Christoph Jehle, 29. November 2019, 11:45 Uhr

Zhongyi Mitakon 2,8/85 mm: Makroobjektiv bis 5:1

Zhongyi ist ein chinesisches Optikunternehmen, das bereits 1984 von einem japanischen Investor gegründet worden ist und vor allem im Bereich der Spezialoptik tätig ist.

Das jüngste Produkt ist das Mitakon 2,8/85mm 1-5x Super Makroobjektiv, mit dem extreme Makroaufnahmen von natürlicher Grösse bis fünffache Vergrösserung erstellt werden können. Dabei wird der Vergrösserungsmassstab nicht nur über die Auszugsverlängerung bewerkstelligt, sondern durch Veränderung der Brennweite von 25mm für die fünffache Vergrösserung bis 85mm bei Aufnahmen in natürlicher Grösse 1:1.

Das Objektiv ist nur im extremen Nahaufnahmebereich einsetzbar und kann nicht auf Unendlich fokussiert werden. Es soll eine hohe Auflösung über das gesamte Bildfeld liefern und die chromatische Aberration soll dank des APO-Designs auf ein Minimum reduziert sein.

Das Objektiv ist mit Anschlüssen für Canon EF, Nikon F, Sony FE, Sony A, Pentax K, Sony E, Micro Four Thirds und Fujifilm-X verfügbar.

Das Mitakon Creator 85mm f/2.8 1-5X Super Macro dürfte in der Schweiz unter CHF 600.00 kosten.

Weitere Produktinformationen und Beispielaufnahmen finden Sie unter
 https://zyoptics.net/product/mitakon-creator-25-85mm-f-2-8-1-5x-super-macro/

 

Mitakon Creator 85mm f/2.8 1-5X Super Macro – Technische Daten (Herstellerangaben)
Brennweite 25 mm (5x) – 85 mm (1x)
Blendenöffnung 2,8 bis 32
Optischer Aufbau 12 Elemente in 8 Gruppen
Anzahl Blendenlamellen 9
Vergrösserung 1x bis 5x
Minimaler Arbeitsabstand 230 mm (1x) – 95 mm (5x)
Fokussierung manuell
Formatadeckung 36 x 24 mm
Abmessungen (∅ x L) 67 x 122 mm
Gewicht 750 Gramm
Filtergewinde 58 mm
Kameraanschlüsse Canon EF, Nikon F, Sony FE, Sony A, Pentax K, Sony E, MFT, Fuji X, EOS M
Mitgeliefertes Zubehör Stativschelle, LED-Ringlicht
Verfügbarkeit in der Schweiz derzeit noch unbestimmt

.

Update 15.12.2019, 09:31:

Die Angaben zum Mitakon Creator 85 mm f/2.8 unterscheiden sich in den einzelnen Veröffentlichungen des Herstellers. Auf der Produktseite der Shenyang Zhongyi Optical & Electronic Co., Ltd wurde mit dem Datum vom 11. Dezember 2019 der folgende Text veröffentlicht:
IMPORTANT NOTIFICATION (11th Dec): We have recently found that the first shipment of our 85mm f/2.8 is not performing to our design specifications. We are now investigating the issue and its not available to order now. For all purchased customers, we will send out official notice on the refund/return/exchange process in 7 days. Sorry for all inconvenience caused.

12 Kommentare zu “Zhongyi Mitakon 2,8/85 mm: Makroobjektiv bis 5:1”

      1. Danke für den Hinweis. ProfiFoto gab die Länge mit 6,7 cm an : https://www.profifoto.de/neuheiten/objektive/2019/12/12/mitakon-creator-85mm-f-2-8-1-5x/?mc_cid=64ebeefe6a&mc_eid=2124c0ad4a
        Wobei die Angabe „minimaler Arbeitsabstand“ bei ein- und fünf-facher Vergrösserung auch seltsam ist. Ich denke, es handelt sich jeweils um den exakten Arbeitsabstand dieser Konstruktion.
        Gespannt bin ich auch um die Stromversorgung des mitgelieferten Ringlichtes und inwieweit dieses den Arbeitsabstand reduziert.

    1. Die obigen Daten können aus mehreren Gründen nicht stimmen. Ich habe darum bei DPReview (Objektiv-Vorstellung vom 3.12.2019) nachgesehen. Dort steht f = 25 mm bei 1:1 und f = 85 mm bei 5:1. Aber die Brennweite muss bei größerem Abbildungsmaßstab kleiner und nicht größer werden, also kann auch das nicht stimmen. Also habe ich auch auf der Hersteller-Website https://zyoptics.net/product/mitakon-creator-25-85mm-f-2-8-1-5x-super-macro/ nachgesehen. Dort ist 230 mm Arbeitsabstand für 1:1 und 95 mm für 5:1 genannt. Das kann rechnerisch zu sinnvollen Werten und zur Erkenntnis führen, dass bei der Brennweitenangabe 25 mm wohl ein Schreibfehler vorliegt und es 125 mm heißen müsste (es fehlt also die Ziffer 1).

      Weil hier nur sehr kurze Texte möglich sind, geht’s im nächsten Beitrag weiter.

    2. 1. Fortsetzung: Die Gegenstandsweite wird ab Hauptebene H gemessen. H liegt wenige Millimeter oder Zentimeter hinter dem Frontlinsenscheitel. Der freie Arbeitsabstand ist also wenige mm oder cm kleiner als die Gegenstandsweite.

