Markus Zitt, 26. August 2018, 14:30 Uhr

Kleine Geschichte der Spiegellosen

Vor ziemlich genau zehn Jahren wurde die Typenklasse der kompakten spiegellosen Systemkameras ins Leben gerufen, um fortan eine Alternative zur bewährten digitalen Spiegelreflex (DSLR für Digital Single Lens Reflex bzw. einäugige Spiegelreflex) darzustellen. Allerdings hat sich in den ganzen zehn Jahren kein allgemeingültiger bzw. breit akzeptierter Name für den neuen Kameratyp etablieren können. Obwohl die Vereinigung von Fotomagazinen TIPA (Technical Image Press Association) früh den Begriff CSC (Compact System Camera bzw. kompakte Systemkamera) vorgeschlagen hatte, wird heute oft einfach von Spiegelloser (Mirrorless) oder ungenau von Systemkamera (dies beinhaltet auch die DSLR u.a.) gesprochen oder eine andere Bezeichnung gebraucht. Gängig ist auch seit einiger Zeit die von Panasonic in Anlehnung an DSLR verwendete Bezeichnung DSLM (Digital Single Lens Mirrorless), während in der Anfangsphase  – vor allem im englischen Sprachraum – etliche andere kursierten.

Schematische Darstellung des Vergleichs zwischen einer Spiegelreflex (links) und einer spiegellosen kompakten Systemkamera (rechts). Die Grafik von 2008 illustriert den Unterschied am Beispiel der FourThirds-DLSR Panasonic L10 gegenüber der damals brandneuen Micro-FourThirds-CSC Panasonic Lumix G1. Zu jener Zeit stand die Kompaktheit im Vordergrund, heute brillieren Spiegellose durch ihre fortschrittliche Ausstattung und Funktionalität.

 

Spiegellose Systemkamera

Bei einer Systemkamera handelt es sich um ein Kameragehäuse mit einem (meist markenspezifischen) Anschluss für Wechselobjektive. Mit verschiedenen Objektiven und allerlei Zubehör wie Systemblitze, Fernauslöser etc. lassen sich solche Kameras für verschiedenste Fotomotive und Aufgaben rüsten. (Mustergültig waren diesbezüglich die analogen V-Modelle von Hasselblad, bei denen neben den Objektiven auch Sucher, Filmmagazin und eventuell Motor/Winder wechselbar waren.)

Bis zur Einführung und Etablierung der spiegellosen Systemkamera galt die (digitale) Spiegelreflex als die ultimative Systemkamera, wobei neben ihr schon immer auch weitere Typen von (spiegellosen) Systemkameras existierten – wie beispielsweise die Messsucherkamera («Leica M»- oder «Mamiya M»-Reihen u.a.). Wenn aber heute von spiegelloser Systemkamera gesprochen wird, ist damit eigentlich immer eine Digitalkamera gemeint.
Als Geburtstag der CSC gilt der 06. August 2008. Damals hatte Panasonic in der Schweiz angekündigt, zusammen mit Olympus künftig kompaktere Systemkameras ohne den sperrigen Spiegel zu bauen. (Detaillierte Infos dazu waren bereits am Vortag im Internet veröffentlicht worden.) Für ihre geplanten kompakten Systemkameras haben beide Firmen den Micro-FourThirds-Standard (MFT) ins Leben gerufen, der auf dem FourThirds-Standard von 2003 (damals initiiert durch Olympus und Kodak) aufbaut und u.a. dieselbe Sensorgrösse (17,3 x 13,0 mm) nutzt.

Die Panasonic Lumix DMC-G1 ist die allererste spiegellose kompakte Systemkamera im engeren Sinne.

 

Statt auf einen optischen Sucher (Optical Viewfinder, OVF), der bei der (D)SLR durch Reflexspiegel und Prisma realisiert ist, setzt die CSC hier auf Elektronik. Dabei wird ein elektronisches Sucherbild (Live-View) vom Bildsensor auf den Kameramonitor, in einem elektronischen Sucher (Electronic Viewfinder, kurz EVF) auf einen externen Monitor oder an ein Gerät (Computer, Smartphone, Videobrille etc.) geliefert. (Übrigens: Während digitale Kompaktkameras zwar nicht von Beginn, aber doch schon früh ein elektronisches Sucherbild boten, wurde dies bei DSLRs erst ab 2008 üblich. Das elektronische Sucherbild ist bei DSLRs nur im Live-View-Modus, d.h. mit hochgeklapptem Spiegel möglich. Eine Alternative sind die DSLRs von Sony mit feststehendem, teiltransparentem Spiegel. Vor 2007 gab es Live-View nur in einigen wenigen DSLRs, so z.B. in Modellen von Olympus.)

Während Panasonic wenige Wochen nach der genannten Ankündigung bereits erste Produkte einführte (Lumix G1 mit Wechselobjektiven), kam Olympus erst im Juni 2009 (Pen E-P1 samt Objektiven). In den folgenden Jahren lancierten nach und nach alle anderen Kameramarken ebenfalls eigene spiegellose Systeme (siehe nachfolgende Liste).

Von Olympus gab es nach der MFT-Ankündigung im August 2008 dann im September an der Photokina 2008 lediglich ein Mockup einer möglichen CSC zu sehen. Wobei sich die rund neun Monate später präsentierte Pen E-P1 doch deutlich davon unterschied.

 

Die CSCs lassen in zwei Bauformen unterteilen. Da gibt es einerseits die SLR-ähnlichen Gehäuse, die immer auch einen EVF besitzen. Dieser wiederum steckt in der Erhöhung auf der Oberseite, die sich meist in der Mitte oder etwas links davon befindet. Andererseits orientiert sich die zweite Bauform an der Kompakt- oder Sucherkamera. Solche Modelle kamen in der Anfangsphase meist ohne einen EVF, wobei zu höherwertigen Kameramodellen oft optional aufsteckbare EVFs – sowie zu einigen Objektiven auch optische Sucher – angeboten wurden. Inzwischen gehört auch bei dem Spiegellosen im Kompaktkameraform ein eingebauter EVF zur Standardausstattung und nur gerade sehr einfache Modelle kommen ohne.

