kaufen als man üblicherweise benutzen würde, weil man bald auf den Geschmack grösserer Bilder kommt. Dies gilt übrigens auch für die Laborschalen.

 

Laborausrüstung – gebraucht oder neu kaufen?

Bei der Hardware, und vor allem bei Gebrauchtwaren, sollte der Fokus in jedem Fall auf Markenware gelegt werden. Das ist nicht unbedingt nur eine Frage der Qualität, sondern auch eine Frage der Ersatzteilbeschaffung. Gut etablierte Marken sind in der Regel mit einer grossen Anzahl von Produkten auch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich. Überhaupt findet man derzeit Laborausrüstungen sehr günstig auf Flohmärkten oder im Internet, weil viele dieses schöne Hobby gegen einen Bildschirm ausgetauscht haben.

Bei den Entwicklungsdosen stellt sich vor allem die Frage, wie gross die Dosen eigentlich sein sollen. Wer üblicherweise Kleinbildfilme entwickelt, kommt mit einer mittelgrossen Dose gut zurecht. Denn auch, wenn die nur zu einem kleineren Teil gefüllt ist, bleibt der Chemie-Einsatz bei der Kipp-Entwicklungen gleich. Besonders kleine Dosen sind deshalb in der Regel nicht nötig. Wer Rollfilme entwickelt, also die Formate 120 und 220, und dies in grosser Zahl, braucht eventuell von Anfang an eine grössere Entwicklungsdose.

Die Entwicklungsschalen kauft man idealerweise in drei verschiedenen Farben, um immer wieder die gleichen Schalen für Entwickler, Stoppbad und Fixierer verwenden zu können. Und auch bei den Zangen sollte man nicht sparen, sondern drei verschiedene einsetzen. Die werden dann immer nur in eine Richtung bewegt, vom Entwickler ins Stoppbad, vom Stoppbad in den Fixierer und vom Fixierer zur Schlusswässerung. Gelangt Stoppbad in den Entwickler wird dieses umbrauchbar.

Thermometer sind im Labor wichtig, damit eine konstante Verarbeitungstemperatur von Entwickler, Stoppbad und Fixierbad gewährleistet werden kann. Quecksilberthermometer sind dazu ungeeignet und gefährlich. Wir sicher gehen will, besorgt sich im Laborhandel ein Thermometer, das mit einer ungefährlichen Flüssigkeit gefüllt ist. Zudem gibt es preisgünstige elektronische Thermometer, die mit einer externen Sonde auch zur Überwachung der Temperatur der Entwicklungsbäder geeignet sind. Laborbedarf bekommt man übrigens im Fachhandel oder über das Internet.

Den Messbecher gibt es im Fachhandel oder in Küchengeschäften. Kam der Messbecher einmal im Fotolabor zum Einsatz, dann bitte dort belassen und nicht mehr zum Kochen benutzen. Die Stoppuhr muss nicht unbedingt das Tischmodell sein, wobei bei diesem eine gute Lesbarkeit garantiert ist. Gegebenenfalls geht auch ein Timer aus dem Discounter. Bleiben noch die Vorratsflaschen für die Filmchemie. Auch diese sind gebraucht erhältlich. Auf keinen Fall sollten dafür Getränkeflaschen verwendet werden, zu gross ist die Gefahr, dass ein Durstiger daraus mal einen grossen Schluck nimmt.

Und wie ist das eigentlich mit dem Trocknen von Filmen? Auch dafür gibt es eine günstige Lösung. Entweder man kauft gebrauchte Filmklammern oder aber man greift zu Wäscheklammern. Allerdings rutschen nasse Filme gerne aus Plastikklammern heraus, deshalb hier der ultimative Tipp: Wäscheklammern aus Holz benutzen. Zuvor kommt der Film noch in ein Netzmittelbad, damit er gleichmässig und ohne Kalkflecken trocknet. Es gibt spezielle Abstreifer, um das überschlüssige Wasser vom Film zu beseitigen um damit eine kürzere Trockenzeit zu erreichen. Damit ist Vorsucht geboten, da schon ein Staubkorn den ganzen Film zerkratzen kann. 

