Urs Tillmanns, 19. Juni 2019, 15:11 Uhr

Hasselblad bringt die X1D II 50C, das 35-75 mm Zoom und die Phocus Mobile 2 App

Nach der Markteinführung der ersten spiegellosen digitalen Mittelformatkamera, der X1D-50C, stellt Hasselblad neue Produkte im Portfolio vor. Die neuen Produkte geben Bildspezialisten die umfangreichen Möglichkeiten des Mittelformats an die Hand. Zu den Produkten gehören die weiterentwickelte Kamera X1D II 50C, das bereits erwartete Zoomobjektiv XCD 3,5-4,5/35-75 mm und die Phocus Mobile 2 App. Darüber hinaus kündigt Hasselblad Entwicklungsdetails zu dem bald erhältlichen digitalen Rückteil CFV II 50C und dem Kameragehäuse 907X an.

Mit dem Ziel das Mittelformat auch ausserhalb des Studios zu nutzen, hat Hasslblad ihr X-System mit der spiegellosen digitalen Mittelformatkamera X1D II 50C ausgebaut. Hasselblad habe sich der Optimierung des X-Systems für ein breiteres Publikum verschrieben, heisst es in der Pressemitteilung, und das Feedback der Anwender in einer elektronisch verbesserten Version umgesetzt. Dabei blieb Hasselblad ihrem Grundsatz der X1D als mobilste und leichteste digitalen Mittelformatkamera treu, bietet die neue X1D II 50C doch kompaktere Gehäuseabmessungen als bei den meisten digitalen Vollformat-Spiegelreflexkameras. Ihr hochauflösender 50-Megapixel-CMOS-Sensor (43,8 x 32,9 mm) ist 1,7-mal grösser als 35-mm- bzw. Kleinbild-Vollformatsensoren und bietet mit 5,3 x 5,3 μm grossen Pixel einen enormen Tonwertumfang. Die grosse Farbtiefe und ein Dynamikumfang von 14 Blendenstufen ermöglichen die Wiedergabe feinster Details in Schatten- und Lichterbereichen. Hierdurch bleibt viel Spielraum für die Nachbearbeitung erhalten. Die integrierte Hasselblad Natural Colour Solution (HNCS) ist natürliche Farbtöne ausgelegt, welche mit der visuellen menschlichen Wahrnehmung nahezu übereinstimmen.

Aufbauend auf dem Design der ersten Generation, verbindet die X1D II 50C Form und Funktion mit «minimalistischer, skandinavischer Ästhetik» und einfacher Bedienbarkeit mit dem ergonomischen Griff, in dem sich der Akku verbirgt. Die neue X1D II 50C bietet Kreativen die traditionell hervorragende Bildqualität von Hasselblad und stellt RAW-Aufnahmen mit einer Farbtiefe von 16 Bit und JPEG-Dateien mit voller Auflösung zur Verfügung.

Aufbauend auf der ersten Generation des X-Systems, bietet die verbesserte Elektronik der X1D II 50C einen grösseren Touchscreen mit 3,6 Zoll und 2,36 Millionen Punkten, dem physikalisch grössten derzeit in einer digitalen Mittelformatkamera verfügbaren LCD-Display. Zusätzlich bietet die X1D II 50C einen verbesserten OLED EVF (elektronischen Sucher) mit höherer Auflösung von 3,69 Millionen Punkten mit einem Vergrösserungsfaktor von 0,87. Die höhere Auflösung des hinteren Bildschirms (1024 x 768 Pixel) sorgt für ein «lebendigeres und naturgetreueres Erlebnis der Bildbetrachtung». Mit einer, im Vergleich zum Vorgängermodell, beinahe halbierten Startzeit, höherer Live-View-Wiederholrate, geringer Auslöseverzögerung und verkürzten Wartezeiten zwischen den Einzelaufnahmen, als auch verbesserter Serienaufnahme, ist die X1D II 50C insgesamt deutlich leistungsstärker.

In der Menüführung wurden mit dem neuen Modell einige Neuerungen implementiert, um die Bedienung weiter zu verbessern. Beispielsweise kann bei Nutzung des EVF ebenfalls auf das Systemmenü zugegriffen werden, was besonders bei starker Sonneneinstrahlung von Vorteil ist.