10 Jahre CSC: Angebot und Akzeptanz

Zum Start und in den Anfangsjahren hatten bei den spiegellosen Systemen vor allem die Kompaktheit von Kameras und Objektiven im Vordergrund gestanden, was auch zu einigen Systemen (Pentax Q, Nikon 1, Samsung NX Mini) mit extra kleinen Kameras geführt hatte, wobei all diese Systeme zwischenzeitlich eingestellt worden sind.
Heute spielt die Kompaktheit eine untergeordnete, wenn auch nicht unbedeutende Rolle (z.B. bei Olympus) und die CSCs präsentieren sich als besonders fortschrittliche Kameras für eine breite Gruppe an Fotografie-Interessierten. Diese Gruppe besteht zu einem grossen Teil aus Ein- und Umsteigern sowie Technikfans, die vom Smartphone oder von einer Kompaktkamera zur CSC wechseln, weil sie sich mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Qualität wünschen. Dann gibt es noch die kleinere, aber stetig wachsende Zahl von versierten Fotoamateuren und sogar Profis, die eine fortschrittlichere und/oder kompaktere Alternative zur DSLR suchen.

Panasonic Lumix GF1 im Kompaktkameraformat und hier mit optionalem aufsteckbaren EVF. Wem eine Spiegelreflex zu gross, zu sperrig und zu schwer war, interessierte sich früh für eine CSC. (Foto: M. Zitt)

 

Während sich die Spiegellosen in Japan und anderen asiatischen Ländern von Beginn an rasch wachsender Beliebtheit erfreuten, gewann der neue Kameratyp in Europa und hierzulande nur langsam Marktanteile. Vor allem versierte Hobbyfotografen und Fotoprofis standen selbst «ernsthafteren» leistungsstärkeren CSC-Modellen eher ablehnend gegenüber. Die Spiegellosen wurden als Lifestyle-Kameras für Einsteiger, Gelegenheitsknipser und Technik-Geeks abgetan, was auch an vielen entsprechenden Modellen und den Kameradesigns mit farbigen und/oder verspielten Retro-Gehäusen lag.

Die Olympus Pen E-PM1 war ein typisches günstiges Einsteigermodell und richtete sich mit einfacher Bedienung und in den damals trendigen Lifestyle-Farben an Umsteiger, die von Kompaktkameras und den ersten Smartphones zu den CSCs kamen.

 

Zu den stärksten Argumenten gegen CSCs gehörten der langsame Autofokus (Kontrast-AF in CSCs gegenüber dem Phasen-AF von DSLRs) und der fehlende Sucher oder bei Modellen mit EVF deren geringe Auflösung, verrauschte Darstellung und niedrige Bildaufbauraten (Flimmern). Zudem bemängelten Hobbyfotografen und Profis die zu geringe Auswahl an verfügbaren Systemobjektiven (siehe die Marktübersicht vom November 2012 mit allen damaligen CSC-Objektiven). All diese Kritikpunkte waren einst berechtigt, haben aber über die Jahre sukzessive ihre Gültigkeit verloren.

Trotz solchen Kritikpunkten fanden sich aber stets auch Hobby- und Profifotografen, die früh die systembedingten Vorteile (z.B. Kompaktheit für Reisefotografie, Objektiv-Adaptierung) für sich nutzen konnten. So erweiterten manche ihr Equipment um eine CSC samt einiger Objektive sowie Objektivadapter, um ihre vorhandenen Systemobjektive an der neuen CSCs zu nutzen; andere stiegen gar komplett auf ein CSC-System um.

Adapteritis

An Spiegellosen wurden und werden gerne «unpassende»Objektiven eingesetzt. Dank geringem Auflagemass lassen sich Objektive mit anderen Anschlüssen mithilfe von Adaptern einfach – wenn auch meist mit Einschränkungen – verwenden.

Hier einige gängige Beispiele für vielfältigen Beweggründe:

  1. Um bei Einführung eines neuen Systems mit anfänglich bescheidenem Objektivangebot trotzdem mehr Objektive nutzen zu können
  2. um beim Umstieg vorhandene Objektive (temporär) an der neuen Kamera zu verwenden
  3. um «alte» liebgewonnene Objektive oder «Spezialitäten» einzusetzen

 

Nikkor auf Panasonic mit zwei Adaptern (Nikon-zu-FT, FT-zu-MFT)(Foto: M. Zitt)

 

CSCs für Profis

Trotz grossen Leistungssprüngen und modernsten Funktionen galten selbst CSC-Topmodelle lange als wenig professionell, obwohl einige Hersteller auch anspruchsvolle Anwender ins Visier nahmen. Eine der ersten CSC mit professionellem Anstrich war die OM-D E-M1 (2013) aus der zweiten CSC-Produktreihe von Olympus, auf welche Ende 2016 die derzeit aktuelle E-M1 Mark II folgte. Derweil konnte Panasonic mit der Lumix GH4 (2014) und den aktuellen Nachfolgerinnen GH5 (2017) und GH5s (2018) bei Profis aus dem Video- und Filmbereich landen. Die GH5-Modelle werden heute – wie zuvor schon die GH4 und deren Pro-Variante GH4R – häufig für professionelle Videoproduktionen (Werbeclips, Musikvideos, Hochzeitsdokus, Coporatefilme) sowie sogar – als B-Kamera – bei TV- und Kinofilmen eingesetzt.