Ist der Gebrauchtkauf der Hardware im Prinzip problemlos möglich, sollte man beim Kauf von Chemie und Papier schon vorsichtiger sein. Denn Chemie hält nur eine gewisse Zeit lang, es sei denn, sie liegt als Pulver vor. Heikel ist auch Fotopapier, da es mit den Jahren an Qualität verliert, vor allem, wenn es nicht sachgerecht gelagert wird. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man ein paar Euro mehr investiert und neue Ware im Fachhandel kauft.

 

Brauch ich wirklich eine dunkle Kammer?

Wer nur Filme entwickelt, kann dies mit einem Wechselsack, der möglichst gross sein sollte, auch im hellen Zimmer machen. Denn dunkel muss es nur sein, wenn die Filme aus der Filmpatrone in die Entwicklungsdose gespult werden. Das Hantieren mit dem Lösungen und alle weiteren Arbeitsschritte können danach im Hellen erfolgen.

 

Der Wechselsack ersetzt einen verdunkelbaren Raum, um den Film aus der Filmpatrone in die Entwicklungsdose einzuspulen. Alles weitere kann bei normalem Licht erfolgen. (Foto: Kaiser)

Wer allerdings Papierbilder und Vergrösserungen machen möchte, der braucht tatsächlich eine Dunkelkammer – denn schliesslich ist das Fotopapier lichtempfindlich. Aber auch da gibt es die günstige Variante. So lassen sich Fenster mit Teichfolie aus dem Baumarkt (doppelt legen) wirkungsvoll verdunkeln. Dann bleibt vielleicht nur noch das Licht, das unter der Türe durchscheint. Aber da kann ja ein kleiner Teppich oder ein Handtuch Abhilfe schaffen. Dunkel sollte es in jedem Fall sein aber auch staubfrei. Ein Fliesenboden ist also ratsamer als Teppichboden. Kaum etwas falsch machen kann man bei der Dunkelkammerbeleuchtung. Rote, rotbraune oder gelbbraune Spezialbirnen sind für die meisten Fotopapiere in Ordnung. Will man auf Nummer Sicher gehen, sollte man sich die Anschaffung einer speziellen Dunkelkammerlampe leisten.

Quelle: Prophoto online

Wichtige Adressen:

Ars-Imago, Fachgeschäft für Analogfotografie, Badenerstrasse 211, Zürich

Graphicart, Webshop für Kaiser-Laborprodukte, Zürich und Ittigen BE 

Fotomedia AG, breite Auswahl (Filme, Papiere, Chemikalien) an Lager, Friedhofweg 4, Jegenstorf

Fotoimpex, Fachgeschäft für Analogfotografie, Alte Schönhauser Strasse 32b, Berlin

10 Kommentare zu “Filme selbst entwickeln – was braucht es dazu?”

  1. Sehr interessant. Aber ich bin froh, dass ich das toxische Zeug nicht nicht mehr um mich herum habe. In den 70er Jahren konnte man es ja noch ungestraft in den Ausguss (und – in meinem Fall – in den Rhein) giessen. Heute käme man durch sowas umgehend ins Gefängnis.

    Die digitale „Revolution“ in der Fotografie anfangs dieses Jahrtausends war für mich ein begeisterndes Erlebnis und so ist es immer noch. Den Computer hat man sowieso, Lightroom und Photoshop gibt’s günstig im Fotografen-Bundle, dazu noch ein grossformatiger Fotoprinter und das Rotlicht (bzw. Braunlicht für Farbprozesse) kann man getrost vergessen. Printerpatronen kommen ins Recycling bzw. in den Hausmüll.

    Viel Vergnügen beim Entwickeln und Vergrössern!

  2. Lobenswert, dass Praxis der Analogfotografie wieder mal Erwähnung findet.

    Ja, es gibt nach wie vor Geschäfte die Analoges bieten.
    Jedoch hätte ich persönlich eine etwas andere Auswahl getroffen. Eine, die sich eher auf hiesige Geschäfte konzentriert.
    – ArsImago Zürich ist ein wirklich gutes Geschäft und machen sowohl online als auch im Laden einen tollen Job.

    – Foto ZumsteinVision Bern – war seit der Fusion nicht mehr dort, besonders Vision führte einiges an Laboruntensilien. Auch Chemie.

