Urs Tillmanns, 23. August 2009, 07:00 Uhr

FOBA AG: Sieben Jahrzehnte im Dienst der kreativen Studiofotografie

Das Schweizer Unternehmen FOBA AG, Wettswil, kann dieses Jahr auf ein besonderes Jubiläum stolz sein: Das Unternehmen wurde vor 70 Jahren gegründet, und seit 50 Jahren ist das Erfolgsprodukt «Combirohr» treuer Helfer in fast jedem Fotostudio. Wir blicken auf die Entwicklung der FOBA AG zurück, begleitet von einigen seltenen Bildern aus dem FOBA Firmenarchiv.

Die Geschichte der Firma FOBA geht in eine Zeit zurück, die alles andere als rosig aussah. 1939, unmittelbar nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, wurde die Einfuhr von professionellem Fotozubehör aus Deutschland, wie Fotoleuchten, Trockenpressen und anderes, immer spärlicher. Feinmechaniker Walter Friedrich sah darin eine grosse Chance: Wer jetzt diese Produkte anbieten konnte, hatte für die nächsten Jahren wahrscheinlich eine Alleinstellung. So begann er, zusammen mit seiner Frau, im 15 Quadratmeter grossen Keller seiner Mietwohnung, Bedarfsartikel für Berufsfotografen herzustellen und lieferte diese – um Versandkosten zu sparen und den persönlichen Kontakt zu seinen Kunden zu pflegen – auch noch selbst mit Fahrrad und Anhänger aus. Die junge Firma nannte sich «FOBA – Fotogeräte- und Elektrogeräte-Bau» und stellte nicht nur Fotogeräte her, sondern auch beispielsweise – als erste Firma der Schweiz – Kochplatten mit eingegossenen Heizspiralen.

Die Anfänge der Firma FOBA gehen auf 1939 und einen Keller in Zürich zurück. Nach den Krisenjahren des Zweiten Weltkriegs präsentierte sich FOBA auf der Basler Mustermesse als Schweizer Herstellerin von Laborgeräten und Studiohilfsmitteln.

Das Ende des Krieges bestätigte Walter Friedrich, dass seine Geschäftsstrategie und sein Durchhaltewillen richtig waren: Jetzt, wo die Wirtschaft wieder aufzublühen begann, waren seine Produkte bekannt und stärker gefragt denn je. Auch waren die finanziellen Mittel da, um neue Produkte zu entwickeln, zum Beispiel das erste Einsäulenstativ mit vertikaler und horizontaler Verschiebung in Europa (1958) oder Dauerbrenner, wie die fokussierbare Reflektorleuchte F-1000, das Fachstativ C-40 mit Drucktastenbedienung oder das Combirohr-System, das sich 50 Jahre lang bis heute als wichtigstes Hilfsmittel für die professionelle Studioaufnahmen bewährt hat.

1959 kam das Combirohr-System auf den Markt und entpuppte sich sofort als Dauerbrenner. Man konnte damit Studioaufbauten improvisieren, Leuchten am Deckensystem befestigen oder das Profistativ C-41 beliebig verlängern.

Ob es die Aufnahmetische mit vorgeformter Acrylplatte waren, die 1966 auf den Markt kamen und nach grösseren und moderneren Räumlichkeiten verlangten? Jedenfalls ging man an die Planung eines neuen Produktions- und Verwaltungsgebäudes, das 1969 in Wettswil bezogen werden konnte und der FOBA AG – inzwischen (1965) wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umfirmiert – ganz neue Zukunftsaussichten gab.

1958 brachte FOBA schwere Atelierstative auf den Markt, die auf den Einsatz von Grossformatkameras von 20  x 25 cm und grösser ausgelegt waren. Mit einem Gegengewicht in der Vertikalsäule und kugelgelagerten Horizontalarmen waren die schweren Kameras leicht zu bewegen.

Die neue FOBA AG

Das neue Fabrikationsgebäude und der positive und aussichtsreiche Geschäftsverlauf waren für Walter Friedrich Anlass, sich nach einem jüngeren Partner umzusehen, der sein Lebenswerk in neuer Generation weiterführen würde. Er fand diesen 1975 in Rolf Bührer, einem erfahrenen Werkzeugbauer, der einen ausgeprägten Sinn für höchste Qualität und das Know How moderner Präzisionsfertigung mitbrachte. Zusammen mit seinem Sohn Rolf Bührer jun. und Schwiegersohn Emil Hegetschwiler verfügte das Unternehmen über eine ideenreiche und sichere Geschäftsleitung, welche sich neben der Entwicklung neuer Produkte auch auf die rationeller Herstellung mit numerisch gesteuerten Maschinen ausrichtete. Das war die Zeit, als FOBA begann, neben den reinen Fotoprodukten in ihrem modern eingerichteten Betrieb Lohnarbeiten für Drittfirmen zu übernehmen – ein Bereich, der bis heute mit zu den Stärken von FOBA gehört.

1969 konnte das Fabrikationsgebäude in Wettswil bezogen werden, was eine rationellere Produktion ermöglichte. 1975 übernahm Rolf Bührer das Unternehmen und leitete dieses unterstützt von Rolf Bührer jun. und Emil Hegetschwiler.

Inzwischen waren die neuen, sechskantigen und absolut verwindungsfesten Säulenstative (1980) auf den Markt gekommen, deren Leichtgängigkeit mit den 24 Kugellagern besonders geschätzt wurde und die 1986 mit elektronischen Skalen ausgestattet wurden, um die Einstellgenauigkeit noch weiter zu verbessern. Auch das FOBA Deckenschienen-System «Roof-Tack» (1984) zeigte in eine neue Richtung der kabellosen Ateliergestaltung, das hervorragend mit dem Combirohr-System kombiniert und optimiert werden konnte.