Um auch mobile Arbeitsabläufe mit dem Mittelformat zu ermöglichen, umfasst die Nachbearbeitungslösung von Hasselblad die neue Phocus Mobile 2 App. Mit der Anbindung über USB-C oder Wi-Fi können Fotografen Raw-Dateien unterwegs direkt übertragen und bearbeiten. JPEG-Dateien können sie von der X1D II 50C auf ein iPad Pro oder ein iPad Air (Modelle 2019) transferieren.

 

 

Das neue XCD 3,5-4,5/35-75 mm Zoomobjektiv

Gleichzeitig mit der neuen Hasselblad X1D II 50C-Kamera wurde auch als neuntes Objektiv in der Reihe der X-System-Objektive das XCD 3,5-4,5/35-75 mm Zoomobjektiv vorgestellt. Laut Hasselblad liefert das Objektiv die gleiche Bildqualität und Kantenschärfe wie die XCD-Objektive mit Festbrennweite. Es deckt den Brennweitenbereich vom leichten Weitwinkel bis hin zum leichten Tele ab.

Die Innenfokussierung hält die Länge des Objektivs konstant, sorgt für einen schnellen Autofokus und hält ausserdem das Gesamtgewicht niedrig. Damit eignet es sich ideal für Fotografen, welche Landschaftsaufnahmen oder Porträts aufnehmen möchten, jedoch für ihre Reisen nur wenig Equipment mitnehmen wollen.

Wie bei allen anderen XCD-Objektiven verfügt auch das XCD 35-75 mm über einen Zentralverschluss mit Belichtungszeiten zwischen 68 Minuten und 1/2000 einer Sekunde – mit durchgängiger Blitzsynchronisation.

 

Neue App: Phocus Mobile 2 macht den Prozess der Bildbearbeitung mobil

Für noch mehr Möglichkeiten in der Arbeit mit einer Hasselblad-Kamera wurde die Phocus Mobile 2 App entwickelt, welche den Bildbearbeitungsprozess erheblich vereinfacht. Kompatibel mit der X1D II 50C über USB-C oder Wi-Fi, arbeitet Phocus Mobile 2 auf dem iPad Pro und aktuellen iPad Air (Modelle 2019) – womit «auch vielreisende Fotografen stets einen schnellen, effizienten und immer verfügbaren mobilen Arbeitsablauf dabei haben».

Mit der App können Anwender RAW-Aufnahmen importieren und bearbeiten, oder JPEG-Aufnahmen mit voller Qualität übertragen und direkt bewerten. Darüber hinaus lassen sich Bilder in voller Qualität exportieren, die Kamera über das Tablet steuern und Tethered-Aufnahmen durchführen.

 

Weiterentwicklung des CFV II 50C Digitalrückteils und neue Hasselblad 907X

Hasselblad kündigt die Entwicklung des verbesserten digitalen Rückteils CFV II 50C und des Kameragehäuses 907X an. Das digitale Rückteil CFV II 50C wird über einen Mittelformatsensor mit 50 Megapixeln verfügen. Neben der Kombinationsmöglichkeit mit technischen und Fachkameras, wird auch der Einsatz mit den meisten Hasselblad V-Systemkameras, welche nach 1957 produziert wurden, möglich sein. Zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit stellt das CFV II 50C einen neigbaren Touchscreen zur Verfügung. Über diesen haben Fotografen Zugriff auf die von Hasselblad bekannten Menüs, welche die Überprüfung der Aufnahmen zulassen oder Anpassung der Belichtungseinstellungen und anderer Parameter erlauben.

Anwender früherer digitaler Rückteile können sich nun über einen integrierten Akku, der baugleich zum Akku der X1D-Plattform ist, freuen. Dieser Aufbau verringert die Abmessungen insgesamt und erlaubt zudem das direkte Aufladen des Akkus über USB-C.

Die Kombination aus dem CFV II 50C mit dem kleinsten von Hasselblad jemals gebauten Kameragehäuse, der 907X, stellt ein besonders kompaktes Paket dar. Sie bietet durch den neigbaren Bildschirm des CFV II 50C ein «wahrlich einzigartiges fotografische Erlebnis», welches den klassischen V-System-Aufnahmestil auf Hüfthöhe ermöglicht.