Doch erst nachdem sich dieim Herbst 2013 vorgestellte «Sony Alpha 7»-Reihe mit Bildsensoren im Kleinbild-Vollformat Monate später etablieren konnte, begann die Ablehnung bei CSC-kritischen Amateuren und Profis zu bröckeln. Mit Ankündigung von Mittelformat-CSCs im Sommer 2016 durch Hasselblad (X1D-50C) und wenig später durch Fujifilm (GFX 50S) wurde die Spiegellose als Profi-Werkzeug weitgehend anerkannt. Wie profitauglich eine CSC sein kann, konnte Sony dann mit ihrer Alpha 9 (2017) demonstrieren, die als direkte Konkurrenz zu den professionellsten DSLR-Modellen lanciert wurde und sich in Vergleichstests gegenüber der Canon EOS 1D X Mark II und Nikon D5 zu behaupten vermochte.
Nun wartet die Fotowelt mit Spannung auf die Markteinführung der profitauglichen (Vollformat-)CSCs der beiden SLR/DSLR-Giganten Canon und Nikon, die beide bislang mit ihren zaghaften, glücklosen CSC-Versuchen nicht zu überzeugen vermochten. Nikon hat nun vergangene Woche (am 23. August 2018) – nach Monaten zunehmend konkreteren Statements – ihren Wiedereinstieg in die CSC-Welt mit der Ankündigung der neuen Z-Vollformatkameras vollzogen. Derweil hüllt sich Canon betreffs einen spiegellosen Vollformatsystems weiterhin noch in Schweigen. Doch wie so oft in den letzten Jahren wird Canon vergleichbare Produkte sicherlich etwa zwei Wochen nach Nikon offiziell ankündigen.

CSC-History: Systemstarts und Kamera-Highlights

Hier folgt eine chronologische Auflistung der Ankündigungen verschiedener spiegelloser Systeme sowie einiger Kameras (Auswahl), die man rückblickend als Meilensteine des jeweiligen Systems betrachten kann. Enthalten sind auch die digitalen Messsucherkameras (z.B. Leica M), die allgemein nicht zu den CSCs gezählt werden, was Ansichtssache ist. So oder so gesehen sind die M-Modelle mindestens aber Vorläuferinnen dessen, was heute als spiegellose Systemkameras im engeren Sinn betrachtet wird. (Hinweis: Ein Mausklick auf die Bilder zeigt diese gross als manuelle Diaschau.)

 

2004-03-11: Epson präsentiert mit der R-D1 lange vor Leica, wo mancher damals die digitale Fotografie als temporären Hype ansieht, eine digitale Messsucherkamera mit 6Mpx-Sensor im APS-C-Format und mit M-Bajonett. Der R-D1 folgt später mit der R-D1s (2009-02-27) eine leicht verbesserte Version, die überhaupt die allerletzte Digitalkamera von Epson ist.

2007-09-14: Leica stellt mit der M8 ihre erste digitale Messsucher- bzw. spiegellose Systemkamera vor. Obwohl die M8 in der Ahnenlinie der Ur-Leica und damit der allerersten Kleinbildkamera steht, begnügt sie sich mit einem Sensor im APS-H-Format (27 x 18 mm). Ihr folgen noch die M8.2 (2008-09-15) und dann die M9 (2009-09-09) – endlich mit Kleinbild- (KB) bzw. sogenanntem Vollformatsensor.

2008-08-05/06: Panasonic kündigt an, dass sie und Olympus künftig spiegellose und somit kompakte Systemkameras herstellen werden. Sie haben dazu den Micro-FourThirds-Standard (MFT) definiert, der auf dem FourThirds-DSLR-Standard (FT) von 2003 basiert und dieselbe Sensorgrösse (17,3 x 13,0 mm) verwendet. Später werden auch andere Marken (Blackmagic Design, DJI etc.) Foto- und Filmkameras mit MFT-Anschluss vorstellen. Weil sowohl Olympus als auch Panasonic jeweils ihre eigenen Objektivpaletten starten und fortan stetig erweitern und zudem rasch auch Fremdobjektivhersteller passende Objektive einführen, wächst das Objektivangebot für MFT-Kameras vergleichsweise rasch auf eine ordentliche Menge an.

2008-09-12: Panasonic stellt mit der Lumix DMC-G1 an der Photokina ihre erste Kamera mit ersten zwei MFT-Objektiven vor.

Das G1-Gehäuse erinnert an eine geschrumpfte DSLR, doch anstelle des optischen Suchers kommt ein integrierter elektronischer Sucher (EVF) zum Einsatz. Obwohl Panasonic viel Know-how im Videobereich hat und die CSCs ohne Spiegel prädestiniert für Videoaufnahmen sind, verzichtet Panasonic bei der G1 noch auf eine Videofunktion. Diesbezüglich ist die DSLR zu diesem Zeitpunkt weiter, denn Wochen zuvor hatten erst Nikon mit der D90 (720/24p) und danach Canon mit der EOS 5D Mark II  die ersten DSLRs und damit die ersten Systemkameras mit Videoaufnahmefunktion (D90: 720/24p, 5D MkII: 1080/30p) vorgestellt. Die beiden – vor allem aber die Canon – lösen damit in den Folgemonaten einen Boom aus (siehe Artikel «Fotokameras als Videostars»). Erst die Panasonic GH1 (2009-03-04) bringt Video mit. Der G1 folgen weitere ähnliche G-Modelle – aktuellstes ist zum Zeitpunkt dieses Artikels die G9 (2017-11-08) – und die GH-Topmodellreihe sowie die GF-, GX- und GM-Modelle in Kompaktkameraform.

2009-02-05: Samsung kündigt an der PMA ihr spiegelloses NX-System an, das dann aber erst ein Jahr später eingeführt wird. Einige Jahre später werden das System und sogar die komplette Kameraherstellung eingestellt. (Jahre vor dem NX-System hatte Samsung bereits Systemkameras im Angebot und nach wenigen Jahren eingestellt. Damals hatte es sich um umgelabelte Pentax-DSLRs gehandelt.)

