Urs Tillmanns, 4. März 2019, 16:00 Uhr

Herbert Matter in der Galerie Arte F

Herbert Matter (1907 – 1984) hat sich ebenso einen Namen als Grafikdesigner als auch als Fotograf gemacht. Er wuchs in Engelberg auf, studierte Malerei in Genf und Paris und entdeckte Ende der zwanziger Jahre seine Neigung zur Fotografie. Seine gestalterischen Fähigkeiten nutzte er als in einem neuen Kreativbereich, nämlich im Grafikdesign durch eine Anstellung im Pariser Werbestudio Deberny & Peignot, wo Le Corbusier und A. M. Cassandre seine grossen Vorbilder waren und ihm die Grundlagen der typografischen Gestaltung beibrachten.

Cover für Vogue (© Herbert Matter / Arte F, Zürich)

Seine Kunstausbildung, das Flair für die Fotografie und die praktische Arbeit in der grafischen Gestaltung war eine ideale Grundlage für eine sehr breite künstlerische Tätigkeit. Matter kehrte 1932 in die Schweiz zurück und gestaltete fortan vor allem Plakate für den Schweizer Tourismus. Er prägte eine völlig neue Stilrichtung, indem er fotografische Elemente und Typografie zu komponieren verstand. Als er 1936 eine Rundreise durch die USA unternahm, entdeckte er die kommerziellen Möglichkeiten in diesem aufstrebenden Land und beschloss sich hier seinen neuen Wirkungskreis aufzubauen. Er kam in Kontakt mit dem russischen in New York lebenden Gestalter Alexei Brodowitsch, der ihm einen Auftrag des Modemagazins Harper’s Bazaar vermittelte, was ein wichtiger Einstieg in seine fotografische Karriere war und ihm zu weiteren Arbeiten für Vogue, Arts & Architecture, Fortune Magazine sowie Town and Country verhalf.

Figure in Motion, New York 1939 (© Herbert Matter / Arte F, Zürich)

Die Kunstszene New Yorks war bald auf Herbert Matter aufmerksam geworden. Mitte der vierziger Jahre erhielt er vom Museum of Modern Art den Auftrag einen Film über seinen Freund und Bildhauer Alexander Calder zu drehen, der ein grosser Erfolg wurde. Er erhielt zudem einen Lehrstuhl als Professor für Grafikdesign und Fotografie an der Yale University, welche ihm 1978 eine grosse Ausstellung widmete, und war weiter als Berater des Solomon R. Guggenheim Museums in New York und des Museums of Fine Arts in Houston tätig.

Beach (© Herbert Matter / Arte F, Zürich)

Herbert Matter war mit vielen Persönlichkeiten der New Yorker Kunstszene befreundet, darunter Jackson Pollock, Willem de Kooning, Franz Kline und Philip Guston. Er begann sich um 1960 intensiv mit den Skulpturen von Alberto Giacometti zu befassen, die er während 25 Jahren auf sehr kreative Weise fotografierte. Erst nach seinem Tode wurde zu diesem Thema ein umfangreiches Buch publiziert. Den Kontakt zu Europa hatte Matter während all diesen Jahren intensiv gepflegt, so dass sein Werk auch hier mit verschiedenen Ausstellungen und Auszeichnungen hohe Anerkennung fand.

Skier (© Herbert Matter / Arte F, Zürich)

Mit seiner vielfältigen künstlerischen Tätigkeit liegt der Kern der Bekanntheit von Herbert Matter in der Kombination von Fotografie und Typografie, welche seinen unverwechselbaren Stil prägte. Herbert Matter gilt damit als Begründer und Wegbereiter des modernen Fotoplakats, das die grafische Gestaltung in Europa und in Amerika nachhaltig beeinflusste.

«Dancer» für Vogue Studios (© Herbert Matter / Arte F, Zürich)

Die Ausstellung zum fotografischen Werk von Herbert Matter ist noch bis 31. März 2019 zu sehen in der

Galerie Arte F
Splügenstrasse 11
CH-8002 Zürich
Tel. 043 817 66 40

(Öffnungszeiten beachten)

 

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