David Meili, 22. Februar 2011, 10:00 Uhr

Kulturtipp am Dienstag: Megacities

Megacities liegen im Trend. Die Lumas Editionsgalerie in Zürich präsentiert Arbeiten von H.G. Esch, Sabine Wild und Larry Yust.  Die Werke gleichen sich, doch sie sind nicht unverwechselbar. Auswechselbar sind die Städte. Man denkt an Aufnahmen von Andreas Gursky der Banlieus von Paris, oder an die einfühlsamen Bilder von Ferit Kuyas aus chinesischen Grossstädten.

Pionier der Szene war der 2009 verstorbene Francisco Hidalgo, über den fotointern.ch berichtete. Er erfasste als erster die Landschaft der Grossstädte mit der Technik hochauflösender Farbfilme im Panorama. Heute arbeitet kaum mehr jemand mit einer analogen Nikon und den damaligen Objektiven, die eine sehr hohe Auflösung ermöglichten. Der Verarbeitungsprozess erfolgte über mehrere Schritte mit drucktechnischen Verfahren bis zum fertigen Buch.

Städtepanoramas gab es bereits mit Kupferstich und später lithographischen Techniken seit dem 18. Jahrhundert. Die Fotografie führt diese Tradition weiter. Wenn man Fernweh hat, vertieft man sich gerne in ein Bild von H.G. Esch. Delta-Blues kommt auf bei den Panoramen von Larry Yust.

LUMAS Editionsgalerie, Zürich
Ausstellung bis 22. März 2011

3 Kommentare zu “Kulturtipp am Dienstag: Megacities”

  1. Die vermehrte Aufnahme des Sujets der Megacities, das Thematisieren einer neuen urbanen Wirklichkeit spricht nicht die Originalität der Künstler ab, sondern spricht für das grosse Interesse an dem Phänomen Megacities. Interessant ist zu beobachten, wie die Künstler die Megacities, die sich ebenfalls innerhalb der letzten 10 Jahren weiter entwickelt haben, vielleicht auf veränderte Weise als die „Entdecker“ einfangen und uns näher bringen.

  2. Ich hatte kürzlich auf einer Bahnfahrt ein Gespräch mit einem Telecom Manager, der oft in China arbeitet. In einer Grosstadt fand er sich zwei Jahre nach dem ersten Besuch nicht mehr zurecht. Für ihn sind die Aufnahmen, die damals entstanden, bereits historische Dokumente.

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