Mit der 907X werden Fotografen Zugriff auf alle X-System-Objektive erhalten und können zudem über Adapter viele weitere Hasselblad Objektive des H-, V- oder XP-Systems einsetzen. Zusätzlich wird die 907X den Einsatz einer Reihe an Objektiven und Adaptern von Drittherstellern ermöglichen. Weiteres Zubehör zur Ergänzung der Kombination ist derzeit in der Entwicklung und umfasst einen Bedienungs-Handgriff und einen externen optischen Sucher für die 907X.

 

Preise und Verfügbarkeit

Das Hasselblad X1D II Gehäuse wird in der Schweiz CHF 6’295.– kosten und ab Juli 2019 ausgeliefert werden. Das Zoomobjektiv XCD 3,5-4,5/35-75 mm wird CHF 5’795.– kosten und ab Oktober 2019 erhältlich sein. Die Phocus Mobile 2 App kann ab Juli 2019 für Hasselblad-Anwender kostenfrei heruntergeladen werden.

Preise und Einführungstermine des Rückteils CFV II 50C und des Kameragehäuses 907X wurden nicht kommuniziert. (Mehr dazu wird vermutlich ab September/Oktober 2019 bekannt gegeben.)

Update 2019-07-18: Hasselblad hat anlässlich des 50. Jahrestages der ersten bemannten Mondlandung eine Spezial Edition der 907X samt Rückteil samt Preis und technischen Daten angekündigt (siehe Meldung).

Details zu allen neuen Produkten finden Sie hier: www.hasselblad.com/de-de/

 

Hasselblad-Produkte werden in der Schweiz vertrieben durch

Light + Byte AG
CH-8048 Zürich
Tel. 043 311 20 30

 

6 Kommentare zu “Hasselblad bringt die X1D II 50C, das 35-75 mm Zoom und die Phocus Mobile 2 App”

  1. Meiner Meinung bietet die neue Hasselblad kaum Innovation zum vorausgegangen Modell. Das sind nur minimste inkrementelle Verbesserungen. Sogar der Werbetext unterscheidet sich kaum vom Vorgänger. Fujifilm zeigt sich da spürbar innovationsfreudiger. Hätte mir eine Kamera mit CCD Schwarzweiss gewünscht, sozusagen ein Pendant zur Leica Monochrom nur im kleinen Mittelformat.

  2. Die 907X wird ein ganz interessantes Teil werden und die von vielen Fotografen geliebten CF Objektive von Zeiss zu einem zweiten Leben erwecken. Ich freue mich jetzt schon den Superachromaten 250mm von der V-Serie mit einem modernen Back auszuprobieren.

    1. @ Simon Zimmer. Haben Sie die CF Objektive an einem neueren Digitalback schon mal verwendet und mit den neueren Objektiven fürs Mittelformat verglichen. Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, es ist eine Katastrophe. CF Objektive für analogen Film, das ist sehr gut, nicht aber in Verbindung mit einem Sensor.

    2. Ich habe meine alten Zeiss Objektive für Hasselblad an anderen digitalen Mittelformatsystemen ausprobiert und wurde stets enttäuscht. Dieselben negativen Erfahrungen habe ich schon mit den meisten anderen tollen analogen Objektiven an digitalen Kleinbildkameras gemacht.
      Nichtsdestotrotz freut mich das neue bzw. aktualisierte Back. Die Idee und das Design der 907X gefallen mir soweit sehr gut.

  3. All die verschlusslosen Objekte passen an die Fuji GFX und an die Verschluss-Hasselblads 20x(x). Bin gespannt wie billig das Digi-Back wird. Es war vorauszusehen dass die unverschämt hohen Preise ist Wanken kommen. Gebrauchte 16MP-Back-Alttechnik nach wie vor gegen 2000 CHF. Hab eine deutsche H+N-Studiotechnik Small Base Camera(16mm Auflage ohne Verschluss). Vorne Copal-1 + Nikon-adapter, hinten Hasselblad V, Bildkreis 48mm. Hab ebenso einen Nikon-Objektiv-Hasselblad-Adapter. Herkunft unklar.

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