2009-03-04: Panasonic stellt mit der GH1 ihre erste CSC mit Videofunktion vor und begründet damit die GH-Reihe, deren Kameras stets zu den besten filmenden Fotoapparaten gehören.

2009-06-16: Olympus lanciert mit der Kamera Pen E-P1 samt ersten Objektiven ihr MFT-System. Die Kamera im Retrodesign wurde in Anlehnung an erfolgreiche Olympus-Modelle aus den 1960er Jahren benannt.

Die E-P1 kann mit optischen und elektronischen Aufstecksuchern versehen werden. Das P-Modell für versierte Fotografen wurde später durch die Lifestyle-Modellreihen Pen Mini (E-PM1, E-PM2 usw.) und Pen Light (E-PL1 usw.) sowie mit der stylischen Retrokamera Pen F (2016) ergänzt. Im Jahr 2012 wurde neben der Pen-Reihe noch die OM-D-Reihe eingeführt.

2009-09-09: Nach der M8 findet Leica wieder zum ursprünglichen Kleinbildformat zurück und präsentiert die M9 mit Vollformatsensor. Ihr folgen die Variante M9-P (2011-06-21), die M Monochrom (2012-05-11) mit reinem Graustufensensor, die M (Typ 240) (2012-09-17) mit CMOS-Sensor samt Varianten sowie die M10 (2017-01-18) samt Varianten.

2009-11-10: Ricoh kündigt ihr spiegelloses GXR-System an, dessen Konzept sich von allen anderen unterscheidet.

Copyright Fotointern.ch / Urs TillmannsDas GXR-Gehäuse beherbergt die Bedienelemente, den Monitor, die Speichereinheit und den Akku, doch der Sensor steckt jeweils im Objektivmodul. Es werden verschiedene solcher Objektiv-Sensor-Module angeboten, die nicht nur mit verschiedenen Objektiven, sondern auch mit Bildsensoren in diversen Grössen bestückt sind. Es gibt aber auch ein objektivloses Modul mit APS-C-Sensor und Leica-M-Bajonett für die M-Objektive. Das GXR-System wurde nach ein paar Jahren eingestellt.

2010-01-04: Samsung startet nun effektiv ihr spiegelloses System mit der Samsung NX10 und zwei Zoomobjektiven.

Das NX-System nutzt Bildsensoren im APS-C-Format und das proprietäre NX-Bajonett. Es folgen etliche Kameras sowie Objektive, die zu einer kleinen ansehnlichen Palette ausgebaut werden. Mit der NX1 (2014) auf dem technischen Höhepunkt angelangt und die Konkurrenz in den Schatten stellend, wird das System anfangs 2015 plötzlich begraben.

2010-05-11: Sony lanciert die beiden ersten Nex-Kameras (Nex-3 und Nex-5) mit Bildsensoren im APS-C-Format und mit dem neuen E-Mount, der auch für Camcorder und für Cinema-Kameras genutzt wird. Ab 2014 verschwindet die Marke Nex zugunsten der Marke Alpha, die dann gleichermassen für DSLRs mit A-Mount und CSCs mit E-Mount verwendet wird.

2011-06-23: Pentax lanciert das Q-System, deren Kameras mit kleinerem Sensor (1/2,3“-Typ) als alle anderen CSC-Kameras ausgestattet sind.

Die Q-Kamera samt Nachfolgemodellen und deren Objektive können somit relativ klein gehalten werden. (Das Ganze erinnert an das Pentax-SLR-System mit der Pentax Auto 110 für den 110er-Pocket-Film aus den späten 1970er Jahren.) Das Objektivsortiment startet mit fünf Modellen. Neben einer kompakten Festbrennweite und einem Standardzoom sind die anderen Objektive (Fisheye und zwei «Toy Lens») eher für spielerische Fotografie im Stil der Lomografie konzipiert. Rund ein Jahr später kommt die Q10 (2012-09) und später die Q7 (2013-06) mit grösserem 1/1,7- Zoll-Sensor und in unzähligen Farbvarianten. Auf die Q7 folgt dann als letztes Q-Modell die Pentax Q-S1 (2014-08-05), bevor das System sang- und klanglos vom Markt verschwindet.

2011-09-21: Nikon launcht ihr «Nikon 1» genanntes System mit zwei Kameras (Nikon 1 V1 und Nikon 1 J1) und vier ersten Objektiven. Alles ist auch in Lifestyle-Farben erhältlich.

Das System ist um den Bildsensor des 1-Zoll-Typs aufgebaut. (Heute sind Sensoren dieser Grösse der Hit in Kompaktkameras wie z.B. der RX100-Reihe von Sony.) Nikon spricht beim Sensor von CX-Format und hat einen Adapter für (D)SLR-Objektive im Angebot, wobei die Brennweitenverlängerung 2,7x beträgt. Das System findet unter versierten Fotofans nur wenige Freunde, ist die Bedienung doch auf Einsteiger ausgerichtet und der Sensor für viele Fotoenthusiasten zu klein. Ab 2015/2016 werden die Neuheiten seltener, das System löst sich langsam im Nichts auf.

2012-01-10: Fujifilm startet mit der Ankündigung der Kamera X-Pro1 und drei Objektiven ihr X-System um Sensoren im APS-C-Format. (Als X-Kamera werden nicht nur Systemkameras, sondern ebenso die Edelkompaktmodelle im Retrolook und eine Bridge-Kamera bezeichnet.)

Die X-Pro1 erinnert an eine Messsucherkamera und bietet den aus der X100-Kompaktkamera bekannten innovativen Hybridsucher (umschaltbarer optischer und elektronischer Sucher, der auch kombinierbar ist). Der X-Pro1 folgen etliche weitere Modelle, die mehrheitlich im klassischen Retrolook daher kommen, wobei die ganz simplen günstigen Lifestyle-Einsteigermodelle in der Schweiz in den Markt kommen. Vier Jahre später wird die Nachfolgerin X-Pro2 (2016-01-15) angekündigt. Das Objektivsortiment wird kontinuierlich ausgebaut und wird in wenigen Jahren zu einer ziemlich umfassenden Palette. (Demnächst umfasst sie über 30 Modelle, siehe Marktübersicht vom Juli 2018).