    – Foto Ganz/Pro bietet in manchen Läden Chemie.

    Ganz zu schweigen von vielen Geschäften die Occassionen anbieten. Halt meist Kameras, Objektive usw, eher selten Entwicklungsutensilien. Aber man kann ja auch fragen 🙂
    Trotz des „Lädelisterbens“ hat sich die Situation etwas gebessert, weil viele erkannt haben, dass Occassion ein gutes Geschäft ist.
    Und wer nicht selber entwickelt, kann auf Dienstleister (die leider immer seltener werden) zurückgreifen.

    Immer sehr besuchenswert sind die Fotobörsen.
    Diese sind ja hier unter „Kalender“ aufgeführt.
    Auf den grösseren gibt’s auch immer wieder mal Laborgeräte usw

    An Herrn Siegrist :
    Ja, dass sich die Digitalfotografie vor allem auch aus Bequemlichkeit, Komfort durchgesetzt hat, ist ein offenes Geheimnis. Wenigstens sind die müssigen Qualitätsdebatten vorbei 🙂
    Aber Fotografie kann auch etwas anderes sein, als der Weg „des geringsten Widerstands“.
    Zusehends wird das Haptische, Physische und auch direkt Nachvollziehbare in der Digitalfotografie vermisst, deren Ergebnisse keine Bilder an sich, sondern Dateien sind und die Darstellung immer abhängig vom jeweiligen Monitor.

    Manche haben auch realisiert, dass heute die allermeisten Bilder auf sehr kleinen Monitoren (die der Smartphones und Tablets) betrachtet werden, und es dafür keine 24x36mm 36MP Kamera braucht. Sondern sogar ein gescanntes Polaroid ebenso toll rüberkommt.
    Eben sie Bequemlichkeit….
    Gleichzeitig ist viel Basiswissen in Bildbearbeitung und Computing verloren gegangen. Aber das alles ist eine andere Geschichte…

    Zur Chemie – jede grössere Gemeinde unterhält mitlerweile ein Abfallkonzept inkl Abfallstelle usw Wenn etwas kein Problem ist, dann die Entsorgung 😉

    1. Jeder erlebt die Sache mit der Fotografie anders. Für mich ist das finale Resultat aller seriösen Fotografie der grossformatige Ausdruck des Bildes. Das ist sicher nicht der Weg des geringsten Widerstandes.

  3. Ein kleiner Tip zur SW Film Entwicklung. Den Filmabstreifer sofort vergessen da er in vielen Fällen bei kleinstem vorhandenen Staub auf der Filmschicht, den Film zerkratz und dadurch ruiniert.
    Anstelle des Filmabstreifers ein sehr weiches Hirschleder Stück verwenden.

  4. Es ist schön, dass die Analogtechnik wieder Lehrstoff in der Fotografenausbildung ist. Also Dozent für analoge Techniken, musste ich den Digital Natives erst mal den Begriff „Negativ“ erklären. Nach kurzer Einführung waren meine Studenten (die meisten hatten noch nie eine DUKA von innen gesehen) nicht mehr vom Vergrösserer weg zu bekommen. Ich musste das Papier limitieren. So einen drive und lernfreude entwickelte sicht da. Ja es sind vor allem die Jungen welche gerne mit Chemie hantieren. Verwundert vom „digitalen alten Eisen“ reden, und jene meinen die nur einen(ihren) Weg kennen als miesepetrig belächeln. Natürlich der Fotomarkt ist Digital, das Handwerk bleibt Handwerk und steht für das Besondere. Und heute muus das besondere Bild mehr als nur eine Geschichte erzählen, es muss gleichermassen im Making-off, auf Instagram und an der Wand/in der Zeitung, mehrere Geschichten erzählen.

