Urs Tillmanns, 8. Januar 2022, 10:23 Uhr

PhotoKlassik I.2022: Das Viergangmenü der analogen Fotografie

Zugegeben, die Überschrift dieses Artikels ist etwas erklärungsbedürftig. Was hat ein Viergangmenü mit Fotografie zu tun, ausser dass man es damit für die Ewigkeit fotografisch festhalten könnte? Aber darum geht es hier gar nicht. Und auch in der vorliegenden Januar-Ausgabe von PhotoKlassik geht es mitnichten um Foodfotografie. Es geht vielmehr um das Editorial des Herausgebers Wolfgang Heinen, der in seiner Einführung ausführt, wie die digitale «Bilder-Völlerei» im Widerspruch steht zum «Viergangmenü» der analogen Fotografie steht, und welche Rezepte es zur Bilder-Diät gibt. «Jedes überflüssig gemachte Bild zersetzt die Qualität unserer Wahrnehmungsfähigkeit und damit die Fähigkeit, wirklich gute Bilder mit echter Relevanz zu erzeugen». Die Editorials von Wolfgang Heinen haben immer sehr viel Tiefgang – sie sind mehr als einfach eine Einleitung zur aktuellen Ausgabe. 

Die jüngste Ausgabe ist wiederum ein gelungener Mix von Technik, Praxis und kulturellen Beiträgen, von den Naturbilder eines Klassikers wie Fred Koch, über den Didaktikbeitrag, wie man mit Film im gleissenden Schnee fotografiert, bis hin zur Beschreibung kreativer Gestaltungsmöglichkeiten mit der jüngsten Sofortbildkamera.

 

Wer sich mit der Technik befassen will, sollte die Grundbegriffe zur Optik kennen, die André Giogoli als Leseprobe aus seinem Buch «Analoge Fotografie – das umfassende Handbuch» (Verlage Rheinwerk Fotografie, EUR 39,90, ISBN 978-3-8362-6484-6) hier vorstellt. Begriffsdefinitionen der Optik werden hier leicht verständlich präsentiert.

 

Die «Polaroid Now» ist der jüngste Spross der Sofortbildfamilie, der mit dem mitgelieferten Filterkit und der funktionssteuernden App spannende kreative Möglichkeiten bietet. Hier geht Dragana Mimic auf die wichtigsten Funktionen ein und vermittelt eine Reihe spannender Praxistipps.

 

Dass Fotografie vergänglich ist, hat Bastian Schwentner bewogen, seine «Lost Places»-Aufnahmen mit der nassen Kollodium-Technik auf Glasplatten zu realisieren, einem komplizierten Verfahren, das vor über 160 Jahren üblich war. Er erklärt, weshalb er die Nassplatten-Fotografie wählt und zeigt sein Vorgehen Schritt für Schritt.

 

Für Laborfreunde gibt es im neuen Heft gleich mehrere lesenswerte Praxisbeiträge: Einmal die Anleitung «Da entwickelt sich was!», in welchem Steffen Schüngel erklärt wie man mit dem E6-Prozess kreativ arbeitet, dann der Artikel von Thomas Gade, der aufzeigt, wie einfach die Fotochemie in Tablettenform ist, und schliesslich der Beitrag von Matthias Kistmacher «Die bequeme(re) Alternative», der die optimale Verarbeitung von PE-Papier zum Thema hat.

 

Ein Schwerpunktartikel des Heftes geht auf den bekannten Schweizer Fotografen Ulrich Ackermann ein, der mit seinen Vertikalpanoramen einen eigenen Fotostil geschaffen hat. Hier zeigt er faszinierende Flugaufnahmen aus der Arktis, die sowohl schwarzweiss als auch farbig eine ganz besondere Wirkung haben. Dazu erzählt Ackermann, wie er auf den Geschmack der Luftbildfotografie gekommen ist.

 

Ein leidiges Thema: Viele betagte Scanner lassen sich mit neuen Betriebssystemen und anderen Verbindungskabeln nicht mehr benutzen oder die Original-Software ist nicht mehr tauglich. Welche Anschlüsse sind wie noch brauchbar? Und welche universellen Scan-Programme gibt es? Der Artikel von Thomas Gade liefert Praxishilfe.

 

Viele hegen dem Wunsch ein eigenes Magazin oder einen Bildband im Eigenverlag zu produzieren. Wie geht man dabei vor, welches sind die höchsten Hürden, und wie bewältigt man die plötzlich anfallenden Schwierigkeiten? Lars Walter erzählt, welche Steine auf dem Weg zu seinem eigenen Bildband «Melancholie» aus dem Weg zu räumen waren.

 

Vor rund dreissig Jahren war Stephan Erfurt als Fotograf des FAZ-Magazins in Amerika unterwegs und hat sich mit aussergewöhnlich stimmungsvollen Bildern einen Namen gemacht. Sein Rezept: Er fotografierte vor allem im Zwielicht kurz vor dem Sonnenaufgang oder gleich nach Sonnenuntergang. Das gibt Bilder, die uns zum Staunen bringen.

 

Der Inhalt

Kameras & Objektive
Was Sie über Objektive wissen sollten
Empfehlung für Einsteiger: Pentax 928
Sofortbildfotografie mit Kreativitätsboost: Polaroid Now+ im Test

Aufnahme & Belichtung
Lost Places: Kollodium Nassplatten Verfahren
Einstieg in die Großformat-Fotografie Teil 2: Die Wahl der Objektive
Praxis: Fotografieren im Schnee

Film & Dunkelkammer
Cinestill E6: Farbdiafilm-Entwickler im Test
Für Entwickler & Fixierer: Tetenal Tabs

Präsentation & Archivierung
Artikelserie: Digitalisierung von Fotos Teil 2/4 – Anschlüsse & Software für alte Scanner
PE-Fotopapier: Die bequeme(re) Alternative
Das eigene Magazin: Von der Idee bis zum finalen Produkt- ein Leitfaden
Fotokultur: Fotos im künstlerischen Prozess

Kultur & Portfolio
Fred Koch: Naturfotografie der 1920er/30er-Jahre
Maurice Pehle: Filmfieber
Ulrich Ackermann: Arktis
Stephan Erfurt: On the Road
Fundstücke-Randnotizen zur Foto-Kunst

Editorial / Augenblick / Magazin / Mitarbeiter/ Impressum / Schluss

 

PhotoKlassik erscheint vierteljährlich, umfasst 98 Seiten und erscheint im Verlag der IMH Imaging Media House GmbH & Co. KG. Das Magazin ist sowohl bei Ars-Imago in Zürich erhältlich als auch bei Fotomedia in Jegenstorf. Das Heft kostet CHF 18.90 zuzüglich Versandspesen.

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