2012-02-08: Olympus stellt ihre OM-D E-M5 vor und startet damit eine zweite CSC-Reihe des MFT-Standards.

Im Unterschied zu den Pen-Modellen sind die M5 und die folgenden OM-D-Kameras allesamt mit EVF ausgestattet und haben ein Gehäuse in SLR-Form. Nicht nur das Gehäuse, sondern ebenso der Name der Reihe OM-D (OM digital) erinnern an die kompakten SLRs der OM-Reihe, die in den 1970er Jahren gestartet war. Die OM-D-Reihe wird sukzessive um weitere Modelle erweitert, wobei die M1 jeweils das Top-, die M5 das Mittelklasse- und die M10 das Einsteigermodell darstellen.

2012-02-12: Pentax hat zwar bereits mit der Q eine Spiegellose eingeführt, stellt dann aber mit der K-01 eine Spiegellose mit K-Bajonett vor, die dadurch Teil des DSLR-Systems ist.

Wie es damals bei den DSLRs von Pentax üblich ist, besitzt auch die von einem namhaften Designer gestaltete K-01 einen Bildsensor im APS-C-Format. Sie verschwindet später stillschweigend aus dem Sortiment.

2012-05-11: Leica präsentiert mit der M Monochrom auf Basis der M9 die erste digitale Schwarzweiss-Fotokamera.

Sie macht ausschliesslich Graustufenaufnahmen, denn ihr Sensor verzichtet auf die üblichen vorgelagerten RGB-Farbfilter. Der M Monochrom folgt später die derzeit noch aktuelle M Monochrom (Typ 246) mit CMOS-Sensor (2015-04-30), die ihrerseits auf der M (Typ 240) vom Herbst 2012 basiert und vielleicht bald (2019) durch eine M10 Monochrom abgelöst werden könnte. Die beiden monochromen M-Modelle bleiben bis heute die einzigen CSCs mit Graustufensensor. (Für Fotografen bietet aber noch Phase One mit den Achromat-Rückteilen für ihre Mittelformat-DSLRs ebenfalls reine Graustufensensoren, während für Filmer entsprechende Cinemakameras von Red verfügbar sind.)

2012-07-23: Canon startet ihr EOS-M-System mit einer ersten Kamera mit APS-C-grossem Bildsensor und lediglich zwei Objektiven. Über Jahre bleibt das Objektivangebot vergleichsweise mager, trotz etlichen weiteren EOS-M-Kameras.

2012-09-18: Hasselblad kündigt ihren Einstieg ins Geschäft mit spiegellosen Systemkameras an und will sich dabei – inspiriert von den unzähligen, sündhaft teuren Leica-Sondereditionen – als Luxusgütermarke etablieren.

Bei der Lunar genannten Kamera handelt es sich um eine aufgepimpte Sony NEX 7 (Sensor im APS-C) mit «edlen» Gehäuseapplikationen samt einer umgestylten Sony-Objektivpalette. Statt zum Höhenflug anzusetzen endet dieser Ausflug in einer Bruchlandung, denn das «prunkvolle» italienische Design mit aufgesetzten Elementen wirkt für viele Fotofans einfach nur kitschig und lässt manch einen an Hasselblads Reputation zweifeln. (Auch eine Sony-RX100-Kompaktkamera wird später ähnlich mit angeklebtem Edelholzgriff aufgepimpt und als Stellar verkauft.)

2013-09-10: Olympus stellt mit der OM-D E-M1 ihr (professionelles) Topmodell vor, wobei dieses auch auf die Verwendung der «alten» DSLR-Objektive getrimmt ist, was zugleich das Ende der DSLRs und des FourThirds-Format bei Olympus besiegelt.

2013-09-19: Mit der wasserdichten Nikon 1 AW1 bringt Nikon die erste und bislang einzige Unterwasser-taugliche Spiegellose auf den Markt.

Nikon knüpft damit an ihre Geschichte der Unterwasserkameras Calypso und Nikonos an – allerdings ohne vergleichbaren Erfolg.

2013-10-16 Sony präsentiert die Alpha 7 (24Mpx) und die hochauflösende Alpha 7R (36 Mpx) mit Bildsensoren im Kleinbild- (KB) bzw. Vollformat..

Es werden zudem fünf Objektive angekündigt, die zum Kleinbild-Vollformatsensor passen und deshalb die Bezeichnung FE (Full Frame E-Mount) tragen. Ein halbes Jahr später wird das Kamera-Duo zum Trio mit der lichtempfindlichen Alpha 7s. Etwa alle anderthalb Jahre erscheint das Trio in einer neuen (teureren) Generation, wobei die älteren Modelle als günstige Varianten verfügbar bleiben. An der Photokina 2014 informiert Sony über ihre Absicht, ihre FE-Objektivsortiment auf über 20 Modelle auszubauen (siehe letzte Objektivübersicht 2017-07).

2014-01-28: Fujifilm erweitert ihr Kamerasortiment um die X-T1, die sich zum leistungsstarken Topmodell aufschwingt. Sie kommt im Gegensatz zu den bisherigen X-Systemmodellen nicht im Retrokleid einer Sucherkamera, sondern erinnert an eine klassische SLR. Ihr folgen die X-T2 (2016-07-07), die bis zur Vorstellung der X-H1 das Flaggschiff darstellt, sowie einfachere, günstigere und etwas kleinere T-Modelle (X-T10, X-T20, X-T100) in derselben Bauform.