Die numerisch gesteuerten Produktionsanlagen lieferten eine Präzision, die den Weg 1988 für neue Produkte öffnete: die «Superball» Kugelköpfe. Mit der grossen, aus Vollmaterial gefrästen Kugel, einer Friktionsschraube für Bewegungsdosierung und einem formschönen Design begeisterte sie Fotografen, die höchste Ansprüche an die Fixierung auch schwerer Kameras auf dem Stativ stellten. Ergänzend dazu produziert FOBA seit 1993 den formgleichen «Mini-Superball», der für Kleinbild- und Mittelformatkameras konzipiert und weltweit in grossen Stückzahlen im Einsatz ist. Für schwere Grossformatkameras ergänzte FOBA das Stativkopfangebot mit den beiden Neigeköpfen ASMIA und ASMIO mit Bewegungen um zwei, beziehungsweise eine Achse.

In den neuen Standort wurde laufend investiert: Ein Showroom wurde eingerichtet, und laufend mussten verschiedene Bearbeitungsmaschinen angeschafft werden, um die immer anspruchsvolleren Produkte effizient produzieren zu können.

Auch Studiostative zeigten sich noch weiter entwicklungsfähig: 1996 stellte FOBA das DSS – ALPHA Stativ vor, das mit einer motorischen Steuerung ausgestattet die Kamera komfortabel und präzise in jede gewünschte Position bringt. Um die Ausrüstung zu schonen, setzt sich das Stativ stossgedämpft auf den Boden ab. Zum DSS – ALPHA, das auch heute noch das Topmodell im Säulenstativprogramm von FOBA darstellt, gibt es ein reichhaltiges Ausbauprogramm mit Ablagetischen, Neigebügeln, Winkelkopf, Verlängerungsarm und zusätzlichem Gegengewicht. Für leichtere Kameras und geringeres Budget werden die Versionen DSS – GAMMA und DSS – OMEGA angeboten.

FOBA mit Blick in die Zukunft

Nach knapp drei Jahrzehnten dachte Rolf Bührer an seine Ablösung in der Geschäftsleitung und verkaufte sein Unternehmen im Sommer 2006 dem Unternehmer und Ingenieur Philippe Ehrenberg.

«Mich hat FOBA von Anfang an fasziniert, weil das Schweizer Unternehmen eine ausgereifte Produktelinie für eine klar definierte Bedarfsgruppe in einer Qualität anbietet, die weltweilt ihresgleichen sucht», sagt Philippe Ehrenberg. «Ich bin bestrebt, diesen Grundgedanken und das Sortiment einerseits in bewährter Weise weiterzuführen, anderseits aber auch neue Produkte einzuführen, die gerade im Zeitalter der digitalen Fotografie dem Fotografen die Arbeit weiterhin vereinfachen und eine schnellere und effizientere Arbeitsweise ermöglichen.

FOBA gehört zu den führenden Unternehmen der professionellen Fotoszene und gilt weltweit als erste Adresse, wenn es um Studioausrüstung und fotografische Praxishilfen geht. «Diesem Anspruch werden wir auch in Zukunft nicht nur gerecht, sondern wir haben uns zum Ziel gesetzt, unsere Position mit neuen Ideen und Produkten weiterhin zielstrebig zu pflegen» sagt Philippe Ehrenberg, Geschäftsführer und Inhaber der FOBA AG. «Wir sind stolz auf unser diesjähriges Jubiläum und blicken erfreut auf 70 erfolgreiche Jahre zurück. Wir blicken aber ebenso zuversichtlich und mit Ideen gerüstet in eine vielversprechende Zukunft, in welcher wir weiterhin die Berufsfotografie mit höchsten Qualitätsprodukten unterstützen wollen.»

50 Jahre FOBA Combirohre: Attraktiver Fotowettbewerb

Aus Anlass seines 70-jährigen Jubiläums und dem 50-jährigen Bestehens des FOBA Combirohr-Systems führt einen internationalen Fotowettbewerb durch. Das Thema: «FOBA Combirohre in Aktion». Gesucht werden die verrücktesten und ausgefallensten Ideen welche die FOBA Combirohre in praktischen Einsatz zeigen.

Zu gewinnen gibt es Preise im Gesamtwert von 34′000 USD. Die ersten zehn Preise sind Warengutscheine für FOBA-Material von je USD 1′500. Der 11. bis 20. Preis sind Warengutscheine für FOBA-Material von je USD 1′000, und der 21. bis 30 Preis solche in der Höhe von je USD 500. Zusätzlich gibt es 20 Spezialpreise für die besten Arbeitsfotos, mit einem Gutschein von je USD 200 für FOBA-Fotozubehör. Den Gewinnern wird Ihr Warengutschein anlässlich einer Feier in Ihrem Land übergeben, die von der lokalen FOBA-Vertretung organisiert wird. Zudem erhalten die Gewinner einen Gratiseintritt zur photokina 2010, wo eine Auswahl der Gewinnerbilder am FOBA-Stand ausgestellt werden.

Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2009. Und wenn Sie selbst (noch) keine Combirohre besitzen, so wenden Sie sich an die FOBA-Vertretung, wo Ihnen gerne das entsprechende Material zur Verfügung gestellt wird.

Weitere Details finden Sie hier.

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