Markus Zitt, 4. Februar 2014, 05:00 Uhr

Hasselblad kann’s nicht lassen und lanciert DSLR/SLT-Kamera im speziellen Design

Mit der Hasselblad HV haben die Schweden nun ein weiteres Kameramodell auf Basis einer äusserlich überarbeiteten Sony-Kamera vorgestellt. Dieses Mal handelt es sich wohl um eine Sony Alpha SLT-A99. Entsprechend ist die DSLR-ähnliche SLT-Kamera mit elektronischem Sucher, mit einem 24Mpx-KB-Vollformatsensor, einem elektronischen Sucher und dem A-Mount ausgestattet. 

Nach der umstrittenen – um nicht zu sagen verhöhnten – Hasselblad Lunar, einer mit vermeintlich edlen Designelementen und luxuriösen Materialien aufgepimpten Sony NEX-7, und der ähnlich aufgemotzten Hasselblad Stellar auf Basis einer Sony Cyber-Shot RX100, kommt nun eine weitere nach dem Prinzip erstellten Conusmer-Kamera von Hasselblad.

Wiederum nimmt Hasselblad ein nicht mehr ganz taufrisches Kameramodell von Sony und unterzieht dies einer Gehäusekosmetik, um die Kamera unter eigenem Namen auf den Markt der (hochpreisigen) Luxusgüter zu bringen und damit Kunden anzusprechen, die etwas Spezielleres suchen und dafür auch speziell viel Geld ausgeben möchten.

Hasselblad-HV Oberseite

Die «neue» Hasselblad HV basiert wohl auf der Sony Alpha SLT-99 und ist kompatibel zum DSLR-Alpha-System (A-Mount), das seinerseits auf das Minolta-A-System zurückgeht. Bei der Kamera handelt es sich also nicht um eine SLR/DSLR im klassischen Sinne, denn anstelle des Rückschwingspiegels kommt ein fest stehender teildurchlässiger Spiegel zum Einsatz. Diese Konstruktion ermöglicht auch bei Live-View- und Video-Betrieb einen schnellen Phasen-AF zu nutzen – was viele Hersteller inzwischen durch Bildsensoren für Hybrid-AF lösen. Ohne den beweglichen Spiegel sind auch schnelle Serienbilder möglich, was nicht nur für die Action-Fotografie, sondern auch für Multishot-Techniken nützlich ist.

Die Kamera

Wie enthusiastisch Hasselblad selbst ihr jüngstes Consumerprodukt sieht, verrät der Pressetext, den wir nachfolgend unredigiert wieder geben.

Originaler Pressetext:

Hasselblad setzt mit ihrer jüngsten Kamera für Fotoenthusiasten ganz neue Stilakzente

Die Kultmarke Hasselblad, der bevorzugte Kamerahersteller zahlreicher erfolgreicher Fotografen weltweit, hat eine brandneue Elitekamera auf den Markt gebracht – Zielgruppe sind dieses Mal enthusiastische Amateurfotografen mit höchsten Ansprüchen an Stil und Leistung.

Die elegante neue Hasselblad HV, die ab sofort erhältlich ist, wird im Einzelhandel für 8.500 € zzgl. gesetzl. MWSt. verkauft werden und bietet einige der fortschrittlichsten Kameratechnologien, die jemals für den Markt der Fotoenthusiasten entwickelt wurden.

Hasselblad-HV frontal

Bei Ankündigung des Verkaufsstarts sagte Ian Rawcliffe, CEO von Hasselblad: «Die neue HV ist das jüngste Modell unseres rasant wachsenden Amateurkamera-Portfolios, dessen Geräte Schönheit und Eleganz mit herausragender Leistung kombinieren. Die Kamera richtet sich an Menschen, die nicht nur leidenschaftlich gern fotografieren, sondern auch großen Wert auf eine stilvolle Ausrüstung legen. Und die HV sieht nicht nur gut aus, sie liegt auch wunderbar angenehm in der Hand. Wir haben den Fokus klar auf Ergonomie gelegt und ausschliesslich Premiummaterialien wie Titan, hochwertiges Aluminium und modernste, unverwüstliche PVD-Beschichtungen verwendet.»

Hasselblad-HV_rear_w

Rawcliffe fügte hinzu: «Es gibt weltweit immer mehr leidenschaftliche und extrem talentierte Amateurfotografen und Fotoenthusiasten, die gewillt sind, in hochwertige Aufnahmegeräte zu investieren, mit denen auch die Elite der professionellen Fotografie gerne arbeitet. Unsere brandneue Spiegelreflexkamera HV erfüllt die Bedürfnisse all derer, die sich nicht nur eine exklusive Kultkamera gönnen möchten, sondern zudem mit einer herausragenden Kamera herausragende Bilder und Videos aufnehmen möchten.»

Hasselblad-HV Seitenansicht

Die neue HV ist unkompliziert in der Bedienung, besitzt einen Vollformatsensor mit 24,3 Megapixeln und ist mit einem legendären Carl-Zeiss-Objektiv mit 24–70 mm Brennweite ausgestattet, das extreme Schärfe und hervorragenden Kontrast bietet. Darüber hinaus kann die Kamera im 35-mm-Vollformat beeindruckende HD-Videos aufnehmen, sogar bei geringem Umgebungslicht.