2014-04-07: Die Alpha-7-Reihe erhält mit der extrem lichtempfindlichen Alpha 7s (A7s) eine dritte Modellvariante für Foto- und Videoaufnahmen bei wenig Licht (z.B. Theater). Ihr KB-Sensor bietet lediglich eine Auflösung von12 Mpx, doch lässt sich ihre Empfindlichkeit auf ISO 409’600 hochschrauben. Die Alpha 7s wird anderthalb Jahre später durch die Alpha 7s II (2015-09-11) abgelöst, die im neuen Mark-II-Gehäuse mit sensorbasierter Bildstabilisation kommt.

Die Sony Alpha 7S und die hier abgebildete 7S II sind ideal für Aufnahmen an Orten mit wenig Licht. (Modellfotos/Montage: M. Zitt)

 

2014-03-19: Samsung präsentiert mit der NX Mini eine kleinere Spiegellose mit einem Sensor im 1-Zoll-Format und lanciert damit ein zweites System mit dem Objektivanschluss NX-M.

2014-04-24: Leica bringt mit ihrer aus einem Alu-Block gefrästen Leica T eine stylische, minimalistische, sucherlose CSC mit Bildsensor im APS-C-Format und lanciert damit ihr T-System und das L-Bajonett.

Kamera und System werden nach der Einführung der Vollformatkamera SL Ende 2015 zu TL umbenannt. Der TL-Kamera folgen eine minimal verbesserte TL2 (2017-07-10) sowie die CL (2017-11-21) mit einem konservativen Design, klassischen Bedienelementen und einem EVF.

2014-09-16: Samsung präsentiert mit der NX1 ein neues Topmodell mit 28Mpx-Sensor im APS-C-Format und mit einem Serienbildtempo von 15 fps.

Durch ihre fortschrittliche Technik spricht sie viele an und weckt auch bei Filmern Begehrlichkeiten. Zu diesem Zeitpunkt markiert sie zusammen mit den Alpha-7-Modellen von Sony die Spitze der CSCs puncto Leistungsfähigkeit. Allerdings wird die NX1 nie richtig im Markt eingeführt. Stattdessen stellt Samsung Monate später die komplette Kameraproduktion ein – begleitet von widersprüchlichen Meldungen und obwohl noch im Februar 2015 die NX500 als abgespeckte NX1 angekündigt wird.

2015-09-02: Panasonic liefert mit der Lumix GH4R eine optimierte Variante der inzwischen besonders bei Filmschaffenden beliebten Lumix GH4 (2014-02-07). Die GH4R ist die erste Fotokamera für Videoaufnahmen mit Log-Profil, das durch eine flache Gradation für mehr Dynamik sorgt und mehr Bearbeitungsspielraum zulässt. Sie ist zudem die erste Fotokamera ohne die in Europa übliche zolltechnische 30Min-Aufnahmebeschränkung bei Videoaufnahmen.

2015-10-20: Leica präsentiert ihr zweites spiegelloses System mit der SL samt KB-Vollformatsensor und kündigt dazu drei erste Objektive an.

Die SL ist dank dem L-Bajonett kompatibel zum T-/TL-System. Mit Adaptern lassen sich auch S-, R- und M-Objektive verwenden. Die SL ist sehr fortschrittlich – nicht nur für eine Leica – und brilliert durch einen hochauflösenden EVF, schnelles Serienbildtempo (11 fps), 4K-Video (Cinema-4K@24p und 4K-UHD@30p) und ihre robuste Bauweise.

2016-02-24: Sigma startet mit den zwei Quattro-Modellen ihr spiegelloses Kameraangebot.

Die beiden Modelle weisen leicht unterschiedliche Sensorgrössen (APS-C, APS-H) auf und haben das von Sigma-DSLRs bekannte SA-Bajonett. Verbaut werden die speziellen dreischichtigen Foveon-X3-Direktbildsensoren.

 

2016-06-22: Hasselblad kündigt überraschend mit der X1D-50c die allererste spiegellose Mittelformat sowie dazu die drei ersten Objektive der XCD-Reihe an.

In der modern gestalteten, Touchbedienungs-lastigen X1D-50c werkelt ein 50Mpx-Sensor (43,8 x 32,9 mm). Der Verschluss steckt als Zentralverschluss in den Objektiven. Später erhält die Kamera durch eines der vielen funktionserweiternden Firmware-Updates einen elektronischen Verschluss und damit die Möglichkeit, adaptierte Objektive zu verwenden. Rasch werden weitere Objektive angekündigt (siehe Objektivübersicht vom Mai 2018 (Nachtrag 2018-11-02: aktualisierte Übersicht))

2016-09-19: Nach Monaten der Gerüchte kündigt Fujifilm auf der Photokina mit der GFX 50s per 2017 ihre erste digitale Mittelformatkamera an, die eine Spiegellose mit 51Mpx-Sensor (43,8 x 32,9 mm) ist.

Dazu werden sechs GF-Objektive präsentiert, die allesamt – wie auch die Kamera – aber erst im darauffolgenden Jahr 2017 eingeführt und bereits 2018 durch weitere Objektive ergänzt werden (siehe Objektivübersicht vom Mai 2018).

2016-09-19: Panasonic kündigt an der Photokina die Lumix DC-GH5 per 2017 an, hält aber die Spezifikationen bis zur definitiven Ankündigung (2017-01-05) an der CES-Show geheim. Die GH5 bietet, wie ihre Vorgängerinnen, eine professionelle, reichhaltige Videofunktionalität und kann als erste Fotokamera Videos intern in 10Bit und 4K sowie in UHD@60p aufzeichnen

2017-04-19: Sony präsentiert mit der Alpha 9 die lange erwartete professionelle Kamera.

In verschiedenen Tests erweist sie sich gegenüber der DSLR-Konkurrenz (Canon EOS 1D X Mark II und Nikon D5) weitgehend als ebenbürtig. Sie brilliert mit einem Sucherbild ohne Dunkelphase und einem hohen Serienbildtempo, das jedoch im AF-C-Modus auf ein unterdurchschnittliches Niveau abfällt.