  5. Es ist sicher begrüssenswert, dass die chemische Fotografie weitergepflegt wird. Habe in den 1990ern Dunkelkammertechnik an freien Schulen für Kunst unterrichtet und auch auf diese Generation hat die Dunkelkammer eine ähnliche Faszination ausgeübt wie sie Peter Michels beschreibt. Einen Ausstellungsprint auf Baritpapier zu machen (inkl. Tonung und Retouche) ist aber noch eine ganz andere Geschichte. Jenseits von alternativen Prozessen halte ich die chemische Fotografie für „Geschichte“ zumindest was die Produktion von Abzügen angeht – die Aufnahmeseite und wie erwähnt die historischen Prozesse sind jedoch eine andere Geschichte. Sogar René Groebli bevorzugt heute digitale Prints gegenüber von Baritabzügen!
    Wo ich aber schmunzeln muss. Der oder die Werbefotograf/in, der oder die die Bilder oben gemacht hat, scheint wenig Ahnung von chemischer Fotografie zu haben. Filme mit weissen Handschulen in Spulen „einzuspulen“ macht nicht nur keinen Sinn, sondern stelle ich mir auch ungeheuer schwierig vor. Auch was die Leica R im Wechselsack zu suchen hat wird mir nicht ganz klar – ausser, wenn sich der Film nicht in die Filmpatrone „zurückspulen“ lassen.
    Und eine kleine Bemerkung: Warum Teichfolie, ganz gewöhnlich Haushaltsalufolie ist ebenfalls lichtdicht

    1. Hallo Dominic. Die Illustrationen sind eigentlich Symbolbilder, um den sonst trockenen Text optisch etwas attraktiver zu machen. Sie stammen deshalb auch aus unterschiedlichen Quellen. Der Wechselsack ist durchaus sinnvoll, um den Film in die Entwicklungsdose zu bringen, wenn man diesen Vorgang bei Tageslicht vornehmen muss. Zudem schien uns die Illustration wichtig, weil wahrscheinlich viele Leser gar nicht (mehr) wissen, was ein Wechselsack ist und dass es sowas überhaupt gibt. Tm

    2. @Dominic : Handschuhe zum Film einfädeln kann schon Sinn machen. ZB wenn Gefahr von Fingerabdrücken besteht (zB ungebübt, viele Filme usw). Und es geht mit textilen Laborhandschuhen sogar ganz gut 🙂

      1. @philippe: unentwickelten Film auf der Trägerseite (!) mit den Fingern zu berühren, ist meiner Erfahrung nach völlig unproblematisch und solang man keine Fixiererrückstände an den Fingern hat, auch auf der Schichtseite. Warum unentwickelter Film, im Gegensatz zum entwickelten Film, so unempfindlich gegen Fingerabdrücke ist, weiss ich nicht.
        Habe bisher einige Tausend SW-Kleinbildfilme entwickelt (die meisten zwischen 1980 und 2000), ein paar Dutzend 120er-Filme und einige Hundert 4×5″ Planfilme und hatte nach dem Entwickeln nie Fingerabdrücke darauf. So wie ich KB-Filme einspule müsste ich Fingerabdrücke darauf haben: Ich halte den Anschnitt des Films (da sind ja keine Bilder darauf) mit dem Zeigfinger und Daumen der rechten Hand und ziehe den Film so auf die Patterson-Spule (auf dem Bild oben ist ein solche abgebildet) bis der Film, durch die kleinen Kugeln, die in die Perforationslöcher „greifen“, gehalten wird. Bei Einspulen prüfe ich dann ganz leicht mit den beiden Zeigfingern, ob der Film in die Spule „läuft“. Habe noch nie auf dem Film oder dem Anschnitt, den ich wie beschrieben mit dem Fingern angefasst habe, Fingerabdrücke gesehen.
        Beim 4×5″-Planfilm wäre das ja noch ärger, wenn man die Fingerabdrücke durch Schicht- oder Träger-Berührungen vor dem Entwickeln sehen würde: Es ist ein ziemliches „Gefummel“ bis die Planfilme in den Kassetten sind (besonders, wenn man das on location in einem Wechselsack macht) und dann wieder, wenn sie aus den Planfilmkassetten entnommen und entwickelt werden. Unweigerlich wird man da ab und zu den einen oder anderen Planfilm nicht nur an den Rändern berühren. Wenn man die Planfilme in der Art von Ansel Adams in offenen Schalen entwickelt (Schichtseite nach unten), berührt man ja die Filme auf der Trägerseite, um sie in den Entwickler resp. Chemie zu drücken. Auch hier habe ich noch nie Fingerabdrücke gesehen.

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