      Bei 1:1 ist die Gegenstandsweite = 2f (= doppelte Brennweite). Also ist der Arbeitsabstand kleiner als 2f. Daraus folgt f größer als 0,5 · Arbeitsabstand oder größer als 0,5 · 230 mm = 115 mm. Somit könnte f = 125 mm sein. H läge dann 10 mm hinter der Fassungsvorderkante.

      Bei 5:1 ist die Gegenstandsweite = 1,2f. Also ist analog dazu f größer als 1/1,2 · Arbeitsabstand oder größer als 0,8333 · 95 mm = ca. 79,2 mm. Also könnte f = 85 mm sein. H läge dann 5,8 mm hinter der Fassungsvorderkante.

      Fortsetzung im nächsten Beitrag.

  1. 2. Fortsetzung: Wäre die obige Tabelle richtig, also Arbeitsabstand 272 mm bei 1:1 und 100 mm bei 5:1 dann müsste die Brennweite bei 1:1 größer als 0,5 · 272 mm = 136 mm und bei 5:1 größer als 0,8333 · 100 mm = 83,33 mm sein. Das hieße, dass H fast am Frontlinsenscheitel läge, was kaum möglich ist. Zudem hätte der angegebene Brennweitenwert 25 mm keinerlei Bezug zum wirklichen Wert, während er sich bei meiner Annahme im vorigen Beitrag als simpler Schreibfehler (fehlende 1 vor der Zahl 25) erklärte.

    In Objektivbezeichnungen wird die Brennweite üblicherweise für unendlich angegeben; sie sollte also 85 mm für unendlich sein. Tatsächlich wäre sie dann bei 5:1 etwas größer, z.B. 88 mm bis 90 mm. Der Hersteller könnte das ignoriert haben, um beim Anwender keine Verwirrung zu stiften.

    Ende

    1. Zhongyi hat offenbar in der Presse-/Werbeabteilung keine Fachleute:

      Auf https://zyoptics.net/product/mitakon-creator-25-85mm-f-2-8-1-5x-super-macro/ (Hersteller-Website) ist unter „Product Highlight“ der Arbeitsabstand als 230 mm (1x) – 25 mm (5x) angegeben, unter „Specifications“ in der Tabelle jedoch als 272 mm (1x) – 100 mm (5x). Vermutlich gilt die erste Angabe für den für Fotografen relevanten „freien Arbeitsabstand“ ab Fassungsvorderkante, die größere zweite für den Abstand ab dem ersten Linsenscheitel.

      Dass die Bezeichnung als „minimaler“ Arbeitsabstand unsinnig ist, hat oben schon GJW festgestellt.

      Murks ist ferner, dass die Brennweite erst für 5x und dann für 1x angegeben wird, der Arbeitsabstand aber umgekehrt erst für 1x und dann für 5x.

      Weiterer Murks folgt gleich.

      1. Als Objektivlänge wird 122 mm angegeben, aber bei welchem Maßstab und für welchen Kameraanschluss? Da aus den Produktfotos erwartungsgemäß hervorgeht, dass das Objektiv bei 1x am kürzesten ist, dürfte die Länge 122 mm für Maßstab 1x gelten. Aus den Produktfotos für 1x und 5x lässt sich errechnen, dass sich das Objektiv mit gleichem unbekannten Kameraanschluss bei 5x auf ca. 167 mm verlängert.

        Das Objektiv ist für 8 verschiedene Kameraanschlüsse mit sehr unterschiedlichen Auflagemaßen erhältlich. Da der Hersteller gern eine möglichst kurze Baulänge angeben möchte, dürften seine Längenangabe für den Nikon-F-Anschluss mit dem größten Auflagemaß 46,5 mm gelten. Fuji X hat mit 17,7 mm das kürzeste Auflagemaß, folglich wäre die Fuji-X-Version um 28,8 mm länger als die fürs Nikon-F-Bajonett.

  2. @ Walter E. Schön. Das mit der Brennweite kann schon stimmen. Wenn man davon ausgeht, dass es ein normales Objektiv 25-85mm in Retrostellung ist. Von der Konstruktion her sind einfach die Anschlüsse verkehrt montiert – dann stimmt es.

    1. @ Daniel Fitzi. Sie behaupten aus einem Bauchgefühl, statt mit optischer Berechnung zu BEGRÜNDEN. Berechnungen gelten für ein in Retrostellung verwendetes Objektiv ebenso wie für ein in Normalstellung eingesetztes Objektiv. Was heißt eigentlich Retro-Stellung? Fotografen benutzen diese Bezeichnung, wenn die Lichtaufrichtung relativ zum NORMALEN Einsatz umgekehrt ist. „Retro“ ist nicht per se eine bestimmte Richtung! Nehmen Sie ein Objektiv, das sowohl als Aufnahme- als auch als Vergrößerungsobjektiv eingesetzt werden kann, z.B. ein Apo-Rodagon 2,8/50 mm. In welchem der beiden Einsatzbereiche ist es „Retro”? Und hat es dann in dem von Ihnen als Retro definierten Einsatz eine andere Brennweite? Nein.

      Bitte rechnerisch begründen, nicht mangels Fachkenntnissen drauf los spekulieren.

  3. Zum Glück endlich wieder deutsche Wertarbeit wenn auch nur auf dem Papier. Sie waren doch Objektivtester im Colorfoto oder Fotomagazin 80er? Wir sind schon froh wenn die brennweite angegeben ist. bei smartphones/phablets hab ich mich damit abgefunden dass die geräteverkäufer/von Hersteller kann oft keine rede mehr sein selber nicht wissen was drin ist, unklarheit über optik und chip. beispiel ulefone 3s. beide linsen gleicher bildwinkel aber unterschiedliche sensorgrössen.

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