2017-11-21: Leica stellt die CL mit L-Bajonett und «APS-C»-Sensor als Alternative zur TL2 vor. Hinsichtlich Design und Bedienung erinnert sie an die M-Modelle – oder noch stärker an die Edelkompaktkamera Leica Q.

2018-02-23: Nach Monaten voller Gerüchte präsentiert Fujifilm mit der X-H1 ein Profimodell, das als neues Flaggschiff sowohl Profifotografen (vor allem aus den Bereichen Reportage und Action) als auch versierte Filmer ansprechen soll.

Die X-H1 ist die erste Fuji mit kamerainterner Bildstabilisation mittels beweglichem Sensor. Bis zur X-H1 waren Videofunktionen in den X-Modellen zwar vorhanden, jedoch etwas stiefmütterlich implementiert.

2018-02-27: Sony präsentiert mit der Alpha 7 II – fünf Monate nach der A7R III (2017-10-25) – nun auch die dritte Generation des einfachsten 7er Modells.

Obwohl die einfache Alpha 7 jeweils das günstigste Modell einer A7-Generation darstellt, kann die A7 III in vielen Punkten mit der ein Jahr älteren Alpha 9 mithalten. Sie ist 2018 die Kamera, an der sich alle CSCs messen müssen.

2018-08-23: Nach sehr bzw. zu langer Durststrecke für Nikon-Fotofans und dem stillschweigenden Auslaufen der «Nikon 1»-Reihe lanciert Nikon das längst überfällige professionelle System mit Bildsensor im Kleinbild-Vollformat und einem besonders grossen Bajonett mit sehr geringem Auflagemass.

Wie bei der Lancierung der «Sony Alpha 7»-Reihe fünf Jahre zuvor besteht auch das neue System von Nikon aus einem hochauflösenden Modell (Z 7 mit 45 Mpx und 9 fps) sowie  einem günstigeren, schnelleren und lichtempfindlicheren Modell (Z 6 mit 24 Mpx und 12 fps). Der Objektivanschluss und das System wird «Z» genannt. (Das «Z» sieht wie eine «2» aus, was beim zweiten CSC-Start passend wäre. Doch wäre «Nikon 2» wohl zu wenig verheissungsvoll gewesen.) Zum Start sind ein Standardzoom und zwei Festbrennweiten verfügbar, doch zeigt eine zeitgleich veröffentlichte Roadmap viele weitere Objektive für die kommenden zwei Jahre.

Blick in die nahe Zukunft

2018-09: Im Vorfeld der Photokina, die vom 26. bis 29. September zum letzten Mal im 2-Jahres-Turnus und im Herbst stattfindet (siehe Meldung), sowie an der Messe selbst werden etliche Fotoneuheiten und darunter auch Einiges zum Thema «Spiegellose» erwartet. Sicherlich dürfte die Messe ganz im Zeichen der Spiegellosen stehen.

Erwartet werden:

  • Canon: eine Vollformatkamera – oder zwei – samt passenden Objektiven
  • Fujifilm X-T3, Fujifilm GFX 100S (100Mpx) und GFX 50x (günstiges 50Mpx-Mittelformatmodell)
  • Olympus xy und vielleicht sogar ein System mit grösserem Sensor
  • Panasonic Lumix GH6 und ein weiteres G-Modell und eventuell sogar ein System mit grösserem Sensor
  • Sony Alpha 7s III und Sony Alpha 6xxx

Darüber hinaus wird es definitiv Zeit, dass sich auch Pentax und Phase One etwas zum Thema «Spiegellose» einfallen lassen.

Die Zukunft der Systemkamera gehört zweifellos der spiegellosen Systemkamera, auch wenn manche dies skeptisch sehen oder gar vom Gegenteil überzeugt sind. Passend zu einer entsprechenden Diskussion war in einem englischsprachigen Forum folgender Kommentar zu lesen (sinngemäss wiedergegeben): «Spiegellos ist die Zukunft. Wer dagegen in einen Spiegel blickt, blickt dabei stets zurück.»

 

Updates/Nachtrag

Update vom 6. September 2018:

  • Am 5. September hat Canon die spiegellose Vollformatkamera EOS R und damit ihr R-System vorgestellt.
  • Am 6. präsentierte Fujifilm ihre X-T3, die preislich unterhalb der X-H1 liegt, diese aber überraschenderweise in einigen Punkten in den Schatten stellt.

Photokina-Pressetag 25. September 2018:

  • Leica, Panasonic und Sigma bilden die «L-Mount Alliance». Die drei Firmen einigten sich darauf, gemeinsam das L-Bajonett zu nutzen. Dieses war 2014 mit der Leica T (heute TL) – einer Spiegellosen mit APS-C-Sensor – eingeführt worden und ist nicht nur in den TL-/CL-Modellen, sondern ebenfalls in der 2015 vorgestellten vollformatigen SL zu finden. Alle drei Firmen werden Kameras und Objektive mit diesem Anschluss anbieten, wobei auch andere Marken willkommen seien.
  • Panasonic bringt per Anfang 2019 zwei spiegellose Vollformatkameras mit L-Mount sowie drei erste Objektive. Wie Sony im Herbst 2013 und Nikon wenige Wochen zuvor (August 2018) startet Panasonic mit zwei Kameras, der hochauflösenden S1R (47 Mpx) und der universellen S1 (24 Mpx). Trotz der S-Reihe und will Panasonic weiterhin an Micro-FourThirds bzw. dem «Lumix G»-System festhalten und dafür weiter Kameras und Objektive entwickeln.
  • Fujfilm erweitert ihr Mittelformatsystem um zwei Kameras und kündigt idie GFX 50R an, die an eine Sucherkamera erinnert und kompakter als die GFX 50S ausfällt. Sie kommt noch im November 2018. Für Anfang 2019 wird eine noch namenlose GFX mit 100 Megapixel (43,8 x 32,9 mm), 4K-Video und sensorbasierte Bildstabilisierung vorangekündigt.