Eine Tasche zur Kamera

Die HV wird in einer speziell gestalteten, extrem robusten und hochwertigen «Superharz»- Kameratasche ausgeliefert. Diese soll einen besonders guten Schutz vor Staub, Wasser, chemischen Wirkstoffen sowie vor Stössen und Erschütterungen bieten. Sie widersteht darüber hinaus extremen Wetterbedingungen (von minus 40 °C bis 80 °C). Die leichte Tasche verfügt über ein integriertes Aufbewahrungssystem, das neben der Kamera Platz für Kabel, Ladegeräte, Speicherkarten und Fotoliteratur, aber auch für ein iPad und einen Laptop normaler Grösse bietet.

 

Weitere Infos

Informationen zur neuen Kamera bietet Hasselblad auf einer eigens für das neue System realisierten Website: www.hasselblad-hv.com

Hasselblad (Hauptwebsite international)

Hasselblad (Hauptwebsite deutschsprachig)

Produkte der Marke Hasselblad werden in der Schweiz sowohl von der Leica Camera AG als auch von der Light+Byte AG vertrieben, wobei die die aufgepimten Lunar- und Stellar-Modelle bislang nur über Light+Byte erhältlich waren.

 

Hasselblad HV – Spezifikationen
Kameratyp Interchangeable Lens Digital Camera
Objektivanschluss A-mount (Beim Anschluss eines DT-Objektivs für APS-C-Sensorgrösse, wird automatisch der entsprechend reduzierte Sensorbereich genutzt.)
Bildsensor 35 mm KB-Vollformat (35.8 mm × 23.9 mm) CMOS
Auflösung 24.3 Mpx
Bildstabilisierung Fotoaufnahmen Sensor-shift (ca. 2.5 bis 4.5 längere Belichtungszeiten möglich)
Bildstabilisierung Videoaufnahmen Elektronisch
Sucher elektronisch, 1.3 cm mit 2’359’296 Bildpunkten
Sucherabdeckung 100%
Rückseitiger Bildschirm LCD, 7,5 cm mit 1’228’800 Punkten
ISO-Werte Fotos AUTO, ISO 50 bis 25’600 (in Drittelstufen)
ISO-Werte Videos AUTO, ISO 100 bis 6400(in Drittelstufen)
Verschlusstyp Electronically-controlled, vertical-traverse, focal-plane type
Verschlusszeiten Fotos: 1/8000 bis 30s, bulb (Für Videos:Movies: 1/8000 s bis 1/4 s) jeweils in Drittelstufen)
Serienbildtempo Cont. Priority AE: max. 10 fps, 6 fps und 2.5 fps
Serienbilder in Folge Extra fine: 18 Fotos, Fine: 22 Fotos, Standard: 24 Fotos
Im Serienmodus C: Extra fine: 14 Fotos, Fine: 18 Fotos, Standard: 20 Fotos
RAW und JPEG: 11 Fotos, nur RAW: 13 Fotos
Aufnahmeformat Fotos JPEG (DCF Ver. 2.0, Exif Ver. 2.3, MPF Baseline) compliant, RAW (Sony ARW 2.3 format)
Aufnahmeformat Videos AVCHD Ver. 2.0 compliant (Video: MPEG-4 AVC/H.264, Audio: MPEG-4 AAC-LC 2ch)
Speicherkarte Memory Stick PRO Duo und SD/SDHC/SDXC (UHS-I kompatibel)
Anschlüsse USB miniB, Hi-Speed USB 2.0
HDMI mini
Kopfhörer: 3.5 mm Stereoklinke
Mikrofon: 3.5 mm Stereoklinke
REMOTE-Port
Akku NP-FM500H
Abmessungen ca. 147 mm × 111.2 mm × 78.4 mm
Gewicht 863 g (mit Akku und Memory Stick Duo) bzw. 784 g (nur Gehäuse)

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10 Kommentare zu “Hasselblad kann’s nicht lassen und lanciert DSLR/SLT-Kamera im speziellen Design”

  1. Hat das Traditions- und Familienunternehmen Hasselblad nichts gelehrt aus der Lunar Serie? Diese Kamera ist überflüssig und viel zu teuer.

  2. Die Hv ist ja noch hässlicher als die Nikon Df. Fragt doch einfach mal Luigi Colani! Er hat das zeitlose Design bereits in den 80ern erfunden.

  3. @ 1. Alpa
    Hasselblad ist schon seit vielen Jahren kein Familienunternehmen mehr, sondern abwechselnd im Besitz von Finanzinvestoren oder fernöstlichen Handelsunternehmen.

  4. Man sollte sich von dem Gedanken verabschieden, dass Hasselblad noch irgendetwas mit der von früher her gewohnten, seriösen Firma zu tun hat.

  5. Das macht ja wirklich keinen Sinn. Denn Leute, die eine massiv überteuerte aufgekitschte Sony kaufen würden, dürften die Marke Hasselblad ja gar nicht kennen.
    Im Vergleich dazu sind ja die schnörkellosen Umetikettierungen von Panasonic Kameras zu Leicas geradezu dezent – sogar was den Preisaufschlag angeht.

  6. @ 5. holga
    Es soll sogar Leute geben, für die ist jede Kamera überflüssig, weil sie mit ihrem Smartphone Aufnahmegerät genug haben.

  7. Das ist das Resultat wenn nur noch Marketing und Finanzakrobaten das Sagen haben. Man sieht, sind die Visionäre weg ist die Innovation aus dem Unternehmen raus. Schade, aber es ist leider Tatsache.

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