 

Markus Zitt

 

 

5 Kommentare zu “Kleine Geschichte der Spiegellosen”

  1. „Vor ziemlich genau zehn Jahren wurde die Typenklasse der kompakten spiegellosen Systemkameras ins Leben gerufen…“ sieht man einmal von den Messsucher-Kameras vom Typ Leica M ab und von der ebenso einzigartigen Fuji X1Pro, welche das elektronische und optische Suchersystem kombiniert.
    So könnte eigentlich der Einstieg in den Bericht über die Spiegellosen daherkommen, bei dem es ja im Grunde genommen um Kameras mit elektronischen Suchern geht, welche das Sucherbild gewissermassen direkt vom Sensor beziehen.

    1. Viele Kameras fehlen – darunter auch einige «geniale» Kameras bzw. persönliche Favoriten. Sie fehlen deshalb, weil es nicht um eine vollständige Auflistung aller Spiegellosen handelt und es «Eine kleine Geschichte der Spiegellosen» ist. Allein von Panasonic müssten sonst schätzungsweise drei Dutzend weitere aufgelistet werden.
      Aber der Kommentar hat mich daran erinnert, dass ich noch ein illustratives Bild der GF1 im Einsatz (mit Fotografin und Schneeflocken) einfügen wollte. :o)

  2. Zu Beginn gehörte ich auch eher zu den Skeptikern der CSC. Aber weniger weil ich Bedenken in Sachen Leistungsfähigkeit hatte. Es war ja von Anfang an klar, daß die Hersteller da Vollgas geben würden. Vor allem jene, die einzig auf CSC setzten.

    Die CSC haben natürlich auch den Kameramarkt durchwirbelt, viel Bewegung hineingebracht.
    Wie oft hörte man doch noch ca 2010, „es würden künftig nur noch Canon und Nikon mit ihren DSLRs‘ überleben“. Ich habe diese Prognose (mit Varianten) im Fachhandel oft gehört.

    Damals hatte sich Fuji aus dem Kamerageschäft zurückgezogen, Sony begann gerade am unsäglichen SLT-System zu kreiieren, Pentax war noch auf DSLR APS-C „beschränkt“ Olympus baute noch die DSLRs.

    An eine Zukunft der CSC glaubten damals nur wenige. Die meisten hielten CSC für hochwertigere Sucherkameras oder „SystemSucherkameras“. Na ja.

    Wie hier aufgezählt, gab’s einige tolle Innovationen. Leider überlebten nicht alle, für manche wiederholte sich der „Kodak-Effekt“ (zu hohe Investitionskosten), manche tun sich nach wie vor schwer.

    Mit den Sigma SD Quattro begann auch für mich der Moment, ab dem ich CSC in Erwägung ziehe.
    Diese gefallen mir besonders auch deshalb, weil sie auf viel Firlefanz verzichten.
    Aber auch was Fujifilm mit dem X-System oder Olympus zeigt, finde ich sehr gut.

    Die CSC standen ja von Beginn an in Konkurrenz zu den DSLR und die Hersteller mußten daher auch leistungsmässig topen. Was wiederum eine Modellflut förderte und so Manchen seine Kaufentscheidung erschwerte.
    Daß einige Herstellern mit ihren CSC-Systemen scheiterten, liegt vielleicht an der hyperventilierten Leistungsorientierung.
    Das merkt man auch anhand Canon. Seit deren M-System technisch aufholte, scheint es mehr Erfolg zu haben.
    Die Diskusionen und der Hype um Bildqualität gaben den kleinen Systemen (Nikon 1, Pentax Q) kaum eine Chance. Leider.

    Meine Meinung hierzu : die vorteilhaften Eigenschaften von Spiegellos zeigen sich m.E. ausgeprägter bei entweder eher kleinen oder großen Aufnahmeformaten. Aber bei APS-C oder KB sind mit die Unterschiede zu gering.
    Heisst also : bei mFT oder MF wirken sich die Vorteile eher aus.
    MFT ist dann wirklich klein und äußerst kompakt, sowie MF daß nach den analogen Sucherkameras und TLR endlich wieder „stativlos“ handlich wird. Exemplarisch hierfür die Hasselblad X1D.

    Würde etwa Canon ein grösseres Aufnahmeformat als KB in CSC auf den Markt bringen, wäre das nur konsequent. Von Nikon (Z) hätte ich das eigentlich auch schon erwartet.

    Für viele stellt KB das Idealformat dar, ich persönlich finde es heutzutage inkonsequent. Entweder kleiner oder größer. Und eben noch eher bei CSC.

    Ein weiterer auffälliger Punkt, der sich ja gerade aktuell wieder bestätigt :
    Nach wie vor sind DSLR bei Einsteigern noch markttauglicher. Auslaufmodelle werden oft zu Schleuderpreisen verkauft, kaum über den Wert teurer Kompakt/BridgeKameras.
    Ein Umstand, der es CSC noch länger erschweren wird, auch bei Einsteigern stabil Fuss zu faßen. Offenbar sind Spiegel doch noch günstiger als hochwertigere Displays‘.

    Obschon ich mir selber das eine oder andere CSC-System für den eigenen Gebrauch vorstellen kann, tue ich mich mit der Vorstellung, daße sie SLR einst ganz ablösen, schwer.
    Anders als der zitierte Kommentar finde ich nämlich überhaupt nicht, daß die Wahl einer Bauart mit „modern oder veraltet“ zu tun hat. Sondern mit Praxisrelevanz.

    Von daher hoffe ich schon, daß es noch lange SLRs geben wird.

    Ach‘ ja : danke für den tollen Artikel 🙂

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